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Industriefabrik Schneider übernimmt insolvente SBA Wurzen GmbH

Unternehmenspleite Industriefabrik Schneider übernimmt insolvente SBA Wurzen GmbH

Nur wenige Wochen nachdem die SBA Wurzen GmbH Insolvenz anmeldete, ist wieder Hoffnung in Sicht. Wie Rechtsanwalt Nils Freudenberg von der Tiefenbacher Insolvenzverwaltung mitteilte, übernimmt die Industriefabrik Schneider aus Großzöberitz (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) den Standort und erhält acht von elf Arbeitsplätze.

Letzte Schweißarbeiten: Mitarbeiter der SBA Wurzen GmbH bereiten zwei Edelstahl-Spezialbehälter für die Auslieferung an die Verbio Vereinigte BioEnergie AG vor.

Quelle: Roger Dietze

Wurzen. Die Industriefabrik Schneider GmbH mit Sitz in Großzöberitz (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) ist neuer Eigentümer der SBA GmbH Wurzen. Bereits am 13. September hatte der traditionsreiche Betrieb in der Dresdener Straße 34 beim Amtsgericht Insolvenz angemeldet.

In wirtschaftliche Schwierigkeiten geriet die Firma durch den Verfall der Ölpreise und der damit verbundenen rückläufigen Nachfrage des petrochemischen Anlagenbaus, informierte Ronny Baar, Unternehmensberater und Geschäftsführer der ABG Consulting-Partner, über die damalige Situation. „Die Sanktionen gegenüber Russland verstärkten den Einbruch am Markt, ein Auftragsausgleich durch neue Kunden gelang dem Management nicht.“ Die angespannte Liquiditätslage zwang SBA schließlich, die Reißleine zu ziehen. Doch nur eine Woche nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. November waren die Verträge für eine Sanierung unter Dach und Fach. Wie Rechtsanwalt Nils Freudenberg, Insolvenzverwalter der Kanzlei Tiefenbacher Insolvenzverwaltung in Leipzig, sagte, wurden verschiedene Optionen für das Wurzener Unternehmen geprüft. „Die Lage war nicht ganz einfach. Daher sind wir froh über die Lösung.“ Denn mit dem Zukauf des Standortes durch die Industriefabrik Schneider bleiben acht der elf Arbeitsplätze erhalten. Darüber hinaus wolle der Investor die jetzige Zweigstelle strategisch weiterentwickeln, bestätigte Freudenberg.

Immerhin verfügt die Industriefabrik Schneider über eine ähnliche Produkt- und Dienstleistungspalette wie SBA. „Das Unternehmen passt super in unser Portfolio. Wir haben eine sehr gute Auftragslage und können nun sogar neue Aufträge annehmen, da wir mit der Übernahme Kapazitäten schaffen“, teilte Geschäftsführer Christian Schneider mit. Zudem ergänzten sich die SBA-Produkte mit denen der Firma in Sachsen-Anhalt, „weshalb wir die Chance haben, unsere etablierten Geschäftsbereiche auszubauen“. So zum Beispiel die Filterfertigung. „Bisher waren wir außerdem eher auf kleinere Anlagen spezialisiert – bei der SBA hingegen sind es größere.“ Über die vorhandenen Fachkräfte in der Muldestadt zeigte sich Schneider glücklich und hofft sogar, einige Mitarbeiter zurückzuholen, die im Zuge der Krise gegangen sind. Die Leitung des künftigen Standortes in Wurzen übernimmt der promovierte Maschinenbauingenieur Daan Peer Schneider.

Im Übrigen firmierte erst im Oktober 2014 die „„Pneumatik-Behälter und -Anlagen GmbH, vormals Richard Klinkhardt KG“ in die „Sonder-Behälter- und Anlagenbau“ (SBA) GmbH Wurzen. Seinerzeit kündigte der vormalige Geschäftsführer Tilo Pomplitz an, die Gesellschaft auf die wandelnden Anforderungen der Märkte auszurichten. Zwei Jahrzehnte lang stellte der Betrieb, der eng mit dem Namen des Wurzener Ehrenbürgers Richard Klinkhardt verbunden ist, verschiedenste Druckbehälter aus Bau- und Edelstahl in Einzel- sowie Sonderanfertigung her.

Zur Geschichte des Unternehmens: Der Leipziger Verlagsbuchhändler Julius Klinkhardt (1810 – 1881) erwarb am 18. Dezember 1871 Grundstück, Gebäude und Ausrüstung der 1870 in Konkurs gegangenen Maschinenfabrik Eppstaedt & Söhlmann und ließ den Besitz im Januar 1871 auf seinen Sohn, Ingenieur Richard Klinkhardt (1846 – 1907) umschreiben. Eröffnet wurde das Geschäft am 1. April 1872; im Juli beschäftigte Klinkhardt bereits 40 Arbeiter. Sieben Jahre später waren es 100. Nach dem Tod Klinkhardts erhielten seine Söhne Johannes (1876 – 1943) und Reinhard (1878 – 1957) am 1. Oktober 1908 die Prokura, stiegen 1911 als Teilhaber ein. Johannes schied 1920 aus der Firma. 1948 trat der Enkel des Gründungsvaters, Richard Klinkhardt (1916 – 2011), ins väterliche Unternehmen ein. Zunächst als Technischer Leiter, ab 1957 bis zur Verstaatlichung 1972 als alleiniger Komplementär und Geschäftsführer und später – bis 1982 – als Direktor des volkseigenen Betriebes (VEB) Pneumatik. Am 2. Juli 1990 erfolgte die Neugründung unter „Pneumatik-Behälter und -Anlagen GmbH, vormals Richard Klinkhardt KG“ mit Geschäftsführer Günter Bosniakowski, ab 2003 bis 2013 mit Reinhart Voigt.

Von Kai-Uwe Brandt

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