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Wurzen Jazz aus Leipzig begeistert in Großzschepas Ruine
Region Wurzen Jazz aus Leipzig begeistert in Großzschepas Ruine
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00:19 12.07.2017
Rund 250 Besucher lauschten in der Ruine Jazzklängen – die Baby Boomer waren extra aus Leipzig angereist. Quelle: Bert Endruszeit
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Lossatal/Großzschepa

Die Zahlen drei, fünf und 250 charakterisieren das Konzert am Sonnabend im Großzschepaer Rittergut: Zum dritten Mal erklang Jazzmusik zwischen den Grundmauern des einstigen Herrenhauses, seit fünf Jahren existiert der federführende Förderverein Rittergut Großzschepa und rund 250 Besucher schauten vorbei. Für den lauschigen Abend hatte der Verein die Baby Boomer aus Leipzig geholt. „Es war gar nicht so leicht, für die Ferienzeit eine Band zu engagieren“, sagte Vereinschef Jürgen Schmidt. Doch mit dieser Gruppe gelang ein Glücksgriff. Gitarrist Werner Neumann ist immerhin Professor an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater. Gemeinsam mit seinen Bandkollegen Florian Kästner, Robert Lucaciu und Philipp Scholz überzeugte er die Besucher im Nu.

Wie schon im Vorjahr wurde auf die Erhebung eines Eintrittsgeldes verzichtet, stattdessen ging eine Spendenkasse von Hand zu Hand. Zudem fanden unter anderem Fett- und Quarkschnitten hungrige Abnehmer. „Die Blumendeko darauf kommt direkt aus den Großzschepaer Gärten“, betonte Jürgen Schmidt. Zu den sprichwörtlichen guten Geistern am Verkaufsstand zählten Barbara und Marlies Schneider. „Wir schmieren hier ohne Ende Brote, die gehen richtig gut weg“, freuten sich die beiden. Im Vorjahr wanderten an dieser Stelle 600 Schnitten über den Tisch, den Rekord galt es zu knacken. Alles in allem stemmte der Förderverein mit zwölf Helfern den Jazzabend.

Ein Aufwand, den die zahlreichen Besucher zu schätzen wussten. Christoph Krause aus Thallwitz ließ sich von seiner Mutter für einen Besuch in Großzschepa begeistern. „Heute bin ich deshalb mit Familie und Freunden hier, die Picknickdecke haben wir auch mit dabei. Das Ambiente und die Musik passen gut zusammen.“ Der Jazzabend sei auch für kleine Kinder ideal, sie könnten wunderbar auf der Wiese herumtollen. Christian Buhmann gehörte zur Picknickrunde dazu: „Wir wohnen in Hannover und in Thallwitz, das ist hier unser Landurlaub. So rustikal ist es in der Großstadt nicht.“

Die gute Laune der Besucher blieb auch Lossatals Bürgermeister Uwe Weigelt nicht verborgen. Er war übrigens einer der letzten, die vor dem Abbruch des einstigen Herrenhauses das Gebäude inspizierten. „Vor meinen Augen krachte damals ein Stahlträger herunter. Das Haus war eine Gefahr für alle und ist einfach nicht mehr zu retten gewesen.“ Es sei eine traurige Geschichte, doch der von vielen Einwohnern erhoffte Retter des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Baudenkmals ließ sich nicht blicken. Weigelt: „Mindestens zehn Millionen Euro hätten hier investiert werden müssen. Dazu war niemand bereit.“ Es stelle sich ohnehin die Frage, wie man die Vielzahl der Denkmäler in Sachsen langfristig erhalten könne. Das Großzschepaer Urgestein Peter Schneider erinnerte mit Blick auf die Reste des Herrenhauses daran, dass noch nach der Wende dessen Dach saniert wurde. „Das war keine Ruine. Doch dann wurden viele Fehler gemacht, auch von Seiten der Denkmalpflege. Dem Verfall wurde dabei nur zugesehen.“

Jetzt blickt der Förderverein nach vorn, er kümmert sich um die Pflege von Park und Schlossmauern. Die alte Rittergutsscheune soll perspektivisch wieder aufgebaut werden. „Mittlerweile sind hier vier Generationen aktiv, das macht Mut“, so Vereinschef Schmidt.

Von Bert Endruszeit

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