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Hilferuf des Fördervereins: Macherner Landschaftspark schreckt Touristen ab

Ausflugsziel mit Imageproblem Hilferuf des Fördervereins: Macherner Landschaftspark schreckt Touristen ab

Der Macherner Park gilt als Aushängeschild der Kommune. Der englische Landschaftsgarten leidet derzeit laut Parkverein unter vielen Schönheitsfehlern. Bänke sind kaputt, Wege ungepflegt, Gartenszenerien verdreckt.

Bitte Platz nehmen kann man hier nicht wirklich jemandem empfehlen.

Quelle: privat

Machern. Das Herz der Macherner hängt an ihrem Landschaftspark. Doch gerade in der diesjährigen Ausflugssaison gab die Anlage keinen sonderlich guten Eindruck ab. „Dem Park wird zu wenig Beachtung geschenkt hinsichtlich seiner Wirkung auf die Besucher“, stellt Johanna Hanspach fest. Als Vorsitzende des Fördervereins Schloss und Landschaftsgarten vertritt sie die Meinung zahlreicher besorgter Parkfreunde.

Stolperfalle an der Ritterburg

„Wir sorgen uns ernsthaft um die Zukunft dieses beliebten Aushängeschildes“, macht die Vereinschefin ihrer Enttäuschung Luft. Sie nutzte die öffentliche Kulisse der jüngsten Ratssitzung, weil andere Versuche, mit Rathaus-Verantwortlichen in Kontakt zu treten, nicht fruchteten. Briefe und Mails seien unbeantwortet geblieben. Dabei, so Hanspach, gebe es eine Reihe von Missständen. Eine regelrechte Unfallgefahr herrsche auf einigen Wegen. „Durch die starken Regenfälle im Sommer wurden die Pfade sehr stark ausgespült. Radfahrer brechen sich dort das Genick.“ Zwar habe die Gemeinde eine Warnbake hingestellt. Aber die sei im Dunkeln und unbeleuchtet selbst zur Gefahrenquelle geworden. Eine weitere Stolperfalle gebe es an der Ritterburg. Hier würden die Holzstufen am Abgang zur Bühne wegfaulen.

Ausgespülte Wege werden im Macherner Park zur Unfallgefahr

Ausgespülte Wege werden im Macherner Park zur Unfallgefahr.

Quelle: privat

„Regelrecht geschämt habe ich mich vor der Verschwisterung mit Purgstall.“ Der Besuch aus der österreichischen Partnerkommune sei von ihr im Juni durch den Park geführt worden, berichtet Johanna Hanspach. Noch vor diesem wichtigen Termin habe sie die Bürgermeisterin auf kaputte und beschmierte Bänke, eine verdreckte Steinbank vor der Gartenszenerie Wilhelmsruh und den insgesamt ungepflegten Zustand hingewiesen. Doch eine Reaktion sei nicht erfolgt.

Zustand schreckt Ausflügler ab

Das Urteil der langjährigen Parkführerin fällt ernüchternd aus: „Derzeit entspricht unser Park leider nicht den Anforderungen, den man an einen englischen Landschaftsgarten stellen muss.“ Die Anlage, vor über 200 Jahren von Karl Heinrich August von Lindenau geschaffen, sei eigentlich ein Aushängeschild von Machern und sachsenweit bekannt. „Doch in diesem Zustand können wir nicht mit ihr werben.“ Der Zustand schrecke Ausflügler und Spaziergänger eher ab.

Steffen Funke, derzeit kommissarischer Leiter des Bürgeramtes, versprach Hanspach auf der Sitzung eine Antwort. Und diese lässt zumindest Hoffnung aufkommen: „Die Gemeinde hat mitgeteilt, dass sie sich um die Instandsetzung der Wege kümmern will und auch die Bänke in Ordnung gebracht werden. Beides soll bereits bis zum 15. Oktober erfolgen.“ Ein weiteres Ärgernis - defekte Fenster an der Ritterburg - habe die Verwaltung in Augenschein genommen. Hier suche das Rathaus nach einer Finanzierungsquelle für nötige Reparaturen. Die Stolperfalle an der Ritterburg wurde inzwischen abgesperrt, teilte das Rathaus der Vereinsvorsitzenden weiter mit. Instandsetzungsmöglichkeiten würden geprüft.

Dürfen sich Baumpaten nicht mehr verewigen?

Noch keine Lösung gibt es für ein weiteres Problem, das den Parkverein bewegt. „Bei der Erneuerung der Lindenallee sind wir als Verein mit 6000 Euro in Vorleistung gegangen.“ Der Gedanke war, die Kosten über Baumpaten zu refinanzieren. „Das hat bereits in der Birkenallee gut geklappt“, berichtet Johanna Hanspach. Kränkelnde Bäume wurden dort vor Jahren gegen zwei schnurgerade Reihen junger Bäumchen ersetzt. Es fanden sich viele Parkfreunde, die in der Folge die Kosten für die Pflege übernahmen. Eine Messingtafel am Eingang der Allee trägt ihre Namen. Nunmehr, habe sie aus dem Rathaus vernommen, soll das plötzlich nicht mehr gehen. „Wenn wir keine Möglichkeit finden, Baumpaten zu gewinnen, die sich dann natürlich irgendwo verewigt sehen möchten, bleiben wir auf den 6000 Euro für die Lindenallee sitzen.“ Dann werde man auf solche Aktionen in Zukunft verzichten müssen, sieht Hanspach das ehrenamtliche Engagement in Gefahr. Hanka Lesser, Mitarbeiterin der Bauverwaltung, erklärte, jede bauliche Veränderung im Park müsse mit dem Denkmalschutz abgestimmt werden: „Auch wenn es sich nur um ein noch so kleines Schild handelt.“ Eine entsprechende Anfrage beim Landesamt für Denkmalpflege laufe.

Von Simone Prenzel

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