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Wurzen Hellwach im "Sandmännchen"
Region Wurzen Hellwach im "Sandmännchen"
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17:28 11.12.2012
Mit Spannung erwartet: Das „Sandmännchen“ fährt am Sonntag von Chemnitz nach Leipzig und lässt die Herzen der Muldentaler Bahnfreunde höher schlagen. Quelle: Privat
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Colditz/Trebsen

Denn auf ihrer nostalgischen Sonderfahrt von Chemnitz nach Leipzig sorgen die legendären zwei Dieseltriebwagen der Deutschen Reichsbahn am 3. Advent für manche weihnachtliche Überraschung, wenn nicht sogar Sensation. Der 37-jährige Colditzer Eisenbahnanhänger Dirk Kießling, der kürzlich die Einmannfirma „Bahnnostalgie Muldental" gründete und die Fahrt zum Leipziger Weihnachtsmarkt gemeinsam mit dem Limbach-Oberfrohnaer Eisenbahnverein initiiert, äußert sich überglücklich: „Die Fahrt scheint ein Erfolg zu werden. Bereits 64 Gäste haben fest gebucht, nur noch ganze 16 Fahrkarten können gelöst werden." Es gibt drei verschiedene Tarifzonen zu 56, 45 und 33 Euro pro Person, wobei Jugendliche (bis 14 Jahre) ermäßigt fahren und Kleinkinder kostenlos reisen. Wie berichtet, wird der Sandmännchenzug von den Mitgliedern des Vereines „Ferkeltaxi" aus Chemnitz-Hilbersdorf bereit gestellt. Ferkeltaxi deshalb, weil so der Sandmännchenzug im Volksmund ebenfalls genannt wurde: „Gerade auf dem Lande nahm man früher in den Wagen das eine oder andere Tierchen mit", lacht Veranstalter Kießling, der davon träumt, Fahrgäste demnächst sogar von Leipzig zur Colditzer Schlossweihnacht zu befördern. Die 57-Kilometer-Strecke der Muldentalbahn zwischen Großbothen und Glauchau, so Kießling, gilt als eine der schönsten in ganz Deutschland. Viel Herzblut floss bereits in das Gleisbett, um etwa wild gewachsene Birken, Eichen und Holundersträucher zu entfernen. Zwar gebe es noch jede Menge Arbeit, doch der Colditzer freut sich darüber, am Sonntag mit dem „Sandmännchen" von Großbothen aus wenigstens schon mal einen Kilometer Richtung Colditz vorstoßen zu dürfen: „In Großbothen verlassen wir die Nossener Strecke, rangieren auf die Gleise der Muldentalbahn und stellen für Fotografen zumindest eine fingierte Ein- und Ausfahrt nach." In Großbothen können sich die Fahrgäste zudem die Füße vertreten. Auf dem Bahnhof werden wahlweise Gulasch mit Nudeln oder Bockwürste gereicht. Eine Stärkung ist angeraten, um auf der folgenden Strecke zwischen Beucha und Trebsen nicht schwach zu werden. Kießling: „Gemeinsam mit der Deutschen Regionaleisenbahn ist es uns gelungen, den Trebsener Bahnhof (nur Fotostopp) anfahren zu dürfen." Sicher Grund genug, dass einige Trebsener aus dem Häuschen sein werden. Dirk Reinhardt, Mitglied im Heimatverein „Trebsen erleben" und begeisterter Hobbyhistoriker, will sich das nicht entgehen lassen: „1997 kam der letzte offizielle Personenzug nach Trebsen." Was heute kein Mensch mehr glaubt: „In den 30-er und 40-er Jahren war der Abschnitt Beucha-Trebsen der ertragreichste der Deutschen Reichsbahn überhaupt. Nirgendwo sonst wurden so viele Güter transportiert wie auf diesen 17 Kilometern. Papierfabrik und Steinbruch machten es möglich. Am Tag fuhren bis zu 50 Personen- und Güterzüge", sagt Reinhardt. Der Weg ist das Ziel. Zwar können sich die Reisenden zwischendurch auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt verlustieren, doch die nostalgischere Adventsstimmung herrscht im „Sandmännchen". Und so dürften die Gäste kein Auge zubekommen, nachdem sie abends den Zug in Richtung Chemnitz bestiegen haben und es wieder heißt: Vorwärts in die Vergangenheit.

Haig Latchinian

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