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Wurzen Hindernislauf zur ersten Sportstunde – Zweifeldhalle wird später fertig
Region Wurzen Hindernislauf zur ersten Sportstunde – Zweifeldhalle wird später fertig
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14:04 27.02.2018
Noch immer eine Baustelle: In der Zweifeldhalle an der Bahn soll ab Mitte Oktober Sport getrieben werden können.
Borsdorf

Ob in der neuen Zweifeldhalle der Gemeinde Borsdorf, seit September 2016 im Bau, irgendwann auch Ringer auf der Matte stehen, wird sich zeigen. Gerungen wird allerdings jetzt schon: mit Forderungen nach zusätzlicher Ausstattung, Kosten, Terminen. Die Inbetriebnahme wurde vom 7. August, dem Schuljahresbeginn, auf den 16. Oktober, nach den Herbstferien, verschoben. „Dann ist die Fassade aber immer noch nicht fertig“, sagte Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) im Gemeinderat. „Auf unsere Ausschreibung hat sich nicht eine einzige Firma gemeldet.“ Das sei auch bei den Schlosserarbeiten schon so gewesen. „Es ist momentan sehr schwierig, Handwerker zu bekommen.“ Auch für die Sportgeräte finde sich kein Anbieter. Zur Not werde man sich übergangsweise mit den Geräten aus der Gymnasiums-Turnhalle behelfen. Die offizielle Einweihung ist nun im Januar vorgesehen. „Der Neujahrsempfang findet erstmals in der Mehrzweckhalle statt“, sagte der Bürgermeister. Richtig überzeugt klang er nicht.

Richtig heiß her aber ging es anschließend bei der Debatte um den Mehraufwand für den Brandschutz. Nach Genehmigung der ersten Änderung zum Bauantrag für die Mehrzweckhalle ist in den Nebenbestimmungen – im Brandschutz-Prüfbericht des Brandschutzamtes im Landratsamt – festgelegt, dass die Halle, soll sie auch als Versammlungsstätte für mehr als 199 Personen genutzt werden können, mit einer Brandmeldeanlage mit circa 70 automatischen und nicht automatischen Brandmeldern inklusive Aufschaltung auf die Rettungsleitstelle sowie mit einer automatischen Sprach-Alarmierungs-Lautsprecheranlage auszustatten ist. „Unser Brandschutzbüro hat festgestellt, dass das überzogene Forderungen sind“, so Martin. Es sei absurd, dass für die Sporthalle dieselbe Regelung zur akustischen Alarmierung gelten solle wie für komplizierte Stätten wie Oper oder Gewandhaus. „Bei uns gibt es nur einen großen Raum, die Halle im Erdgeschoss, und der hat mehrere Fluchtwege. Das Problem ist, dass sich das Amt nicht an das hält, was besprochen wurde“, zeigte sich der Bürgermeister sichtlich verärgert. Bereits im September 2015 habe es eine Abstimmung im Landratsamt gegeben, was bei einer Mehrzwecknutzung erforderlich ist, also wenn neben Schul- und Vereinssport hier auch Abiturientenball, Podiumsdiskussionen, Sportveranstaltungen sollen stattfinden können. „Im Brandschutzkonzept ist die Mehrzwecknutzung bereits enthalten. Das Landratsamt hat nach der Genehmigung für eine Zweifeldhalle im Mai 2016 für die Sportnutzung aber im Juni 2017 noch einen Nachtrag zum Brandschutz für die Mehrzwecknutzung beschieden, das ist nicht normal.“ Den Antrag dazu hatte die Gemeinde gestellt.

Die Nachforderungen summieren sich inklusive zusätzlicher Planungskosten auf brutto 85 000 Euro. „Das sind Schätzungen, noch keine Angebote!“, betonte der Bürgermeister. Im Haushalt ist die Turnhalle mit 3,6 Millionen Euro eingetaktet. Die Mehrkosten sprengen den Rahmen. Ein Transfer innerhalb des Haushaltes von 100 000 Euro zu Lasten der Baumaßnahme Tauchaer Straße soll die Finanzierung des Brandschutzes sichern und zugleich etwas Luft schaffen, falls künftige Vergaben über Kostenschätzungen liegen. Der Vorschlag der Verwaltung wurde angenommen, allerdings stimmten von 13 anwesenden Gemeinderäten nur acht dafür.

Margitta Moritz (FWB) erinnerte daran, dass die Gemeinde ursprünglich einen Bauantrag für eine Zweifeldhalle gestellt habe, sich der Brandschutznachweis nur darauf beziehe. „Die Mehrkosten waren absehbar.“ Zumindest sei die angestrebte Mehrfachnutzung nicht fördermittelschädlich, konnte Bauamtsleiter Marcus Planert beruhigen: „Allerdings sind bestimmte Dinge wie der Tribünenausbau nicht förderfähig.“ Tobias Uhlmann (parteilos) hingegen zog für sich die Reißleine: „Da wir bereits über der Kalkulation liegen und der Gemeinde einen Berliner Flughafen ersparen wollen, bin ich gegen die Umnutzung in eine Mehrzweckhalle. Niemand weiß, wann die nächsten Nachträge einflattern.“ Sein Gegenüber von der CDU sah das ganz anders: „Wollen wir jetzt, nachdem wir schon 200 000 Euro mehr ausgegeben haben an Stellen, auf die wir keinen Einfluss hatten, wie beim Baugrund, nur eine Sporthallennutzung?“, fragte Katharina Wagner. „Es kann nicht sein, dass wir aus finanziellen Gründen sagen, es geht nicht weiter.“

Inzwischen gibt es zumindest eine teilweise Entspannung der Lage. Wie Martin auf Nachfrage der LVZ informierte, sei das Brandschutzamt der Gemeinde bei einem von Martin erbetenen Termin ein Stück entgegengekommen. „Die sprachakustische Alarmierung für 35 000 Euro kann wegfallen.“ Allerdings entfalle damit auch ein Synergieeffekt für die Beschallung der Halle, die 16 000 Euro koste. – Ersparnis gesamt also 19 000 Euro.

Von Ines Alekowa

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