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Wurzen Heißer Draht zum Nachwuchs von Familie Falke
Region Wurzen Heißer Draht zum Nachwuchs von Familie Falke
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16:02 13.06.2017
Vorsichtig montiert André Rotter (l.) die Kamera am Kasten, die durch ein Loch in dessen Wand ins Nest schauen kann. Quelle: Ines Alekowa
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Bennewitz/Altenbach

Die jungen Turmfalken kuscheln sich in ihrem Brutkasten im Altenbacher Kirchturm eng aneinander. Sie sind erst wenige Tage alt, vermutlich am Wochenende geschlüpft. Wie viele Schnäbel sind es? Drei? Vier? Wenn es klappt, können die Besucher des Sommer-Spezials der Altenbacher „Tonstücke“ in der Kirche am Sonnabend per Kamera einen Blick auf die Flaumknäuel erhaschen und nachzählen.

„Turmfalken nisten schon mindestens das dritte Mal im Kirchturm“, sagt Gregor Müller. Der Töpfer muss es wissen, denn sein Haus grenzt an den Friedhof, so dass er dass Einflugloch im Fensterladen auf der Südseite des Turmes gut sehen kann. „Manchmal sitzt einer der Altvögel in der großen Linde mit einer Maus und ruft, dann kommt der andere aus dem Nest und übernimmt die Beute“, erzählt er. Überhaupt ist der Kirchturm gut „vermietet“. In den Mauerritzen haben sich Fledermäuse eingenistet, und eine Schleiereule hat hier auch schon des Öfteren ihren Nachwuchs aufgezogen. Jetzt hatte André Rotter von der Initiativgruppe Dorfkirche Altenbach die Idee, sozusagen durchs Schlüsselloch in die Kinderstuben zu schauen – zunächst in die der Turmfalken – und die Aufnahmen übers Internet zugänglich zu machen. „Ich stelle mir das toll vor, abends noch mal mit den Kindern am Computer zu schauen, ob die Vögel auch schon schlafen gehen“, schmunzelt der 47-Jährige. Vom Nabu hat er für seine Idee grünes Licht bekommen, geeignete Kameratechnik konnten ihm die Naturschützer allerdings nicht zur Verfügung stellen, so dass Rotter, bevor alle Falken verflogen sind, selbst in die Tasche griff und am Donnerstag zu Bohrmaschine und Schraubendreher, um mit Müllers Hilfe eine Minikamera am Nest zu installieren. „Jetzt brauchen wir noch jemanden, der die Kamera netzwerktechnisch einbindet und das Projekt vielleicht auch finanziell unterstützt“, sagt er. Rotter, immer voller Ideen, kann sich, wenn das klappt, auch gut vorstellen, künftig nicht nur die tierischen Bewohner des Turms in den Fokus zu rücken, sondern auch Gottesdienste und Konzerte live in die Wohnzimmer zu bringen. Rotter denkt dabei insbesondere an diejenigen, die sich sehr in der Kirchgemeinde engagiert haben, jetzt aber gesundheitlich nicht mehr in der Lage sind, an Veranstaltungen teilzunehmen. „Ihnen die Möglichkeit des Miterlebens zu verschaffen, wäre herrlich.“ Ihm ist klar, dass das kaum sofort zu organisieren sein wird. Für das Sommer-Spezial mit Musik, Theater und Feuershow peilt Rotter deshalb zumindest erst einmal auf eine Zwischenlösung an, nämlich die Bilder von den Falken per WLan, notfalls auch per Kabel, auf einen Laptop in der Kirche zu bekommen.

Weitere Informationen: http://dorfkirche-altenbach.jimdo.com, Kontakt zu André Rotter: andrelikarotter@posteo.de

Von Ines Alekowa

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