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Wurzen Heimpremiere für Brandiser Rugby-Dachse
Region Wurzen Heimpremiere für Brandiser Rugby-Dachse
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05:00 20.04.2010
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. Und nicht weniger ungewöhnlich mag unbeteiligten Zuschauern erschienen sein, was sich auf dem Rasen selbst zutrug.

Denn da taten sportlich Aktive genau das, was etwa im Fußball mit gelb oder im schlimmsten Fall gar mit Rot geahndet wird: Sie zogen am Trikot, bodycheckten heftigst einander und rissen sich mit Vorliebe zu Boden, um nach dem Match freundschaftlich vereint über eben jenes zu plaudern. Hart, aber extrem fair - diese beiden Charakterzüge zeichnen den Rugbysport aus, dem in Brandis seit Ende 2007 auf Schul- und seit dem Vorjahr zusätzlich auf Vereinsebene im Rahmen des SV Stahl Brandis gefrönt wird.

Am vergangenen Sonnabend bestritten die Jungs um Abteilungsleiter Jens Netsch, die erst im vergangenen Herbst in den Turnierbetrieb eingestiegen waren, ihr erstes Meisterschaftsspiel im Rahmen der mitteldeutschen 7er-Liga auf dem heimischen Rasen. Weniger um zu gewinnen, als vielmehr um zu lernen. „Abgesehen davon, dass der Mannschaft die Turnier-Erfahrung völlig fehlt, haben wir mit 19 Jahren einen extrem niedrigen Altersdurchschnitt", markiert Netsch die sportlichen Eckdaten. Deshalb spiele es auch keine Rolle, dass man am Sonnabend lediglich ein einziges Spiel gewinnen konnte und am Ende den sechsten Platz von acht belegte. „Bis zur Spitze fehlt uns noch eine ganze Menge, aber immerhin sind wir nicht letzter in der Liga", so der Abteilungsleiter, der betonte, dass man im Verein mit Rugby keineswegs einer Nischensportart fröne. „Rugby ist zweifellos eine aufstrebende Sportart und hat in den vergangenen drei Jahren die höchsten Zuwachsraten in Deutschland zu verzeichnen." Ganz zu schweigen davon, dass Rugby in Ländern wie Australien und Frankreich Nationalsport sei und in Neuseeland einen solch hohen Stellenwert besitze, dass es Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen könne. Wobei auch in Brandis laut Jens Netsch Rugby und (Lokal-)Politik eng miteinander verbunden seien. „Die Stadt hat uns enorm unterstützt, wofür ihr unser ausdrücklicher Dank gebührt."

Grund zur Danksagung hat auch Kilian Rieger, seines Zeichen mit knapp 16 Jahren jüngster Aktiver bei den Brandiser Rugby-Dachsen. „Meine Eltern stehen voll hinter mir", so Rieger, der seit fünf Monaten dem ledernen Ei hinterher jagt. Unter anderem deshalb, weil er die Fairness des Sports schätze. „Auf dem Platz wird gekämpft, und danach wird gemeinsam gefeiert." Dass er am Ende mit seinem Team derzeit zumeist nur zweiter Sieger ist, täte der Freude keinen Abbruch. „Wir haben Potenzial und müssen langfristig denken."

So wie man es in anderen Städten wie etwa Magdeburg getan hat, das mit seinem Team Rugby Legion in der Meisterschaft ganz vorn mitspielt. Dessen Kapitän zollte den Brandisern indirekt Anerkennung für ihre Aufbauarbeit. „In einer Stadt der Größe Magdeburgs hat man nicht nur ein viel größeres Spielerpotenzial, sondern durch die Universität auch die Chance, ausländische Spieler zu engagieren", so Mau, der Rugby als einen Sport bezeichnet, bei dem sich die Spieler in die Augen schauen können. „Man hat voreinander Respekt, und es gibt keine Schwalben."

Roger Dietze

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