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Heißluftballon landet im Sonnenblumenfeld und später sanft auf der Straße

Grimmaer Airlebnistage Heißluftballon landet im Sonnenblumenfeld und später sanft auf der Straße

Auf den Nerchauer Muldewiesen gab es die dritte Auflage der Grimmaer Airlebnistage. Höhenluft schnuppern ging per Heißluftballon aber ebenso per Luftschiff oder per Ballon am Kran. Trotz durchwachsenem Wetter folgten der Einladung von Sachsen Ballooning, die das Event gemeinsam mit der Stadt Grimma und Trebsen auf die Beine gestellt hatten, tausende Zuschauer.

Taufe auf dem Festplatz: Diese nimmt der Pilot André Friedrich (3.v.r.) gemeinsam mit seinem Verfolger Christian Sieber (r.) vor. Hier erfolgt die Taufe von René Zehrfeld auf den Namen Ritter René.
 

Quelle: Thomas Kube

Grimma/Nerchau.  Petrus hatte ein Einsehen. Einem Feuerwerk gleich gestaltete sich der Aufstieg der 20 bunten Heißluftballone, am Sonnabendabend. Nach dem verregneten Freitag hätte keiner gedacht, dass es am Sonnabend in die Luft gehen kann. Trotz leichten Nieselregens konnte man mit den Heißluftballonen auf Tuchfühlung gehen und Höhenluft schnuppern. Doch auch am Boden war Anfassen erlaubt. Eine Ballonhülle von innen zu sehen, bot nicht nur für das Auge etwas, sondern vor allem fürs Foto. Höhenluft schnuppern ging aber ebenso per Luftschiff oder per Ballon am Kran. Trotz durchwachsenen Wetters folgten der Einladung von Sachsen Ballooning, die das Event gemeinsam mit der Stadt Grimma und Trebsen auf die Beine gestellt hatten, tausende Zuschauer. Und sie wurden nicht enttäuscht. Trotz Regens gab es am Freitagabend noch eine Brennerparade.

Am Sonnabend ging es in die Luft. Mit von der Partie war Familie Haupt und Freunde. Die Nerchauerin Renate Haupt (76) hatte im Vorjahr von ihrem Balkon aus die Ballons in Nerchau aufsteigen sehen und sich gedacht, das wäre doch ein himmlisches Geburtstagsgeschenk für ihren Sohn Matthias Haupt (49) zu seinem 50. Geburtstag. Und so packte sie die Gelegenheit beim Schopfe, um anlässlich ihres 76. Geburtstages die Familie mit einer Ballonfahrt zu erfreuen. „Die Überraschung war meiner Mutter gelungen“, sagte Tochter Kerstin Weber (53). Nur Renate Haupt konnte nicht mitfahren, da sie leider einen Oberschenkelhalsbruch hatte. Umso dankbarer waren Matthias Haupt, Kerstin Weber sowie Sohn Ferdinand Weber (17), dass sie sich in den Korb des Piloten André Friedrich (45) von Sachsen Ballooning begeben durften. Im Gespann hatte die Familie die Schulfreunde von Matthias Haupt, Mike Melasch (49), Stefan Lötzsch (49) und dessen Sohn Ludwig (20) sowie René Zehrfeld (50).

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Tausende Besucher zog es am Wochenende zu den dritten Airlebnistagen nach Nerchau. Trotz des durchwachsenen Wetters gingen etliche von ihnen in die Luft. ein Magnet war auch das Ballonglühen.

