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Wurzen Jugendhaus Bennewitz eröffnet Lounge – Kita Deuben zieht vorübergehend ein
Region Wurzen Jugendhaus Bennewitz eröffnet Lounge – Kita Deuben zieht vorübergehend ein
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15:42 15.09.2017
Im Jugendhaus von Bennewitz (kl. Foto) wird künftig gechillt. Volker Bohnert testet, ob die Play Station in der Jugend-Lounge funktioniert. Quelle: Fotos: Ines Alekowa
Bennewitz

Die Finger von Volker Bohnert tasten suchend über das Joypad. Vertraut mit dem Spielgerät ist der Mitarbeiter im Jugend- und Freizeittreff „Werner Moser“ in Bennewitz noch nicht, aber schließlich muss die Play Station funktionieren, wenn am Samstag, 15 Uhr, die Jugend-Lounge im Erdgeschoss eröffnet wird. In der Ecke lädt eine Couch zum Abhängen ein, Fototapeten weiten den Blick ins Weltall, Workshops sind geplant.

„Jugendfeuerwehr und Sportvereine konkurrieren um die Jugend. Auch wir versuchen, sie zurückzugewinnen und für andere Angebote zu begeistern“, sagt Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos). Seit etwa sechs Jahren liegt die Jugendarbeit im Haus flach, bilanziert Jugendhausleiterin Mandy Rönckendorf. „Es gibt keine großen Jugendgruppen mehr, die sich zu festen Zeiten an festen Orten treffen.“ Kommunikation läuft heute über Twitter und Co. „Zusammen mit dem Jugendamt verfolgen wir deshalb ein sozialräumliches Konzept, das heißt, wir gehen dorthin, wo die Kinder und Jugendlichen sind.“ Die Lounge könne deshalb auch nur ein Angebot für Kinder und Jugendliche ab zehn Jahren sein. „Wenn es nicht funktioniert, müssen wir konzeptionell noch mal umsteuern.“ Große Investitionen seitens der Gemeinde in die von zwei heimischen Firmen, Protronic und Reglerbau Fischer, gesponserte Lounge wurden deshalb zunächst vermieden. Der Fußballkicker ist erst einmal nur geliehen.

So wie sich die Jugend zurückzog, rückten in den letzten Jahren mehr und mehr andere Nutzer nach: die Abspecker, Computerkurs, Gymnastikgruppe, Mama-Baby-Kreis... Ein Wandel vom Jugend- zum Freizeittreff für alle Generationen, so wie es der Name am Haus eigentlich schon seit dessen Einweihung 2002 versprach. Kürzlich wurde der große Raum im Erdgeschoss für Senioren- und Familienfeiern umgestaltet, nebenan hat das DRK eine Tagesbetreuung eingerichtet. Kontaktmöglichkeiten zwischen Alt und Jung sind damit gegeben – und erwünscht, wie Laqua betonte. Jetzt wird auch das Obergeschoss den neuen Bedürfnissen angepasst. Auslöser ist ausgerechnet ein Interim. Ab Monatsende nämlich wird hier der Deubener Kindergarten für die Dauer der über „Brücken in die Zukunft“ geförderten Umbauten in seiner Einrichtung sein Domizil haben. Dafür werden die Räume seit Juni hergerichtet. Durchbrüche verbinden mehrere kleinere Räume und gewährleisten den Erzieherinnen den Überblick über ihre Schützlinge. Eine kleine Küche wird eingerichtet, am Giebel ein zweiter Fluchtweg installiert. Finanziert wird der Umbau mit einem Teil der besagten Fördermittel. Und nicht nur dieser, sondern auch die Nutzung nach Wiederauszug der Kita. Die Variante Container als Interim war damit schnell vom Tisch. „Den hätten wir bezahlen müssen, aber am Zustand des Jugendhauses hätte sich nichts geändert“, sagt Laqua. So schlägt die Gemeinde zwei Fliegen mit einer Klappe. „Perfekt“.

„Die großen Räume bieten mehr Möglichkeiten, freut sich Rönckendorf. Und das nicht nur für die genannten Interessengruppen. Sie hat nun Platz für Kulissen und Kostüme ihrer Theater-AGs, die sie in mehreren Schulen anbietet. „Und eine Probe unter Hexenhut und Zauberstab befördert die Kreativität mehr als ein Klassenzimmer“, meint sie. Außerdem will sie eine Kreativwerkstatt einrichten, in der Heranwachsende sich über verschiedene Ausdrucksformen von Rapp bis Skulpturenbau aktuellen Herausforderungen stellen können und zum Beispiel globales Verständnis und Informationskompetenz entwickeln und Mitbestimmung lernen. „Ich denke, das ist für sie wichtig“, sagt Rönckendorf.

Von Ines Alekowa

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