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Wurzen „Hier wird man mal richtig unterstützt“
Region Wurzen „Hier wird man mal richtig unterstützt“
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21:02 01.10.2009
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Wurzen

„Die bundesdeutsche Justiz glaubt den DDR-Gerichtsurteilen manchmal eher als den Opfern der Verfolgung“, erzählt Utz Rachowski, Mitarbeiter des Sächsischen Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Deshalb helfen er und seine drei Kollegen von der „Behörde“ den Opfern von DDR-Unrecht, eine Rehabilitierung zu beantragen. Wer mindestens sechs Monate zu Unrecht im Gefängnis saß, hat zudem Anspruch auf eine Opferpension von 250 Euro.

Zu Rachowskis gestriger Sprechstunde im Wurzener Stadthaus kamen etwa 50 Bürger, um sich über eine strafrechtliche, berufliche oder verwaltungsrechtliche Rehabilitierung zu informieren.  Manch einer erlebte dabei, wie Eberhardt R*., eine positive Überraschung. Im Gespräch mit Rachowski stellte sich heraus, dass er viel höhere Rentenansprüche hat als gedacht. Grund: Nach seiner versuchten „Republikflucht“ musste er nicht nur eine Gefängnisstrafe von 12 Monaten absitzen, sondern ihm wurde zusätzlich auch noch ein Berufsverbot als Lehrer erteilt. Wegen seiner beruflichen Rehabilitierung erhalte er nun trotzdem Rentenleistungen als Lehrer angerechnet, erklärt ihm Rachowski. Eberhardt R* ist froh über die Nachricht: „Hier wird man mal richtig unterstützt.“

„In den letzten Jahren ist das Interesse an der DDR-Vergangenheit vor allem durch Filme wie ,Das Leben der Anderen‘ wieder gestiegen“, sagt Utz Rachowski. Anträge auf Rehabilitierung können noch bis Ende 2011 gestellt werden. Dann läuft das so genannte SED-Unrechtsbereinigungsgesetz aus. Sollte es allerdings wie in den letzten Jahren verlängert werden, wird Rachowski voraussichtlich in zwei Jahren wieder zu einer Sprechstunde nach Wurzen kommen.

Jan Iven

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