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Wurzen In Brandis wird Reis mit Milch statt Reptilien-Suppe serviert
Region Wurzen In Brandis wird Reis mit Milch statt Reptilien-Suppe serviert
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10:17 07.03.2016
Von Rumba bis Cha-Cha-Cha: Neben Gebeten standen am Freitagabend in Brandis bei einer Veranstaltung zum Weltgebetstag lateinamerikanische Tänze auf dem Programm. Quelle: Roger Dietze
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Brandis

Das Erstaunen wäre ganz sicher groß gewesen, hätten die Gäste der von den Kirchgemeinden Brandis und Machern am Freitagabend im Brandiser Kirchgemeindesaal organisierten Weltgebetstag-Veranstaltung Leguan- und Eidechsenfleisch auf der Speisekarte vorgefunden. Denn der Karibik-Staat Kuba, der in diesem Jahr im Zentrum des rund um den Globus begangenen Weltgebetstages stand, ist auch kulinarisch von einer Vielzahl von Einflüssen inklusive afrikanischer geprägt, so dass solche für Mitteleuropäer ausgesprochen exotischen Gaumenfreuden Eingang in kubanische Kochbücher gefunden haben.

„Da aber die kubanische Küche viele alternative Gerichte bietet, haben wir einvernehmlich von Reptilien-Suppe Abstand genommen“, berichtet das Macherner Kirchgemeindemitglied Elke Nieber augenzwinkernd. „Außerdem haben wir sowieso den Schwerpunkt auf vegetarische Speisen gelegt.“ Vegetarische Speisen, deren Palette vom kubanischen Reissalat über Muffins und Erdnusskuchen bis hin zur Gemüsesuppe und zu „Reis mit Milch“ reichten, derweil für Liebhaber fleischlicher Genüsse auch ein kubanisches Geflügelgericht im Angebot war.

Die Gaumenfreuden waren jedoch am Freitagabend im Brandiser Kirchgemeindesaal nur schmückendes Beiwerk einer Veranstaltung, in deren Mittelpunkt seit mittlerweile gut 100 Jahren wie es bereits der Name andeutet das Beten steht. Der Weltgebetstag ist eine weltweite Basisbewegung christlicher Frauen, der alljährlich an jedem ersten Freitag im März ökumenisch sprich konfessionsübergreifend begangen wird und in dem der Schwerpunkt in jedem Jahr auf einem anderen Land liegt.

„Kuba hat mit einer Überalterung der Gesellschaft zu kämpfen, entsprechend hat das Thema familiärer Zusammenhalt im Mittelpunkt der diesjährigen, von kubanischen Frauen vorbereiteten Fürbitten und Gebete gestanden“, erläutert Anke Spielvogel aus der Brandiser Kirchgemeinde, bei der die organisatorischen Fäden der Veranstaltung zusammenliefen. So enthielt eine der Fürbitten unter anderem den Dank an Gott dafür, dass verschiedene Generationen unter einem Dach zusammenleben und auf diese Weise Traditionen, Wissen und Gemeinschaft miteinander geteilt werden können.

Geteilt wird im Mutterland des Tabaks und des Rums zudem die Leidenschaft für den Tanz. Entsprechend rhythmisch ging es auch am Freitagabend in Brandis zur Sache, wobei die Gastgeberinnen weder Mühen noch Zeit gescheut hatten, sich in südländisch anmutende Outfits zu wanden, derweil die Temperaturen vor dem Brandiser Kirchgemeindesaal auf dem Weg in den Minusbereich waren.

Positiver Nebeneffekt des ebenso abwechslungsreichen wie informativen Abends ist eine Kollekte, deren Inhalt Projekten für Frauen und Mädchen in dem Karibik-Staat zur Verfügung gestellt werden soll.

Von Roger Dietze

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