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Highland Games ziehen um

Highland Games ziehen um

Machern. Buntkariertes Treiben vor der Kulisse des Macherner Schlosses wird es ab kommendem Jahr nicht mehr geben. Machern geht sein Aushängeschild – die Internationalen Highland Games – verloren.

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Muskulöse Kerle rollen Whiskyfässer, Baumstämme fliegen, Pipebands musizieren – Szenen, die sich in Machern künftig nicht mehr abspielen werden. Es ist beschlossene Sache: Die Schotten, die am dritten Septemberwochenende regelmäßig rund 15 000 und mehr Besucher anziehen, packen ihre Schecke.

Die Organisatoren, so heißt es, haben vor der Schlosswiese kapituliert. „Früher war das Gelände trocken, aber zuletzt fiel es uns immer schwerer, den Untergrund für Tausende von Fans zu präparieren", erklärt Uwe Schimmel, Vorsitzender des Kulturvereins Schloss Machern, und Spiritus Rector der Schottenspiele. Schon vor zwei Jahren wurde LKW-weise Stroh angekarrt, um das Gelände überhaupt begehbar zu machen. Die diesjährige Wasserschlacht brachte das Fass zum Überlaufen. „Die Wagen der Händler mussten wir teilweise schon per Radlader antransportieren, so sumpfig war es an einigen Stellen. Direkt unterhalb des Schlosses war sogar ein kleiner See entstanden." Als es dann am zweiten Veranstaltungstag wie aus Kübeln goss, versanken die Organisatoren bis zu den Knöcheln im Schlamm. Weder Athleten noch Besuchern wollte man den glitschigen Untergrund zumuten. Das Großereignis wurde erstmals in seiner elfjährigen Geschichte abgebrochen. „So eine Situation", erklärt Schimmel, „möchte ich als Veranstalter nicht noch einmal erleben." Der Kulturverein finanziere das Ereignis nur durch Standgebühren und Eintrittsgelder. Ein etwaiges Minus gleiche niemand aus. Somit sei es wirtschaftlich unverantwortlich, sich noch einmal auf das Risiko Schlosswiese einzulassen. Zwar wurden andere Lösungen, zum Beispiel das Trockenlegen der Wiese, kurz diskutiert. „Aber das können wir im Schlosspark, der unter Denkmalschutz steht, gleich vergessen." Auch ein Ausweichen auf das befestigte Areal an der Orangerie sei keine Alternative.

Mit mehreren Kommunen wurde verhandelt. Starkes Interesse hatte die Stadt Grimma, die das Mutzschener Schloss in die Waagschale warf. Auch Borsdorf war mit der Panitzscher Trabrennbahn ein heißer Kandidat. Die Baumstämme werden nun allerdings woanders fliegen: an der Mulde in Trebsen, wo sich das Schloss als neue Schotten-Adresse präsentiert.

„Der Umzug bedeutet für uns auf jeden Fall eine Herausforderung. Wir sind uns aber sicher, dass unsere Entscheidung wohl überlegt ist und wir am neuen Standort auch neue Gäste gewinnen." Natürlich sieht es auch Schimmel als gewagt an, ein so gut eingeführtes Festival einfach zu verpflanzen. „Uns bleibt aber keine andere Wahl, wenn wir den Verein nicht an die Wand fahren wollen." Und Trebsen liege ebenso zentral, sei über die Autobahn gut zu erreichen. Auch an der Größe und dem Charakter der Spiele soll sich nichts ändern: „Die Internationalen Highland Games sind die größte Veranstaltung ihrer Art in Deutschland und sollen es auch bleiben."

Macherns Bürgermeister Frank Lange (CDU), der durch einen Anruf unserer Zeitung vom aktuellen Stand erfuhr, will um den Touristenmagneten kämpfen. „Machern und die Highland Games – das gehört ganz einfach zusammen." Der Ortschef, zum Großereignis stets selbst im Kilt, klammert sich an die Hoffnung, dass die Spiele nur für ein Jahr auswandern. „Wir werden jetzt umgehend das Gespräch mit dem Kulturverein suchen." Der Kommune war zuletzt vorgehalten worden, die Veranstaltung nicht genügend zu unterstützen.

Simone Prenzel

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