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Wurzen In Machern sitzen die Topverdiener
Region Wurzen In Machern sitzen die Topverdiener
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05:00 10.02.2010
Geldsegen: In Machern sitzen die Topverdiener. Quelle: Andreas Röse
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Nur in diesem Ort des Muldentals leben demnach Menschen, die jährlich über Einkünfte von 500 000 Euro oder mehr verfügen. Zu Mark-Zeiten wären es noch Millionen-Scheffler gewesen.

Aktuell herrscht gerade Empörung in Machern, dass der Freistaat einen 3,2-Millionen-Kredit zurück fordert, der einst zur Überwindung der vom eigenen Bürgermeister herbeigeführten Finanzkrise gewährt wurde. Das ist jedoch nur eine Seite der Machern-Medaille. Stellen die Konsumforscher von der GfK in Nürnberg eine Kaufkraftstudie vor, liegt der Ort immer vorn. Durchschnittlich so viel Geld wie in Machern haben die Bewohner anderer Kommunen nicht zur Verfügung. Und für diesen Durchschnitt sorgen offenbar vor allem Gut-, Besser- und Bestverdiener. Vier Personen verfügen laut der aktuellsten vorliegenden Daten des Statistischen Landesamtes aus dem Jahr 2008 über Einkünfte jenseits der 500 000-Euro-Marke, 13 haben ein Einkommen von 250 000 bis 500 000 Euro, 19 kommen jährlich noch auf über 125 000 und 466 Personen liegen bei Einkünften von 50 000 bis 125 000 Euro.

Die Kehrseite der Medaille: Diese 522 Topverdiener machen unter den Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen in Machern nur bescheidene 19,3 Prozent aus. Für sie ist jedoch eine Einkommensteuer festzusetzen in Höhe von 11,7 Millionen Euro. Der Klub der 522 muss demnach für 75 Prozent der gesamten in Machern veranlagten Einkommensteuer in Höhe von 15,6 Millionen Euro aufkommen, während die übrigen 2181 zwar 80,7 Prozent der Abgabenpflichtigen ausmachen, aber nur für 25 Prozent der Einkommenssteuer aufkommen müssen. Von den absoluten Geringverdienern mit Einkünften unter 10 000 Euro gibt es zahlenmäßig mit 559 ein paar mehr als Topverdiener. Sie bilden 20,7 Prozent der Zahler, doch ihre Abgaben machen nur 0,1 Prozent der festzusetzenden Einkommenssteuer aus.

Der Durchschnittswert der Jahreseinkünfte bei den Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen beträgt nach den vorliegenden Zahlen 32 505 Euro in Machern, an Steuer sind durchschnittlich 5755 festzulegen. Im Vergleich dazu fällt die ehemalige Muldentaler Kreisstadt Grimma deutlich ab. 21 988 Euro an Einkünften und 2868 Euro an Steuer meldet das Statistische Landesamt. Grimma hat zwar fast die dreifache Zahl an Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen im Vergleich zu Machern (7341 zu 2703), doch die festzusetzende Steuer unterscheidet sich mit 21,1 Millionen zu 15,6 Millionen längst nicht so deutlich.

Über die Geldscheine, die Machernern laut dieser Statistik viel intensiver ins Haus flattern als anderen Muldentalern, freut sich aber nicht nur der Bürgermeister in seinem Rathaus. Denn der größte Teil der Einkommenssteuer wird verteilt zwischen Bund und Land, beide greifen jeweils 42,5 Prozent des Gesamtaufkommens ab. Der Kommune bleiben am Ende nur 15 Prozent vom großen Batzen – allerdings neben der Gewerbesteuer noch immer die wichtigste Einnahmequelle der Städte und Gemeinden.

Heinrich Lillie

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