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Wurzen Illegale Schlachtung? Wurzener Fleischerei von Polizei durchsucht
Region Wurzen Illegale Schlachtung? Wurzener Fleischerei von Polizei durchsucht
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14:34 05.02.2019
Polizeibeamte haben diesen Hinterhof eines Wurzener Schlachtbetriebes im Visier, dessen Besitzer ein ausgesprochenes Schlachtverbot missachtet habe. Quelle: Frank Schmidt
Wurzen

Am Dienstagvormittag fand in Wurzen ein Polizeieinsatz statt, der zwar wenig spektakulär ablief, wohl aber äußerste Brisanz besaß. In einem Hinterhof in der Friedrich-Engels-Straße haben die Beamten die Räumlichkeiten inklusive Nebengelasse und Fahrzeuge eines Schlachtbetriebes durchsucht.

Behörde im Landkreis Leipzig zeigt Wurzener Fleischer an

Involviert waren Mitarbeiter vom Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt im Landkreis Leipzig. Diese Behörde, so informierte der Einsatzleiter vor Ort über den Anlass der „polizeilichen Maßnahme“, habe bei der Staatsanwaltschaft Leipzig Anzeige im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Lebensmittelgesetz erstattet.

Dem Besitzer dieser Fleischerei mit eigener Schlachtung im Hinterhof wird vorgeworfen, behördliche Auflagen missachtet und trotz eines Verbots unter unhygienischen Bedingungen weiter Schlachtung vorgenommen zu haben. Quelle: Frank Schmidt

Auf Nachfrage beim Landratsamt wurde das von Sprecherin Brigitte Laux grundsätzlich so bestätigt. Doch mit Verweis auf ein laufendes Verfahren verwies die Behördensprecherin an die Staatsanwaltschaft in Leipzig. Oberstaatsanwalt Ricardo Schulz bestätigte die Aktion.

Unternehmer missachtet behördliches Schlachtverbot

Denn es gebe ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Leipzig, weil der Verdacht bestehe, dass durch den Wurzener Fleischer gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch verstoßen werde. „Anlass ist, dass der Beschuldigte trotz Schlachtverbots, welches bereits 2014 vom Landratsamt ausgesprochen wurde, weiterhin offensichtlich im Hinterhaus Schlachtungen durchführt. Nach den bisherigen Ermittlungen soll das unter unhygienischen Zuständen passieren“, so Schulz. Gerade diese Zustände hätten zum ausgesprochenen Schlachtverbot geführt, was aber „vom Beschuldigten missachtet wurde beziehungsweise wird“, sagte der Oberstaatsanwalt.

Der Eigentümer eines Wurzener Schlachtbetriebes (im weißen Kittel) muss sich gefallen lassen, dass seine Räumlichkeiten von der Polizei im Rahmen staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen gründlich durchsucht werden. Quelle: Frank Schmidt

Damit bestehe ein Straftatverdacht, der die Staatsanwaltschaft aktiv werden ließ. Weiteren Angaben zufolge habe der zuständige Ermittlungsrichter einen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschluss erwirkt, welcher von der Polizei im Beisein von Mitarbeitern des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes realisiert wurde.

Durchsuchungsmaßnahmen zeitgleich an fünf Standorten

Des Weiteren informierte Schulz darüber, dass es zeitgleich in fünf verschiedenen Objekten solche Durchsuchungs- und Beschlagnahmemaßnahmen gegeben habe. Der Betrieb in Wurzen ist der einzige im Landkreis Leipzig. Drei weitere Durchsuchungsobjekte gab es im Landkreis Nordsachsen und ein fünftes in Sachsen-Anhalt.

Da dem Wurzener Schlachthof eine Gaststätte angeschlossen ist, betont Schulz, dass sich die Ermittlungsmaßnahmen ausschließlich gegen den Schlachtbetrieb richten.

Polizeifahrzeuge in der Friedrich-Engels-Straße lassen einen Polizeieinsatz vermuten, der zwar mit hoher Brisanz tatsächlich in einem Schlachtbetrieb stattfand, jedoch unspektakulär ausfiel. Quelle: Frank Schmidt

Schlachtverbot für Wurzens Fleischer immer noch aktuell

Dem Wurzener Fleischer sei seit dem ausgesprochenen Verbot als Schlachtbetrieb die Zulassung bislang nicht wieder erteilt worden. Mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen wollte sich Schulz zu ersten Ergebnissen nicht äußern. „Aber wie immer gilt die Unschuldsvermutung. Es besteht bisher der Verdacht, dem wir nachgehen, um zu sehen, ob er sich erhärtet“, schloss Schulz seine Ausführungen in dieser Sache.

Von Frank Schmidt

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