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Wurzen Hohburger Matthias Müller gönnt sich zum 60. Geburtstag eine eigene Fotoschau
Region Wurzen Hohburger Matthias Müller gönnt sich zum 60. Geburtstag eine eigene Fotoschau
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16:04 13.02.2018
Zum 60. Geburtstag beschenkt sich Matthias Müller selbst: mit einer eigenen Fotoausstellung. Sie widmet sich seiner Sehnsucht nach dem Meer.  Quelle: Foto: Haig Latchinian
Lossatal

 Wenn der Hohburger Matthias Müller durch das Loch im Hühnergott illert, dann scheint es, als erblicke er immer aufs Neue das Licht der Welt. Vielleicht bereitete sich der Leiter des Steinarbeiterhauses zu seinem 60. Geburtstag auch deshalb selbst das schönste Geschenk: eine Sonderausstellung mit eigenen Fotografien über seine geliebte Ostsee.

„Sehnsucht nach dem Meer“ heißt die Schau, die am Sonntag von 13 bis 16 Uhr erstmals zu bestaunen ist: typische Windflüchter auf dem Darß, spektakuläre Kreidefelsen auf der Insel Mön, malerische alte Häuser wie das Café Tonart in Born oder die Fischerkate in Prerow, Bilderbuchorte wie Gudhjem oder Svaneke auf Bornholm. Gerade für die beiden letztgenannten dänischen Feriengebiete ergehen regelmäßig Reisewarnungen: „Vorsicht, es besteht die Gefahr, dass Sie nie mehr in die Heimat zurück wollen.“

Da kann der Jubilar nur müde lächeln. Er mag die Ostsee wirklich sehr, lieben aber könne er nur Hohburg. Und tatsächlich überrascht der Titel seiner Fotoausstellung. Denn wer in der Hohburger Schweiz, noch dazu direkt zwischen Großem und Kleinem Berg im Tal der Lossa wohnt, kann nicht wirklich Sehnsucht nach einem anderen Ort verspüren.

Wer wüsste das besser als Müller selbst: Als „Ranger“ im Geopark Porphyrland führt er Gruppen, allen voran Schulklassen, entlang des Bergbaupfades sowie zu den Wind- und Gletscherschliffen. Er weiß, dass Sturmtief Friederike auch sein Revier nicht verschonte. Gerade auf dem Löbenberg hat es Bäume entwurzelt: „1912 wütete in Hohburg eine Windhose. Dächer wurden abgedeckt. Sogar der sächsische König hatte sich vor Ort ein Bild von den Schäden gemacht“, so Müller. Der Diplom-Historiker ist Vorsitzender des Heimatvereines, Mitglied im Nachbarvorstand und seit über 30 Jahren Museumsleiter im weit über die Region hinaus bekannten Steinarbeiterhaus: 1802 wurde es als Bauernhaus errichtet, 100 Jahre später von einer Steinarbeiterfamilie bewohnt. 1980 gestalteten es Heimatfreunde vom Kulturbund zum Museum um. 62 Sonderausstellungen initiierte Müller im Laufe der Zeit: Unvergessen die Bauernhofbilder, die Schau zum Wintersport, der Tante-Emma-Laden. „Ich dachte, zu meinem runden Geburtstag gönne ich mir eine eigene Fotoschau“, lacht der Jubilar und wählte die stimmungsvolle Gegenlichtaufnahme eines Zweimasters als Titelbild. Das Fotografieren ist seine Leidenschaft: Als Schüler besuchte er den Fotozirkel seines Vaters und „Rundblick“-Chefs Manfred Müller. Von 1976 bis 1999 steuerte er zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos für besagte Heimatzeitschrift bei, überraschte seit 1989 immer wieder mit Reportagen und zwischenzeitlich sogar Aktfotografien in diversen Steinbrüchen, 1998 und 2002 auch mit Fotodokumentationen zu Wetterfahnen und Fachwerkhäusern im Wurzener Land. Für das „Hohburger Dorfbuch“ schoss er 2005 und 2006 etliche Landschafts-, Orts- und Luftbilder. Das war etwa die Zeit, in der er erstmals verstärkt auch die Ostsee ins Visier nahm.

Wurzeln, Pilze, Steine und Meer: Die 70 Fotos der fünf Ostseeinseln, allesamt ohne computertechnische Nachbearbeitung, kommen fast durchweg ohne Menschen aus und haben dennoch Gesicht. Als Attraktion zum Anfassen gibt’s die beiden bildschönen drei Kilo schweren Hühnergötter dazu. „Meine Frau Martina sammelt die, hat inzwischen mehr als 300 davon“, verrät der Vater zweier erwachsener Söhne. Er ist an diesem Wochenende nicht der einzige Müller in Hohburg, der 60. Geburtstag feiert. „Ich habe noch einen Zwillingsbruder, Gunter. Wir verstehen uns sehr gut, sehen uns aber leider nicht zum Verwechseln ähnlich.“

Von Haig Latchinian

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