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Wurzen Wurzener Kleingärtner nimmt nach 54 Jahren Abschied
Region Wurzen Wurzener Kleingärtner nimmt nach 54 Jahren Abschied
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00:22 30.07.2018
Abschied mit Optimismus: Anfang März wurde Jochen Winkler die Ehrenmitgliedschaft zuteil, allerspätestens vor dem nächsten Winter will er seine Parzelle aufgeben. Quelle: Roger Dietze
Wurzen

In einigen Monaten wird das Wurzener Kleingartenwesen einer prägenden Persönlichkeit verlustig gehen. Jochen Winkler, seit 1964 Vorsitzender des Kleingartenvereins „Wurzen Süd“ und Gründungsmitglied des Wurzener Kreisverbandes der Garten- und Siedlerfreunde e.V. Wurzen sowie des später aus diesem hervorgegangenen Regionalverbandes Muldental, hat sich zur Aufgabe seiner Parzelle entschlossen. Schweren Herzens selbstredend. „Allerspätestens vor dem Winter schließe ich dieses Kapitel.

Pflege der Frau hat Priorität

Die Pflege meiner Frau hat oberste Priorität, sie hat mir über viele Jahre hinweg den Rücken für meine diversen Verpflichtungen rund um das Kleingartenwesen frei gehalten, jetzt kann ich ihr etwas zurückgeben“, so der 81-Jährige, der sich nach einem Herzinfarkt zurück ins Leben gekämpft hat. Zwar zwang ihn die Krankheit vor sieben Jahren dazu, den Vorsitz des Schiedsausschusses innerhalb des Regionalverbandes aufzugeben, den Vereinsvorsitz indes behielt er inne. Ein stückweit gezwungenermaßen. „Alle wollen helfen, aber keiner will’s machen“, bringt Winkler die Personalprobleme in den Sparten-Vorständen auf den Punkt. Dass er gleichwohl keinen Nachfolger für die von ihm seit über 50 Jahren ausgeübte ehrenamtliche Tätigkeit suchen und finden muss, weil der nach Straßenbaumaßnahmen verbliebene Teil seines Vereins vom Kleingartenverein „Sonnenblick“ übernommen werden soll, ist für Jochen Winkler nur ein schwacher Trost.

Keinen Nachfolger für Parzelle gefunden

Denn umso schwerer wiegt, dass der passionierte Imker seine Scholle wohl wird beräumen müssen. „Ich habe für meinen Garten im Internet und mit Aushängen geworben, aber ich werde wohl leider keinen Nachfolger finden“, bedauert der 81-Jährige, dem Anfang März die Ehrenmitgliedschaft des Kleingarten-Regionalverbandes zuteil wurde. In puncto Zukunft des Kleingartenwesens Trübsal zu blasen, ist indes nicht Jochen Winklers Ding. „Die Entwicklung ist nun einmal so, wie sie ist. Wer einen Job hat, dem fehlt in der Regel die Zeit, um sich nach Feierabend um einen Garten zu kümmern.“ Zwar glaube er nicht, dass sich am mehr oder weniger großen Leerstand in den Sparten Wesentliches zum Positiven hin entwickeln wird, er sei aber davon überzeugt, dass sich das Kleingartenwesen auf die veränderten Rahmenbedingungen wird anpassen können.

Zuversicht fürs Kleingartenwesen

„Ich bin von Natur aus ein positiv eingestellter Mensch, und entsprechend zuversichtlich bin ich auch hinsichtlich der Entwicklung des Kleingartenwesens“, sagt der 81-Jährige, der zu den dienstältesten Vereinsvorsitzenden des Regionalverbandes gehört.

Und der, so hieß es in der Laudatio anlässlich der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft des Regionalverbandes an ihn, ununterbrochen als vertrauenswürdiges Vorstandsmitglied agiert und sich im Schiedsausschuss um die kleinen und großen Probleme der Kleingartenvereine und ihrer Mitglieder gekümmert habe und der mit seiner ruhigen und besonnenen Art so manchen Konflikt hätte beilegen können.

„Ich habe dabei einige Typen quer durch das Muldental kennengelernt“, bilanziert Jochen Winkler diesen Teil seiner Arbeit innerhalb des Kleingartenverbandes. „Die Palette reichte dabei von Nachbarschaftsstreitigkeiten bis hin zu Konflikten zwischen Vorständen und einzelnen Vereinsmitgliedern.“

Von Roger Dietze

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