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Wurzen Hoburger Heim gibt jungen Polen eine Chance
Region Wurzen Hoburger Heim gibt jungen Polen eine Chance
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23:16 11.09.2018
Praktischer Erfahrungen für die Heimat: Diese sammeln die polnischen Studenten Valerij Pankiv (r.) und Bartosz Bajsarowiczbei einem dreimonatigem Einsatz im Seniorenpflegeheim „Haus Alma“ in Hoburg. Quelle: Frank Schmidt
Lossatal/Hoburg

Das Seniorenpflegeheim in Hohburg ist vor gut einem halben Jahr eröffnet worden und derzeit zu zwei Dritteln belegt. Unter den Pflegekräften befinden sich nun auch zwei polnische Studenten, die in ihrer heimischen Woiwodschaft Opole studieren und derzeit ein dreimonatiges Praktikum im Haus Alma absolvieren.

Künftige Physiotherapeuten im Studentenaustausch

Der Kontakt wurde über Waldemar Swiatecki hergestellt, der polnische Wurzeln hat und als Projektleiter bei die Kafril Unternehmensgruppe tätig ist, die wiederum Träger der neuen Senioreneinrichtung ist. Natürlich hat er noch immer Kontakte in seine Heimat, so dass er auch weiß, dass die polnischen Ausbildungsstätten für den Studentenaustausch Partner in ganz Europa suchen. Auf diesem Weg sind Valerij Pankiv (22) und Bartosz Bajsarowicz (19) nach Deutschland gekommen. Beide studieren in Opole fünf Jahre an einer medizinischen Hochschule und streben den Magister im Fach Physiotherapie an.

Praktikanten sprechen im Job deutsche Sprache

„Bei uns im Haus Alma sind sie in der sozialen Betreuung der Bewohner tätig“, erklärt die Geschäftsführerin und Leiterin des Hauses, Heike Formann. Dazu gehören nicht nur tägliche Übungen zur Beweglichkeit. Die jungen Männer gehen mit den Bewohnern spazieren und lesen ihnen aus Büchern und Zeitungen vor. „So gut es eben schon geht“, schränkt Formann ein. Denn der Einsatz werde dazu beitragen, „dass die beiden polnischen Praktikanten die deutsche Sprache erlernen und festigen, was ebenfalls Ziel des Studentenaustausches ist.“ Die beiden Praktikanten hätten einen guten Einstand gegeben. „Ohne Wenn und Aber, sie machen das wirklich ganz toll. Und wissen Sie was, das junge Blut tut auch unseren Bewohnern sichtlich gut, weil es dann doch ein ganz anderer Umgang mit ihnen ist.“

Guter Umgang mit älteren Bewohnern

„Zu meiner Hauptmotivation für die Arbeit im sozialen Bereich gehört der Wunsch, anderen Menschen helfen zu wollen“, sagt Valerij Pankiv, der damit seine soziale Ader und ein weiches Herz zeigt. Eigenschaften, die man ihm nicht sofort ansieht. Denn er treibt in seiner Heimat aktiven Sport und ist nicht nur ordentlich trainiert, sondern auch noch 1,97 Meter hoch. Dennoch, so freut es die Hausleitung, habe er auch ein feines Händchen im Umgang mit älteren Menschen. „Ich bin mir bewusst, dass ich auch mal älter werde und auf die professionelle Hilfe Jüngerer angewiesen sein könnte“, nannte der Sportsmann einen weiteren Grund.

Neugierig auf Land und Leute

Positiver Nebeneffekt des Studentenaustausches sei für beide das Kennenlernen anderer Länder sowie deren Sitten und Bräuche, sagt Bartosz Bajsarowicz, der nur 15 Zentimeter kleiner und nicht minder sportlich ist. „Was ich bisher in meinen zwei Semestern in Polen theoretisch gelernt habe, konnte ich hier praktisch umsetzen, was mich sehr zufrieden und glücklich macht“, sagt er. Das seien Erfahrungen, die er mit nach Hause nehmen möchte. „Obwohl es bei uns Altenpflege und Seniorenbetreuung wie hier in Deutschland noch nicht gibt, aber sie ist im Entstehen“, so der junge Mann, der in seiner Heimat eine berufliche Zukunft sieht.

Die 87-jährige Hausbewohnerin Annelies Müller bringt ihre Zufriedenheit mit den jungen Männern so auf den Punkt: „Wir fühlen uns bei ihnen gut aufgehoben, denn man merkt, dass sie ihre Arbeit gerne machen.“

Von Frank Schmidt

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