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Jugendclub: Brandiser nutzen Ferienangebot des neuen Betreibers

Treffpunkt Jugendclub: Brandiser nutzen Ferienangebot des neuen Betreibers

Im Kinder- und Jugendhaus in Brandis unterbreitet die Arbeiterwohlfahrt erstmals ein Ferienangebot. Noch wird nicht alles angenommen. Die Jugendlichen wünschen sich längere Öffnungszeiten des Clubs.

Billardkugeln statt Pappnase: Lukas Feulner (l.) und Max Dietz gehen ihren eigenen Interessen im Jugendclub nach.
 

Quelle: Frank Schmidt

Brandis.  Die Irritationen zwischen der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und dem Christlichem Verein Junger Menschen (CVJM) um den neuen Jugendclub in Brandis sind wohl endgültig beseitigt, nachdem die Awo als neuer Betreiber der Räume zunächst für ihre Angebote im „Kinder- und Jugendhaus“ des CVJM-Gebäudes warb, nun aber schlicht und einfach in den „Kinder- und Jugendtreff“ einlädt. Unter diesem Label ist auch das Awo-Winterferienprogramm gestartet worden.

Dazu animiert werden die Youngster von einem bunten Plakat an der Eingangstür. „Trau dich...“ steht darauf geschrieben. Zum Beispiel „...alles zu wollen“, „...ein bisschen verrückt zu sein“ und „...positiv zu denken“ oder auch „...Verantwortung zu übernehmen“, „...wieder aufzustehen, wenn du fällst“, und „...immer ein Lächeln auf den Lippen zu haben“.

Also dann „Hereinspaziert“, ermuntert dazu ein Smiley auf einem zweiten Plakat. Doch so richtig scheint die Botschaft bei den Kindern und Jugendlichen in und um Brandis noch nicht angekommen zu sein. Der Faschingsmittwoch jedenfalls schien noch nicht dazu geeignet, eine große närrische Party zu feiern. Zur Halbzeit der regulären Öffnungszeiten von 14 bis 20 Uhr waren nicht einmal ein halbes Dutzend Leute im Jugendclub anzutreffen.

Anlaufschwierigkeiten? Julia Roth vom Awo-Betreuerteam kann die Antwort relativieren. „Im offenen Treff, also außerhalb der Ferien, läuft es schon sehr gut. Wir hatten hier in den ersten Tagen nach der Neueröffnung zwischen zehn und 20 Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 20 Jahren zu Besuch. Insofern würde ich nicht von Anlaufschwierigkeiten sprechen“, resümierte die Sozialarbeiterin das Erscheinungsbild in der ersten Ferienwoche. Erschwerend komme dazu, „dass wir sehr wenige Anmeldungen für unsere Ferienangebote haben, die es vorher hier in dieser Form noch nicht gab. Außerdem ist es für uns als Organisatoren wie auch für die Jugendlichen alles kurzfristig gewesen, so dass wir sehr flexibel mit dem Ferienprogramm umgehen müssen“, sagte Roth. Soll heißen, das Ferienangebot stehe fest, von Müsli-Contest über Tischtennisturnier, Filme-Tag bis hin zur Clubparty unter dem Motto „Habt Spaß“, es müsse jedoch „bedarfsgerecht angepasst“ werden.

Für Lukas Feulner aus Beucha hieß das am Faschingsmittwoch konkret, die bunt geschmückten Tische links liegen zu lassen und lieber Billard zu spielen. „Ich bin ganz froh, dass es den Jugendclub wieder gibt. Ich würde ja sonst auch nur zu Hause rumhängen“, gesteht der 14-Jährige ein. Und dafür sei es für ihn kein Problem, sich den „Spielregeln im Jugendclub“ anzupassen. „Egal wie der Betreiber heißt“, fügte der Junge an. Jasmin Reuter gehört mit 17 Jahren zur reiferen Jugend unter den regelmäßigen Besuchern. „Ich bin schon gerne hier gewesen, als der Club noch unter dem CVJM geöffnet war. Aber meine Erwartungen haben sich nicht groß geändert. Ich möchte hier mit anderen Jugendlichen zusammen sein und einfach den Arbeitsalltag vergessen“, sagte die junge Frau, die eine Berufsausbildung zur Verkäuferin macht. Aber einen Wunsch äußerte sie noch: „Längere Öffnungszeiten.“ Die Chancen dafür stehen gut, „wenn die Jugendlichen unsere Angebote gut annehmen, ist eine Erweiterung der Öffnungszeiten auf jeden Fall angedacht“, machten die Sozialarbeiter darauf Hoffnung.

Von Frank Schmidt

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