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Hohburger Bürgermeister im Bart-Streik

Hohburger Bürgermeister im Bart-Streik


Hohburg. Seit dem 22. September verzichtet der Hohburger Bürgermeister Uwe Weigelt auf seine tägliche Rasur.

. Mit seiner Aktion will er zeigen, wie lange es in Sachsen mitunter dauert, ehe es für vernünftige Investitionen grünes Licht gibt. Der Bürgermeister sieht in bürokratischen Hürden den geplanten Bau des Altenpflegeheims am Kaolinsee und damit die Standortoptimierung des Hohburger Mineralfutterwerkes in Verzug. Angestrebt war, in diesem Monat mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Der aktuelle Stand des Bartwuchses wird dokumentiert und landet jede Woche auf dem Schreibtisch von Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Dabei schließt Weigelt beim kräftigen Wuchs seiner Manneszier nicht aus, dass er es bei diesem Streik zu einem stattlichen Vollbart bringen könnte. Das machte er gestern auch im Gemeinderat deutlich.

„Ich will niemand unter Druck setzen, sondern zum Ausdruck bringen, wie lange es in Sachsen dauert, bis Entscheidungen über vernünftige Investitionen zu Ende gebracht werden", hebt Weigelt hervor. „Ich werde mich nicht mehr rasieren, bis zu dem Tag, an dem wir den Stempel unter die Baugenehmigung für das Altenpflegeheim bekommen."

Das Vorhaben, darüber sind sich alle Beteiligten klar, weicht vom Landesentwicklungsplan ab, der Einrichtungen der Altenhilfe zur Stärkung der Mittelzentren vorsieht. Die Wurzener freilich haben im Stadtrat beschlossen, den Hohburgern im Interesse der Region dabei keine Steine in den Weg zu legen. „Wir haben gehofft, dass die Raumordnungsbehörde der Landesdirektion das notwendige Zielabweichungsverfahren wohlwollend begleitet", räumt Weigelt ein. Diesen Eindruck habe allerdings ein Sondierungsgespräch am 8. September, an dem auch Dietmar Röhl und Gabriele Böhme vom Referat Raumordnung teilnahmen, nicht vermittelt.

Die Gemeinde gehe jetzt in dieses Verfahren, das mit Geld aber vor allem Zeit verbunden sei, die dem Bau davonlaufe. Weigelt veranschlagt Verzögerungen von mindestens einem Vierteljahr. Davon aber hänge nicht nur das Altenpflegeheim der lu-ka Sozialimmobilien Gmbh mit 87 Plätzen ab, das ursprünglich im Dezember 2011 fertig sein sollte. Auch das Mineralfutterwerk, auf dessen Gelände das neue Haus entstehen soll, sei am Hohburger Standort nur durch schnellen Flächenverkauf zu optimieren und nachhaltig zu sichern. Am meisten ärgert Weigelt bei der Verzögerung, dass Hohburger, die von einem Tag auf den anderen einen Platz im Pflegeheim brauchen, hinter die Kreisgrenze nach Althen abgeschoben werden. In Wurzen gebe es Wartelisten von zwei Monaten. Weigelt: „Althen ist alles andere als wohnortnah. Dabei ist das ebenso wie soziale Integration ein Ziel im Landesentwicklungsplan."

Der eigenwillige Rasierstreik des Hohburger Bürgermeisters habe zumindest dazu geführt, dass sich Tillich bereits mit der Landesdirektion zum Sachstand ausgetauscht habe. Am 7. Oktober, so Weigelt, sei das nächste Bart-Foto fällig.

Ingrid leps

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