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Wurzen In Borsdorf in drei Schritten zum schnellen Internet
Region Wurzen In Borsdorf in drei Schritten zum schnellen Internet
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14:09 23.02.2018
Glasfaser-Netze gelten als Schlüssel zur Gigabit-Gesellschaft, sie ermöglichen ganz neue Dienste im Netz. Quelle: LVZ-Archiv
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Borsdorf

Die DG ist seit 2017 in Mitteldeutschland engagiert, ist laut Kölling „sehr erfolgreich“ in Thallwitz gestartet, aktuell in Bad Düben beim Netzausbau und will als nächstes Brandis angehen. Ausgangspunkt für die jeweilige Initiative der DG mit Fokus auf dem ländlichen Raum – „Großstädte sind in der Regel gut versorgt“ – ist der Breitbandatlas des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Hier hatte die DG auch die Gemeinde Borsdorf als unterversorgt ausgemacht.

Der Kontakt zum Bürgermeister war der nächste Schritt. Und Ludwig Martin (CDU) machte kein Hehl daraus, dass er den Vorstoß der DG begrüßt. „Wir als Bürgermeister haben lange kritisiert, dass die Gemeinden den Breitbandausbau finanzieren sollen, weil der Bund die Telekom privatisiert hat. Wenn wir jetzt etwas unterstützen, dann wollen wir eine Zukunftstechnologie.“

Werbung für Glasfaser

Kölling nutzte den ausgerollten roten Teppich, um im Gemeinderat kräftig für den Ausbau mit Glasfaser – und zwar bis in die Wohnung – zu werben. Dem von der Telekom favorisierten Modell, Kupferkabel vom Verteiler bis zum Abnehmer zu belassen, erteilte er eine Absage: „Je länger diese Strecke und je mehr Nutzer daran, um so schwächer die Leistung. Sie kaufen 100 Mbit/s und bekommen 70.“

Der Manager listete viele Bereiche auf, in denen leistungsstarkes Glasfasernetz – wenn nicht schon jetzt, dann in naher Zukunft – eine Rolle spielen wird: Fernsehen in Full HD ist nur einer, Home Office, Smart Home, Online-lernen, weitere. Insbesondere Telemedizin werde Standard, prophezeite er, „denn auf dem Land sinkt die Anzahl der Ärzte, die Wege werden länger. Per Internet aber können Daten übermittelt und im Notfall kann sofort reagiert werden. Das ist ein Stück Lebensqualität“.

Erschließung in drei Schritten

Die DG möchte die Gemeinde in drei Schritten erschließen, beginnend mit Zweenfurth. „Hier ist die Versorgung am schlechtesten.“ Panitzsch/-West soll folgen, dann der Ortskern Borsdorf, denn die 320 Wohneinheiten An der Parthenaue seien über Vodaphone schon mit 400 Mbit/s versorgt, erklärte Kölling. Beim DG-Partner Envia-Tel liegen Gewerbegebiet West und Technologiezentrum.

Voraussetzung für die Erschließung: 40 Prozent der Haushalte nehmen während einer dreimonatigen Nachfragebündelung das Angebot an. „So viel brauchen wir, denn wir arbeiten privatwirtschaftlich, ohne Steuergelder.“ Für Borsdorf steht aus zwei Milliarden Euro Investvolumen der DG eine Million zur Verfügung. Ausgebaut werden am Ende 100 Prozent, so dass auch einem späteren Anschluss nichts im Weg steht. Der allerdings koste 750 Euro, während er in der Nachfragebündelung kostenlos ist. Die Kunden, die sich hier für zunächst zwei Jahre binden, können aus vier Paketen – 100, 200, 500 Mbit/s und 1 Gigabit/s – wählen und zahlen im ersten Jahr einen Einstiegspreis. „Im Spätsommer 2019 könnte Borsdorf komplett mit Glasfaser versorgt sein“, stellte der Manager in Aussicht. „Ich hoffe, wir haben dazu den ersten Schritt getan“, sagte der Bürgermeister und forderte die Anwesenden auf, als Multiplikatoren für das Projekt zu werben.

Von Ines Alekowa

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