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Wurzen Herzschlag im Sechs-Achtel-Takt: Macherner gründet Irish-Folk-Band
Region Wurzen Herzschlag im Sechs-Achtel-Takt: Macherner gründet Irish-Folk-Band
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18:15 16.03.2016
Touren durch die Lande. Quelle: Foto: privat
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Machern/Naunhof

Sie feiern heute wie irre – die Iren, auf der grünen Insel und auch überall sonst auf der Welt: Am heutigen Gedenktag des heiligen Patrick, des Schutzpatrons Irlands, ist in der Heimat des Kleeblattes alles doppelt im grünen Bereich. Am St. Patrick’s Day, so heißt es, werden Flüsse und – Prost! – sogar Biere grün gefärbt. Der 17. März ist nicht nur gesetzlicher Feiertag in Irland, Nordirland, Montserrat sowie in Neufundland, sondern auch bei Thomas Carl in Machern. Er wird heute 53 Jahre alt.

Überhaupt schlägt das Herz des Vollblutmusikers im für Irland typischen Sechs-Achtel-Takt. Ganz aktuell textete und komponierte er seine persönliche Liebeserklärung an Irland: „Summertime in Galway“. In der fast ein bisschen jazzigen Nummer besingt er die steilen Felsklippen von Moher, die Papageientaucher und die klare Seeluft, Antons Small Café, Diamond Hill und Salthill Prom. Premiere hat der Song beim Konzert am 16. April, 19 Uhr, im Bürgersaal des Stadtgutes Naunhof. Dort tritt Frontmann Thomas Carl mit seiner Band „The Finnegans“ auf.

Der Name geht zurück auf den kultigen irischen Baumeister Tim Finnegan, der betrunken von einer Leiter fiel, dabei starb, jedoch beim feuchtfröhlichen Leichenbegängnis, in dessen Verlauf eine Flasche Whisky auf seinem Sarg zerbrach, wieder zum Leben erwachte. „Genau wie Tim Finnegan lassen auch wir uns nicht unterkriegen, stehen immer wieder auf“, lacht der Sänger und Gitarrist.

Selbst im richtigen Leben kam der aus der Sächsischen Schweiz stammende Thomas Carl immer wieder auf die Füße. Nach wiederholten Umstrukturierungen beschloss der EDV-Operator und Sparkassen-Kundenberater vor zehn Jahren, sein Leben von nun an der Musik zu widmen. Seitdem unterrichtet der Gitarrenlehrer an diversen Schulen und tingelt als Solist durch die Lande. Inzwischen steht Carl nicht mehr nur allein auf der Bühne. Jörg Sander, Wiebke Heilmann und der erst 13-jährige Austin Lukaschek begleiten ihn mit Cello, Geige und Schlagzeug.

Im Muldental ist Thomas Carl kein Unbekannter mehr. Statt für Irish Folk warb er im Vorjahr für den größten Volkssportlauf der Region, schrieb ein Lied über den Muldentaler Städtelauf: „Frühlingsluft atmen und Spaß obendrein – Laufen kann schöner nicht sein.“ Bei der Senioren-Leichtathletik-EM in Zittau lernte der bekennende Jogger einst seine heutige Partnerin Ute Hackbarth kennen und lieben. Ihr folgte er ins Muldental. Noch immer begleitet er sie auf Wettkampfreisen, wie kürzlich zur Cross-Weltmeisterschaft nach Lyon, wo sie in ihrer Altersklasse im Team Deutschland die Bronzemedaille gewann.

Erfolgreich verlief auch das erste Konzert von „The Finnegans“. Zu Weihnachten musizierten die fantastischen Vier im ausverkauften Belgershainer Schloss – mit 100 Prozent irischer Musik und „Christmas Eve in Dublin“, dem Premierensong Marke Eigenbau. Alles grün macht der März: Am Gründonnerstag spielt Thomas Carl in den Kindergärten Kühren und Klinga, einige Tage zuvor tritt er im Altenburger Irish Pub auf: „Lustigerweise heißt die Kneipe auch Finnegans, wie wir“, amüsiert sich Carl.

Ob in Bad Lausick, Brandis oder Bennewitz – überall spielt der Macherner „Ire“ in der nächsten Zeit. Und wer weiß, vielleicht wird der Frontmann, der früher als Langhaariger für Deep Purple und Pink Floyd schwärmte, nach der Show wieder von einigen Fans angesprochen: „Bereits mehrfach stellten Zuhörer fest, dass meine Simme der von Donovan (Atlantis) ähnelt.“ Der wurde zwar in Schottland geboren, lebt derzeit aber in – na wo schon, Irland!

Von Haig Latchinian

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