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Wurzen Helfer auf vier Pfoten in Aktion
Region Wurzen Helfer auf vier Pfoten in Aktion
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00:26 29.07.2015
Beim Besuch der Rettungshundestaffel wurden den Teilnehmern des Feriencamps verschiedene Übungen der Opfersuche gezeigt. Quelle: Robin Seidler
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"Wir sind die Staffel des Regionalverbandes Leipzig-Nordsachsen der Johanniter Unfallhilfe und unter diesem Namen gibt es uns erst wenige Monate", sagte Staffelleiter Sebastian Kupke. Im April wurde die Staffel ins Leben gerufen, der Großteil der Hunde und Mitarbeiter war zuvor beim DRK in Leipzig und Westsachsen tätig.

Das Team präsentierte im Sportpark Tresenwald seine Hunde in ihrem Hauptaufgabengebiet - der Flächen- und Trümmersuche. "Zur Flächensuche gehören beispielsweise kleine Bungalows sowie Felder und Wälder, die Trümmersuche bezieht sich auf eingestürzte Gebäude", erklärte Kupke den Unterschied. Ein Hund könne eine Fläche von 200 000 bis 300 000 Quadratmetern absuchen. "Das entspricht einer Menschenkette von 50 Personen", vergleicht Kupke die Effizienz des Tieres mit dem menschlichen Aufwand.

Sebastian Kupke erklärte dem jungen Publikum noch die zwei verschiedenen Möglichkeiten eines Hundes bei der Opfersuche. "Es gibt Verbeller und Bringsler. Beim Bringsler wird dem Hund ein Lederstück - Bringsel genannt - am Halsband befestigt. Findet der Hund eine vermisste Person, nimmt er das Bringsel in seinen Fang und kehrt zum Hundeführer zurück. Dieser erkennt am aufgenommenen Gegenstand, dass sein Hund eine vermisste Person gefunden hat." Der Hund führt den Hundeführer dann zur vermissten Person. Dabei pendelt das Tier solange zwischen Opfer und Hundeführer, bis dieser sich selbst beim Opfer befindet. "Der Verbeller hingegen bleibt beim Opfer stehen und bellt solange, bis der Hundeführer eintrifft." Zudem zeigten die Staffelteams verschiedene Übungen zum Gehorsam und Teile aus der Gerätearbeit für das Training bei Trümmerhunden. Dabei mussten die Vierbeiner unter anderem durch Tunnel kriechen und über Leitern gehen. Die Ausbildung der Hund kann zwischen zwei und dreieinhalb Jahren dauern. Die Teammitglieder aus Leipzig halten ihre Rettungshunde zugleich privat als Haushunde.

Das Einsatzgebiet der Rettungsstaffel erstreckt sich sachsenweit von Leipzig bis Görlitz. Seit der Gründung im April gab es bereits einen Einsatz in Dresden. "Damals wurde eine ältere Frau vermisst und wir wurden angefordert. Unsere Suche blieb erfolglos, doch am Tag darauf konnte die Frau - außerhalb des Einsatzgebietes - ausfindig gemacht werden." Die Leipziger Rettungshundestaffel ist ständig auf der Suche nach neuen Interessenten, betont aber, dass es sich um ein Ehrenamt handelt. Jeder der Staffelmitglieder geht einem weiteren Beruf nach. Finanziert wird die Truppe durch Spenden und Zuwendungen vom Verband.

Dass die Mitglieder Spaß am Ehrenamt haben, war unübersehbar. Schließlich freundeten sich einige Jugendliche auch schnell mit den Rettungshunden an - Streicheleinheiten inklusive.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.07.2015
Robin Seidler

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