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Jagddruck: Zahl der Abschüsse im Forstbezirk verdoppelt

Jagddruck: Zahl der Abschüsse im Forstbezirk verdoppelt

Rehe und Wildschweine lassen sich mit vertretbarem Aufwand nicht zählen. Das haben zahlreiche wissenschaftliche Versuche belegt, sagt Andreas Padberg, der Leiter des Forstbezirks Leipzig.

Der Forstbezirk Leipzig bejagt in Nordwestsachsen knapp 13.000 Hektar Waldfläche, darunter bedeutende Waldgebiete wie der Colditzer Forst oder der Wermsdorfer Wald. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich von der Größe des Wildbestandes ein reales Bild zu machen, sozusagen indirekt. Durch die Entwicklung junger Waldbestände, die a priori ein gefundenes Fressen für Rehe, Rotwild oder Damwild sind, so Padberg.

Zwar sei es prinzipiell möglich, den jungen Wald, vor allem Eichen und Buchen, durch einen Zaun zu schützen, damit die hungrigen Tiere nicht an den quasi gedeckten Tisch kommen oder auch durch den Einsatz von sogenannten Verbissschutzmitteln, also Chemikalien auf den jungen Pflanzen etwa, durch die Fressgästen der Appetit vergeht. Aber das ist nicht das Ziel der Forstleute, macht Padberg klar. "Es muss in der Regel möglich sein, den Wald auch so zu verjüngen. Das gilt vor allem für Baumarten, die bei uns zur natürlichen Vegetation zählen." Deshalb werden die Schäden durch Verbiss, wie der Waidmann sagt, in regelmäßigen Abstand stichprobenartig ermittelt. Stellt sich dabei heraus, dass ein wesentlicher Anteil der Aufzuchtflächen, auf denen die jungen Pflanzen wachsen, bedroht ist, "erhöhen wird die Zahlen in unseren Abschussplanungen". Eine Frage des natürlichen Gleichgewichts, wie der Forstbezirkschef sagt.

Prinzipiell gehe es dem Wild im Forstbezirksbereich Leipzig, der neben der Stadt und dem Landkreis Leipzig auch Teile von Nordsachsen und Mittelsachsen umfasst, recht gut. Dabei handelt es sich vor allem um vor allem Schalenwild, dazu zählen Rot-, Reh- und Damwild. Besonders intensiv wird Schwarzwild, also Wildschweine, gejagt. Die haben sich zwar in und um Leipzig aufgrund des konstanten Jagddruckes nicht annähernd so stark ausbreiten können wie etwa in der Millionenstadt Berlin, wo Keiler und Bachen in den Randgebieten fast schon zum normalen Stadtbild gehören, auch wenn sie auf bereits einem Sportplatz in Zwenkau gesichtet wurden. Für die Landwirte, sagt Padberg, sind sie freilich ein großes Problem. Wildschweine geraten deshalb seit Jahren verstärkt ins Visier der Jäger im Forstbezirk.

Im letzten Jagdjahr, das immer am 1. April beginnt und bis zum 31. März des Folgejahres dauert, wurden im Forstbezirk Leipzig 357 Wildschweine erlegt. Die meisten im Wermsdorfer Wald (97) und auf der Böhlener Kippe (42) sowie im Naunhofer Forst (34). Im Durchschnitt der Jahre seit 2006/7 brachten die Jäger im Forstbezirk Leipzig 489 Wildschweine zur Strecke. Im Jagdjahr 2014/15 wurden neben den Wildschweinen auch 1017 Stück sonstiges Schalenwild erlegt. Das frische Wildbret kann über den Forstbezirk Leipzig auch erworben werden, "ein echtes Ökoprodukt aus der Region", wie Padberg betont.

Besonders rasant und damit viel zu gut entwickelt sich der Waschbär, der an sich ein Fremder in unseren Gefilden ist. Das possierlich wirkende Tier hat seine Wurzeln in Nordamerika und wurde in den 30er Jahren in Hessen ausgewildert, was ihm am Ende so gut bekam, dass er längst in Deutschland heimisch ist. "Vor dem Jahr 2000 tauchte er bei uns der Abschussbilanz gar nicht auf", sagt der Forstbezirkschef. Weil er sich aber auch von Autos und Bussen nicht abschrecken lässt, dürfte es kaum eine Stadt geben, in der Waschbären nicht ausreichend Nahrung finden, schließlich schrecken sie nicht einmal vor Adlerhorsten zurück. Sie werden verstärkt gejagt.

Gab es im Forstbezirk 2013/14 insgesamt 34 Abschüsse, so waren es in der Saison 2014/15 mit 68 exakt doppelt so viele. Und die aktuelle Erhebung, die Abschusszahlen seit dem Beginn des neuen Jagdjahres im April lassen einen weiteren Anstieg erwarten. Bisher wurden bis Mitte August 28 Waschbären erlegt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.09.2015

Nikos Natsidis

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