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Wurzen Herzblut-Pakete an den ATSV Wurzen
Region Wurzen Herzblut-Pakete an den ATSV Wurzen
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18:33 03.12.2018
Dankeschön für Ehrenamtler: Ministerpräsident Michael Kretschmer (l.) überreicht ATSV-Präsident Daniel Weist (3.v.l.) im Beisein von Hannelore Dietzschold und Kay Ritter zwei Herzbut-Pakete. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Wurzen

Blitzvisite aus Dresden: Eigentlich hoffte der ATSV „Frisch Auf“ Wurzen anlässlich seines 120-jährigen Vereinsjubiläums auf den Besuch von Michael Kretschmer zur Festveranstaltung am Wochenende im Kulturhaus Schweizergarten. Doch der Ministerpräsident musste aufgrund des CDU-Landesparteitages absagen. Allerdings nutzte Kretschmer am Freitag die Fahrt nach Leipzig für einen Abstecher an die Mulde – im Gepäck zwei „Herzblut-Pakete“, einer Dankeschön-Aktion der Sächsischen Union für Ehrenamtler.

Präsidium schildert aktuelle Probleme

Erwartet wurde der Gast in der Sportlerklause am Frisch-Auf-Stadion von ATSV-Präsident Daniel Weist, mehreren Vorstandsmitgliedern, der Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold und CDU-Stadtverbandschef Kay Ritter sowie Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD). Trotz knapp bemessener Zeit führten Weist und Vereinsvize Uwe Bielig den Ministerpräsidenten zunächst durch die Räume und zeigten ihm die Sportstätte. Zur Sprache kamen dabei auch die aktuellen Probleme, welche die Führungsriege unlängst in einem Brief an alle Stadträte schilderten.

Oberbürgermeister Jörg Röglin (2.v.l.) erläutert Michael Kretschmer (4.v.l.) die Probleme der Finanzierung für die Sanierung der ATSV-Sportstätte. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Im Schreiben geht das Präsidium hart ins Gericht mit der Stadtverwaltung. Zitat: „Die Stadt als Verpächterin erfüllt den mit dem ATSV Frisch Auf Wurzen getroffenen Pachtvertrag nur unzureichend.“ Die Platzverhältnisse seien katastrophal, der Sanierungs- und Renovierungsrückstand staue sich mehr und mehr an. Darüber hinaus hinterlasse „die gesamte Sportanlage aufgrund einer nicht sportplatzwürdigen Pflege einen erschreckend maroden Anblick“. Die Folge: Es mussten bereits Spiele und Turniere abgesagt sowie an andere Spielstätten gegen Bezahlung verlegt werden.

Frisch-Auf-Kicker brauchen bespielbaren Platz

Ein klagender Brief an die kommunalen Entscheidungsträger und der Blitzbesuch des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer beim ATSV – viel mehr Aufmerksamkeit könnte sich der Verein „Frisch Auf“ zum 120-jährigen Gründungsjubiläum nicht wünschen.

Denn seit Jahren trüben die Zustände im Stadion den Eifer der Ehrenamtler. Gespräche über die Zukunft der Sportstätte an der Heinrich-Heine-Straße verliefen bislang im Sande, die mahnenden Worte über katastrophale Platzverhältnisse blieben ohne Echo. Mittlerweile musste die Gemeinschaft sogar schon Spiele und Turniere absagen oder auf andere Sportstätten für Bares aus der Kasse verlegen. Selbst der Trainingsbetrieb ist derzeit lediglich eingeschränkt möglich.

Was der ATSV im Schreiben den Stadträten schildert, klingt wie eine Bankrotterklärung an die Stadt, die gerade mit einer fünf Millionen Euro schweren Investition rund um den Wasserturm glänzt und für über anderthalb Millionen die Sanierung der Grundschule „An der Sternwarte“ vor der Brust hat.

Berechtigt ist der Wunsch der traditionsreichen Kickergemeinschaft mit gut 300 Mitgliedern aber allemal. Immerhin leistet der ATSV neben vielen anderen Vereinen einen nicht unerheblichen Anteil am gesellschaftlichen Leben, organisiert für Kinder und Jugendliche sinnvolle und zugleich betreute Freizeitbeschäftigung.

Doch das gelingt nur dann, wenn eben auch das Umfeld stimmt. Und diesem Anspruch sollten Politik wie Verwaltung unbedingt Rechnung tragen – im konkreten Fall mit der versprochenen Hilfe von Regierungschef Kretschmer. Ansonsten mutiert selbst die Aktion „Herzblut-Paket“ der sächsischen Union zur leeren Dankeschön-Geste.

k.brandt@lvz.de

Pachtvertrag soll überarbeitet werden

Gleichfalls Kritik übte die Kickergemeinschaft an der Reparatur des Volkshauses nach den Sturmschäden vom 18.  Januar. Allein sechs Monate habe es gedauert, um das Dach provisorisch zu schließen. Zum Schluss bat das Präsidium im Namen der über 300 Mitglieder um die Überarbeitung des Pachtvertrages und um die Bewilligung des Sanierungsvorhabens für den Rasenplatz eins.

Die Kosten hierfür betragen ersten Schätzungen zufolge 270 000 Euro, wovon nur 30 Prozent über Fördergelder fließen könnten. Daher strebt der ATSV eine finanzielle Allianz zwischen Landessportbund, Stadt, Landkreis und Verein an. „Da wir in den letzten Jahren mehrfach Gespräche mit den Verantwortlichen geführt haben, um eine Verbesserung zu erreichen ... dies aber keinen Erfolg, sondern eher eine Verschlechterung der Situation gebracht hat, wenden wir uns dieses Mal an alle gewählten Vertreter.“

Mit einem Schreiben an alle Stadträte kritisierte das ATSV-Präsidium die katastrophalen Platzverhältnisse und den Sanierungsstau, der einen Trainings- und Spielbetrieb nur eingeschränkt ermöglicht. Quelle: Kai-Uwe Brandt

Mittlerweile reagierte das Stadthaus, wie Oberbürgermeister Röglin sagte. So würde der Sanierungswunsch in den nächsten Doppelhaushalt aufgenommen. Und selbst Ministerpräsident Kretschmer sicherte zum Vororttermin am Freitagnachmittag seine Hilfe zu. Übrigens ganz zur Freude von ATSV-Vorsitzenden Weist, der sich für die Herzblut-Pakete bedankte und seinem Gast noch zwei einheimische Produkte in die Hände drückte – eine riesige Prinzen-Rolle von Griesson-de Beukelaer und einen prallen Sack der Wurzener Nahrungsmittel GmbH.

ATSV wurde vor 120 Jahren gegründet

Der Traditionsverein ATSV „Frisch Auf“ Wurzen wurde am 1. September 1898 im damaligen Parteilokal der Arbeiterschaft „Stadt Wien“, Jacobsgasse 18, aus der Taufe gehoben. Zu DDR-Zeiten hieß die Gemeinschaft BSG Empor Wurzen und erhielt erst zur Saison 1992/1993 die frühere Bezeichnung wieder.

Von Kai-Uwe Brandt

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