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Wurzen Hunde und Katzen in Wurzen unterm Hammer – Versteigerung geplatzt
Region Wurzen Hunde und Katzen in Wurzen unterm Hammer – Versteigerung geplatzt
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16:59 27.06.2017
Kater Donald ist neugierig, was Annett Hohler vom Veterinäramt da so aufzuschreiben hat. Quelle: Foto: Frank Schmidt
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Wurzen/Borna

Wenn Jana Hecking sich an den Tag erinnert, an dem sie kürzlich in der Wohnung einer Nachbarin zwölf verwahrloste Katzen und zwei Hunde gefunden hat, stehen ihr Schock und Ekel ins Gesicht geschrieben. Die 31-Jährige Bornaerin hatte einen beißenden Geruch aus der Wohnung wahrgenommen. Als sie und der Hausmeister sich Zutritt verschafften, fanden sie Katzen in Transportboxen, die sich stapelten. Im Bad waren ohne Licht zwei Hunde eingesperrt – tagelang. Weitere Katzen fanden sich in einem anderen Zimmer. Die Tiere wurden vom Veterinäramt beschlagnahmt und auf Pflegestellen aufgeteilt, um dort aufgepäppelt zu werden.

Bei einer Versteigerung am Dienstag sollten sie nun veräußert werden, denn „die Tiere haben per Gesetz einen wirtschaftlichen Wert, der Besitzer ein Recht auf eine gewisse Entschädigung“, erklärte Landkreissprecherin Brigitte Laux. Diese Praxis sorgte für Unmut unter Tierschützern – auch bei Hecking selbst, die mehrere Jahre im Tierheim Oelzschau tätig war. Insgesamt sieben Tiere wurden ins Berufliche Schulzentrum nach Wurzen gebracht, um dort potenziellen Interessenten vorgestellt zu werden. Die restlichen Tiere waren körperlich oder mental noch nicht fit genug, so Laux. Hecking: „Ich hatte Angst, dass die Katzen hier wieder in Transportboxen sitzen und massenweise Leute da sind.“ Tatsächlich hatten unter den strengen Augen von Tierschützern nur jeweils zwei Personen Zutritt zu Raum 103, in dem die Katzen sich frei bewegen – und zurückziehen – konnten. Die Hunde waren in den knapp eineinhalb Stunden auf einem Spaziergang, sollten dort entspannt potenzielle Herrchen beschnuppern.

Doch statt Interessenten kamen ausschließlich Tierschützer. Außer Hecking selbst, die einer tauben Katze, die zum Termin noch nicht gesund war, ein Zuhause bieten möchte, fand sich kein privater Käufer. Die vorgestellten Tiere wurden stattdessen von Tierschutzvereinen erstanden, die ihnen eine Vermittlung nach den strengen Standards in den Tierheimen ermöglichen wollen. „Bei dieser Veräußerung gibt es keine Vorprüfung der Halter, kein Kennenlernen zwischen Tier und Mensch“, hieß es etwa von Nicole Köhler von der Tierhilfe Leipzig Land, die auch lautstark Heckings Entscheidung zu kaufen statt zu adoptieren kritisierte.

Ruhiger und doch mit Nachdruck äußert sich Elvira Henkel vom Tierheim Oelzschau. „Dafür, dass es diese gesetzlichen Regelungen gibt, kann das Amt nichts. Aber wie damit umgegangen wird, ist nicht richtig.“ Von der aggressiv geäußerten Kritik einiger Anwesender hält sie nichts. „Das ist kontraproduktiv. Wir sollten gemeinsam nach einer Lösung suchen.“ Dazu forderte Ricarda Keller vom Tierheim Schkortitz die anwesende Sachgebietsleiterin für Tierschutz, Claudia Preising, ausdrücklich auf. Diese zeigte sich zu Gesprächen bereit, betonte, dass es diese auch diesmal gegeben habe.

Sie zeigte sich bestürzt von dem Unmut, der ihr entgegenschlug. „Nennen sie mich naiv, aber ich hatte wirklich gehofft, dass wir für die Tiere heute ein neues Zuhause finden.“ Sie habe mit mehr Vertrauen in die Behörde gerechnet, gab aber zu, dass die Kommunikation im Vorfeld, wo von einer Versteigerung die Rede war, unglücklich war.

Von Nathalie Helene Rippich

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