Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen In Kollau herrscht weiter Ausnahmezustand
Region Wurzen In Kollau herrscht weiter Ausnahmezustand
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 19.05.2015
Einsatz im Norden des Kreises: Das THW wirft die Pumpen an. Quelle: Andreas Röse

Ähnlich lange hatte nur noch in Pegau, das von den Fluten der Weißen Elster heimgesucht wurde, eine akute Situation geherrscht.

Von Normalität rund um Kollau keine Spur. "Wir pumpen, was das Zeug hält", meinte Uwe Kleinbolting, Einsatzleiter des Technischen Hilfswerks vor Ort. In dem 80-Seelen-Ort, der zur Gemeinde Thallwitz gehört, steht teilweise noch immer das Wasser der Mulde - inzwischen schon eine Woche lang. Zwar hatten die Kommunalen Wasserwerke, die in der Region das Nass für die Versorgung der Stadt Leipzig fördern und hier die Wasserwerke Canitz und Thallwitz betreiben, bereits am Freitagnachmittag die Sicherung einer Bruchstelle südlich von Kollau gemeldet. Doch was der Deich bis dahin durchgelassen hat, bereitet nun um so mehr Kopfzerbrechen. 45 THW-Kräfte aus dem Saarland, Berlin und Nordrhein-Westfalen sind in der Gemeinde im Einsatz, um das Muldewasser zurück zu befördern. Schläuche schlängeln sich über den Deich. Die Pumpen saugen pro Minute 40 000 Liter - Kollau bleibt Brennpunkt..

"Wir erwarten jeden Moment auch noch eine weitere Einheit des THW mit 15 Mann, um das Wasser in Schach zu halten", erklärte der Thallwitzer Gemeindewehrleiter Thomas Pöge am gestrigen Nachmittag. "Aber an die Verstärkung glaube ich erst, wenn ich sie sehe." Der Deich südlich von Kollau ist zwar seit Freitagnachmittag geschlossen, die Brunnenfassungen des Wasserwerkes Thallwitz und auch Bereiche von Kollau sind aber immer noch nicht trocken", macht Pöge den Ernst der Lage deutlich. "Wenn wir aufhören würden zu pumpen, würde Kollau wieder volllaufen."

Mit immensem Aufwand - unterstützt von Bundeswehr und Katastrophenschutz - war in der Gemeinde in den vergangenen Tagen gleich gegen zwei Deichbrüche gekämpft worden: einen rund 100 Meter langen nördlich des Wasserwerkes Canitz in Richtung Wasewitz und einen 60 Meter breiten anderthalb Kilometer südlich von Kollau. "Beide gehören jetzt auf die Prioritätenliste der Landestalsperrenverwaltung, wenn die Schäden an den Deichen repariert werden", fordert der Thallwitzer Gemeindewehrleiter mit Nachdruck. "Das Leck bei Kollau ist zwar notdürftig verschlossen, aber einem normalen Sommerhochwasser hält dieser provisorisch errichtete Damm nicht stand." Offen wie ein Scheunentor war auch gestern nach wie vor der gebrochene Deich zwischen Canitz und Wasewitz. "Akut bereitet uns diese Schwachstelle keine Probleme. Aber wehe, die Mulde schwillt wieder an." Auch hier müssten dringend wirksame Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Die Kollauer selbst dürfen seit Samstagabend wieder zurück. Die Polizei sperrt den Ort allerdings immer noch ab. Laut Thomas Pöge werden die Zugangskontrollen wohl auch noch andauern müssen. "Die Pumpen werden mindestens bis Mittwoch laufen", schätzt der Leiter des örtlichen Einsatzstabes. Erst danach sei an das große Aufräumen zu denken.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.06.2013

Simone Prenzel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es war eine Katastrophe mit Ansage. Zumindest in den Augen der meisten Nepperwitzer. Für sie ist es sechs Tage nach der erneuten Überflutung ihrer Ortschaft Zeit, die Schuldfrage zu stellen.

19.05.2015

Seit Sonntagnacht ist Kollau in den Fluten der Mulde versunken. Die Hiobsbotschaften kommen von Elbe und Saale. Doch auch die Kollauer erleben in diesen Tagen einen erneuten Schicksalsschlag.

19.05.2015

[gallery:700-NR_LVZ_GALLERY_24732]Bennewitz. Es sind nur wenige Meter, die grenzenlose Erleichterung und massiven Ärger an diesem Morgen trennen. Während Bennewitz in weiten Teilen trocken blieb und sich gestern wieder in die Normalität zurückkämpfte, sind Anwohner südlich der Bahn stinksauer.

19.05.2015
Anzeige