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Interesse an der Stadt treibt Neugierige zur Premiere

Interesse an der Stadt treibt Neugierige zur Premiere


Wurzen. Seit Samstag ist der Videofilm über die großen Ereignisse der Stadt aus dem Festjahr zu haben.

. Das Theaterstück zur Pest, der erste Ringelnatz-Lauf sowie der Ringelnatz-Schwoof und auch die bewegten Bilder zum Stadtjubiläum in Verbindung mit dem Landeserntedankfest hat der norddeutsche Filmemacher Ralf Drefin zu einem Film verarbeitet (LVZ berichtete). Etliche Gäste nutzten die Gunst der Stunde und sprachen über ihre Motivation.

Christa Schar hat den Film erworben, noch bevor sie auch nur eine Sequenz davon gesehen hat. „Nein, die Katze im Sack habe ich damit ganz bestimmt nicht gekauft", zeigte sie sich überzeugt. Allerdings war sie erleichtert, dass nicht nur der Festumzug auf dem Film zu sehen ist. „Da war ich zwar nur Zuschauer, aber beim Ringelnatz-Schwoof war ich dabei." Ob auch sie von der Kamera eingefangen wurde? „Da lasse ich mich mal überraschen", meinte die Seniorin. Für ihre Namensvetterin Christa Bär wird es die Chance sein, endlich den Festumzug von Anfang bis Ende zu sehen. Und zwar vom heimischen Sofa aus. Denn: „Beim Festumzug saß ich doch mit auf dem Wagen der Volkssolidarität, da konnte ich den Umzug nicht in Gänze erleben."

Aus Borsdorf kam Martina Heisler eigens zur Filmpremiere in den Schweizergarten. Sie ist zwar in Machern geboren, fühlt sich Wurzen aber durchaus verbunden. Schließlich wohnt ihre Schwester hier, die obendrein noch beim Festumzug mitgewirkt hat. An den Festtagen war Heisler verhindert, die Neugierde auf die Ereignisse blieb aber. „Außerdem gefällt mir die Stadt, wie sie jetzt ist", so die Borsdorferin. Klaus Seifert dagegen ist gebürtiger Wurzener und wohnt seit „ewigen Zeiten" in Leipzig. Zwar habe er weder Verwandte noch Bekannte in der Stadt. „Aber immer wenn es mir möglich ist, bin ich hier. Nur zum Ringelnatz-Schwoof war ich zur Kur. Und deshalb interessiert mich der Film."

Wolfgang Schlesinger verriet, dass er schon viele Dokumente über Wurzen gesammelt hat. „Aber ich habe leider feststellen müssen", so der Rentner, „dass meine Nachkommen daran kein Interesse haben." Mit dem Festumzug verbindet er ein besonderes Erlebnis. „Ich bin an diesem Tag aus dem Urlaub zurückgekommen und konnte mit dem Auto nicht bis zur Haustür in der Querstraße fahren, weil schon alles abgesperrt war." Bilder vom Umzug hat er.„Aber eben nur Bilder. Deshalb möchte ich den Film noch."

Wolfgang Ehrig gab sich als Filmemacher zu erkennen und nutzte die Gelegenheit, mit Drefin über die Aufnahmetechnik zu fachsimpeln. Der Burkartshainer hat schon Dorfveranstaltungen im kleineren Kreis gefilmt, so auch in Sachsendorf. Aber der Festumzug in Wurzen war eine Nummer zu groß, wie Ehrig eingestehen musste. Nicht zu groß für ihn als Hobbyfilmer, sondern zu groß für seine Speicherkarte. „Ich habe am Wettiner Platz gestanden. Eigentlich ein richtig toller Platz, weil ich auch alle Bildkommentare mit aufnehmen konnte, die über die Lautsprecher zu hören waren. Aber die letzten zehn Umzugsbilder fehlen – einfach dumm gelaufen."

Frank Schmidt

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