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Hundebesitzer sollen mehr zahlen

Hundebesitzer sollen mehr zahlen

Endlich sind die Zahlen öffentlich: Bisher war die Anhebung der Hundesteuer eine der größten Geheimsachen der Stadtverwaltung.

Geheimsachen der Stadtverwaltung. Sie wurde immer im nicht-öffentlichen Teil der Stadtrats- oder der Ortschaftsratsitzungen diskutiert. Doch nun ändert die Stadt ihre Strategie. Am 6. September wird über die Erhöhung der Steuer öffentlich beraten. Aus der Vorlage geht schon jetzt hervor: Die Steuer pro Kalenderjahr soll um 50 Prozent steigen.

Zum 1. Januar 2011 soll der Steuersatz für den ersten Hund von 40 Euro auf 60 Euro angehoben werden. Für den zweiten und jeden weiteren Hund sind statt bisher 60 Euro dann 90 Euro vorgesehen. Auch für sogenannte gefährliche Hund – darunter fallen American Staffordshire Terrier, Bullterrier oder Pitbull Terrier sowie Kreuzungen der Rassen – sollen die Steuern steigen: Der erste Hund wird dann steuerlich mit 150 Euro statt 100 Euro veranschlagt. Die Steuerlast für jeden weiteren gefährlichen Hund soll sich von 200 Euro auf 300 Euro erhöhen. Die Zwingersteuer für Zuchthunde steigt laut Planung darüber hinaus von 20 Euro auf 30 Euro.

Doch nicht nur in die Höhe der Steuern soll vom Stadtrat eingegriffen werden. Laut Vorlage ist geplant, den Beginn und das Ende der Steuerpflicht zu verschieben. Bisher musste der Halter eines Hundes, der nach dem 1. Januar eines Jahres drei Monate alt war oder zu sich geholt wurde, erst mit Beginn des nächsten Quartals die Steuer zahlen. Nun soll die Steuerschuld schon in dem ersten Folgemonat gezahlt werden. Allerdings endet die Steuerpflicht nach dem Tod des Hundes schon im Monat darauf.

Auch Ausnahmen fallen weg. So waren in der alten Hundesteuersatzung Jagdhunde von der Steuerpflicht enthoben. Nun soll auch für sie gezahlt werden. Laut Stadtverwaltung sind von der neuen Regelung aber nur acht Hunde betroffen.

Die Stadt begründet die Änderungen mit der angespannten Haushaltssituation. „Wir versprechen uns deutlich mehr Einnahmen", sagte Stadtsprecherin Cornelia Hanspach. „Immerhin sind in Wurzen rund 2000 Hunde gemeldet." Daneben werde auch ein ordnungspolitisches Ziel mit der neuen Hundesteuersatzung verfolgt. „Die Stadt ist mit Hundekot stark verschmutzt. Wir wollen auch dagegen mit der neuen Steuererhöhung vorgehen", so Hanspach. Die Zahl der Hunde im Gemeindegebiet könne so verkleinert werden.

Im Vergleich mit anderen Kommunen hält die Stadtverwaltung die neuen Steuersätze für moderat. „Die Kämmerei hat sich die Steuern in den Kommunen rund um Wurzen angeguckt. Mit den neuen Höhen liegen wir gut im Mittelfeld", so Hanspach.

Die Bandbreite der Hundesteuersätze ist im Muldental allerdings groß: Bei den normalen Hunden variieren die Preise zwischen 30 Euro und 60 Euro für den ersten Vierbeiner. Wurzen liegt – falls der Stadtrat der Änderungen zustimmt – im oberen Bereich. Der Zweithund ist mit 100 Euro in Mutzschen am teuersten. Die meisten Kommunen

haben sich hier bei 60 Euro eingependelt – 30 Euro unter dem Wurzener Tarif. Kai Kollenberg

 

Wurzen. Die Stadt Wurzen will ihre Gemeindefinanzen mit Hilfe der Hundebesitzer aufbessern. Zum

1. Januar plant sie eine Anhebung der Hundesteuer. Der Verwaltungsausschuss berät am 6. September öffentlich über die Vorlage. Der Stadtrat wird am 22. September entscheiden.

Kai Kollenberg

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