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Wurzen Hier hat die Natur Vorrang
Region Wurzen Hier hat die Natur Vorrang
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05:00 18.06.2011
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. Eine der ersten Hinweisschilder wurde am Donnerstag nördlich von Großzschepa auf einer Ackerfläche des Landwirtschaftsbetriebes Carlowitz aufgestellt.

In der intensiv bewirtschafteten Feldflur Sachsens sind Tier- und Pflanzenarten, die heimisch waren, stark zurückgegangen oder vom Aussterben bedroht. Das gilt sogar für Ackerwildkräuter, deren Unverwüstlichkeit bekanntlich sprichwörtlich ist. Norbert Eichkorn, Präsident des Sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, bezeichnete die Brachflächen als einen „kleinen aber wirksamen Beitrag, die natürliche Vielfalt in unserer Landschaft wieder zu erhöhen". Es sei nicht zum Schaden der Landwirte, die sich entschließen, Rückzugsflächen für bedrohte Arten zu schaffen. In dieses Vorhaben fügt sich seit zwei Jahren auch das Bodenbrüterprojekt ein, das in Sachsen erfolgreich dem dramatischen Rückgang von Rebhuhn, Kiebitz und Feldlerche entgegenwirkt.

Johannes von Carlowitz bekannte sich als Landwirt zu seiner Verantwortung gegenüber der Natur. Er kritisierte jedoch Anlaufschwierigkeiten des Programmes und forderte größeren Vorlauf. So habe sich die Aussaat verzögert, weil erst spät die Entscheidung fiel, welche Flächen aufgenommen werden. Er regte an, stärker Areale im Randbereich von Gewässern oder mit Maschinen schwer zu bearbeitende Zonen in die Förderung aufzunehmen. Felicitas von Carlowitz wies auf die Notwendigkeit hin, über Naturschutz-Brachen öffentlich aufzuklären. „Hier wären wir sonst als schlechte Landwirte im Gerede", stellte sie mit Blick auf das verwahrlost anmutende Areal fest.

Auch der Mutzschener Landwirt Wilfried Große, der Erfahrungen in der Aufzucht von Rebhühnern gemacht hat, die jetzt vor der Auswilderung stehen, forderte mehr Flexibilität der Programme. Dass sie nicht miteinander korrespndieren wurde auch von Klaus Ullrich bemängelt, der Äcker in Kollauer Flur hat. Wechsel in eine andere Maßnahme sei nicht vorgesehen. Es habe sich gezeigt, dass viele Landwirte mehr für den Naturschutz tun wollen, aber vor bürokratischen Hürden zurückschrecken.

Die Carlowitz KG stellt etwa 20 Hektar Ackerfläche, auf kleinere Schläge verteilt, für Naturschutzbrachen zur Verfügung. Auch Agrarunternehmen aus Kollau, Nischwitz, Thallwitz, Röcknitz, Pyrna und Kühren unterstützen das Vorhaben. Um die Bevölkerung über ihren Beitrag zum Naturschutz aufzuklären, können sie alle an ihren Brachen Naturschutztafeln aufstellen.

Ingrid Leps

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