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 Doch bevor es 16.10 Uhr für über eine Stunde auf Reise ging, musste die Hülle ausgepackt werden. Anschließend wurde sie mit kalter Luft befüllt. Dann startete André Friedrich, der vor zehn Jahren am Nikolaustag die Lizenz zum Ballonfahren erhielt, die Propangasbrenner. Langsam füllte sich die Hülle und der Heißluftballon richtete sich auf. Nach dem Start gewann der Heißluftballon durch das Anfeuern des Brenners rasch an Höhe. André Friedrich ließ es bei einer Reisehöhe von 150 Metern und einer anfänglichen Reisegeschwindigkeit von acht bis zehn Stundenkilometern, so dass die Passagiere eine gute Sicht hatten. Der Ballon schwebte in Richtung der höchsten Erhebung im Landkreis Nordsachen, dem Oschatzer Collmberg. „Die Fahrt ist beeindruckend“, fand Kerstin Weber. Auch ihrem Bruder, dem Zahnarzt Matthias Haupt, stand die Freude im Gesicht geschrieben. In der Zwischenzeit hielt der Pilot Funkkontakt mit den anderen Ballonteams und seinem Verfolgungsfahrzeug. Der routinierte Pilot, der über 400 Fahrten hinter sich hat, ließ immer wieder heiße Luft in die Hülle, um an Höhe zu gewinnen. Die Passagiere sah auf Cannewitz, Gaudichroda und das Wermsdorfer Schloss, bis André Friedrich zur Landung auf einem Sonnenblumenfeld in der Nähe des Wermsdorfer Waldes ansetzte. Sein Verfolger, Christian Sieber (35), war schnell an Ort und Stelle. Ein Teil der Passagiere stieg auf Anweisung des Piloten aus dem Korb. Doch nicht alle wollten warten, bis sie den Befehl zum Ausstieg erhielten. So wurde der Korb ruckartig leichter und hob aufgrund des Windes langsam wieder von der Erde ab. Die im Korb verbliebenen Passagiere hatten das Glück, nach der Zwischenlandung um 16.50 Uhr weiter über den Wermsdorfer Wald zu schweben, bevor der Pilot gegen 17.20 Uhr zur erneuten Landung ansetzte. Erst auf der Straße und dann direkt neben der Straße zwischen Luppa und Wermsdorf. Dieses Mal hielt sich die verbliebene Crew exakt an die Anweisungen des Piloten. Mit viel Geschick von André Friedrich gelangte der Ballon wenige Zentimeter schwebend über dem Feld wieder auf die Straße. Hier war Eile vonnöten, um den Verkehr nicht aufzuhalten. Denn nach der Landung musste die 30 Meter lange Ballonhülle Stück für Stück zusammengefaltet und der Korb verstaut werden. Doch auch das sollte nicht ohne Weiteres vonstatten gehen. Das Fahrzeug des Verfolgers hatte Startschwierigkeiten, ein Starterkabel wurde benötigt. Christian Sieber wusste sich zu helfen und hielt einige Fahrzeuge an. Erst als Pilot Uwe Stierand mit seinem Ballonsportteam vom Evaschacht aus dem Teutschenthal vorbeifuhr, konnte ihm geholfen werden. In wenigen Sekunden sprang das Auto an. Die Ausrüstung wurde verstaut , es ging zurück zum Festgelände. Dort erfolgte die Taufe. Für die Täuflinge gab es ein Glas Sekt und einen Adelstitel. Matthias Haupt wurde zum Freiherrn, Kerstin Weber zur Gräfin.

 Auch die anderen Piloten brachten ihre Gäste sicher auf den Boden. Zur Pilotencrew gehörte auch der Leipziger Andreas Hillscher (59): „Hier sind die Bedingungen optimal“, sagte er. Diese Meinung vertrat auch Herman Löser (63) vom Warsteiner-Team, das mit dem Luftschiff angereist war. „Hier geht es sehr familiär zu. Man kann mit Gleichgesinnten fachsimpeln“, sagte er. Hauptorganisatorin des Events, Alina Tauchnitz-Scheinpflug von Sachsen-Ballooning, freute sich über die vielen Helfer während des Festes. „Besonders Steffen Richter von der Nerchau-Mutzschener Agrar und Service GmbH unterstützte uns sehr“, meinte sie.

Von Cornelia Braun

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Grimma/Nerchau
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