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Wurzen Jugendstiftung zeichnet Jugendliche aus Borna, Beucha und Bad Lausick für Engagement aus
Region Wurzen Jugendstiftung zeichnet Jugendliche aus Borna, Beucha und Bad Lausick für Engagement aus
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14:23 06.12.2016
Die Schüler Lena, Toni, Niklas und Samanta haben sich als Ausbildungsbegleiter für die Ausstellung „Deine Anne“ unter anderem von Renan Ran Harari ausbilden lassen. Quelle: Julia Tonne
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Borna/Beucha/Bad Lausick

Vier Wochen lang haben 25 Jugendliche aus Borna Besucher durch die Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ begleitet, Fragen zu Anne Frank und deren Familie beantwortet, über das Judentum informiert und Aufklärungsarbeit in Borna geleistet. Dafür sind die Ausstellungsbegleiter jetzt mit dem „Selbstverständlich menschlich – Der Preis“ ausgezeichnet worden. Auch die Schülergruppe Helping Hands aus Beucha, die minderjährige Geflüchtete unterstützen, und das Begegnungsprojekt Borderless gehören zu den Preisträgern aus dem Landkreis Leipzig.

25 Neunt- und Zehntklässler der Dinterschule und des Teichgymnasiums aus Borna hatten sich als Begleiter für die Anne-Frank-Schau im Goldenen Stern beim Flexiblen Jugendmanagement aus Bad Lausick beworben und sich für diese Aufgabe ausbilden lassen. „Es braucht Gleichaltrige, um Jugendliche für bestimmte Themen zu interessieren“, begründet Andreas Rauhut vom Jugendmanagement. Dieser sogenannte Peer-to-Peer-Ansatz habe sich schon an anderen Ausstellungsorten als erfolgreich erwiesen, da die Hemmschwellen, miteinander ins Gespräch zu kommen, geringer seien und Diskussionen auf Augenhöhe stattfinden könnten.

Zur Ausbildung der Ausstellungsbegleiter gehörte unter anderem ein Workshop mit Renan Ran Harari, einem Juden aus Israel, der auch in Deutschland zuhause ist. Lena, Toni, Niklas und Samanta waren nur einige der Jugendlichen, die sich für die Aufgabe beworben hatten. Sie begründen das mit ihrem Interesse an Anne Frank. „Sie hat den Opfern des Nationalsozialismus ein Gesicht und eine Stimme gegeben. Und ihr Vater Otto hat mit der Veröffentlichung ihres Tagebuchs dafür gesorgt, dass das Leid nicht in Vergessenheit gerät“, erklärt Lena. Für die Führungen wurden die Schüler, die im Zweierteam unterwegs waren, von der Schule freigestellt.

Für ihr Engagement, minderjährige Asylsuchende zu unterstützen, ist die Gruppe „Helping Hands“ aus dem Brandiser Ortsteil Beucha ausgezeichnet worden. Die 15-bis 18-Jährigen gehen einmal die Woche in die Unterkunft, besuchen die Geflüchteten, spielen zusammen, lernen gemeinsam deutsch oder reden einfach miteinander. Bei einer gemeinsamen Malaktion haben sie alle zusammen versucht, ihre Träume darzustellen.

Beim Borderless-Camp in Bad Lausick verbringen gefüchtete und einheimische Jugendliche Zeit miteinander. Quelle: privat

Als drittes wurden vier Jugendliche im Alter zwischen 19 und 23 Jahren für ihre Arbeit im Projekt „Borderless“ ausgezeichnet. Auch sie unterstützen Asylsuchende und wollen Barrieren zwischen den Menschen abbauen. Um das zu schaffen, organisieren sie ein jährliches Workcamp, in dem geflüchtete und einheimische Jugendliche eine Woche zusammen gestalten. Die Initiatoren besuchen Schulen und sprechen über Flucht und Asyl. „Das Projekt läuft seit mittlerweile drei Jahren“, sagt Andreas Rauhut vom Kinder- und Jugendring Leipzig aus Bad Lausick, bei dem „Borderless“ angesiedelt ist. „Wir wollen vor allem in den Schulen aufklären, um Vorbehalte abzubauen und den Schülern die Thematik näher bringen.“ Begonnen haben sie damit bereits vor der Flüchtlingskrise 2015. „Anhand von Einzelschicksalen haben wir einen Fluchtweg beschrieben, um den Jugendlichen diese Ausnahmesituation für einen Menschen zu verdeutlichen“, so Rauhut weiter. Unterstützt wird die Arbeit der vier Studenten von der lokalen Partnerschaft für Demokratie.

„Selbstverständlich menschlich – Der Preis“ ist ein Projekt der Sächsischen Jugendstiftung in Kooperation mit der Sächsischen Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, dem Kinder- und Jugendring Sachsen und der Stiftung Demokratische Jugend.

Von Julia Tonne und Tatjana Kulpa

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