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Juwi investiert in Brandis

Juwi investiert in Brandis

Brandis. Eine atemberaubende Geschwindigkeit legt die Firma Juwi beim Bau ihrer neuen Niederlassung in Brandis vor. Bereits im November soll Einzug sein.

. Noch beeindruckender als das Tempo sind freilich die technischen Lösungen, mit denen die neue Heimstatt für bis zu 100 Mitarbeiter am westlichen Ende der ehemaligen Landebahn entsteht.

„Auch in Brandis wollen wir in Sachen Energieeffizienz Maßstäbe setzen", betont Firmensprecher Ralf Heidenreich. Mit von der Partie sei deshalb auch wieder der österreichische Holzbauspezialisten Griffner, der für den weltweit tätigen Projektentwickler von Solar-, Bio- und Windenergie-Anlagen bereits die Firmenzentrale im rheinhessischen Wörrstadt errichtet hat. Diese gilt als eines der energieeffizientesten Bürogebäude der Welt und wurde 2008 mit dem Deutschen Klimaschutzpreis ausgezeichnet.

Auch das neue Gebäude in Brandis soll Maßstäbe setzen. Laut Juwi wird es mehr Energie erzeugen als es selbst verbraucht. „Um dieses Ziel zu erreichen, werden bis auf die Nordseite alle Fassaden mit Photovoltaikanlagen bestückt", erläutert Wolfgang Quaschning, Projektleiter der seit kurzem zu Juwi gehörenden Ingenieurgesellschaft Strunk und Partner (ISP). Auch eine Anlage auf dem Dach soll Sonne in Energie umwandeln. Zudem werden die Dächer von rund 45 Carports mit Solarmodulen bestückt. Grundgedanke sei, rund um das Gebäude nicht nur erneuerbare Energien sinnvoll zu nutzen, sondern vor allem auch Energie zu sparen. Zu ausgeklügelten Lösungen äußert sich Lars Junghans, Heizungsspezialist der Firma ISP. „Das Gebäude wird eine enorm hohe Wärmerückgewinnung haben", so der Projektleiter. „Jede Person strahlt hundert Watt ab, diese Energie machen wir uns zu nutze. Auch die Abwärme aus den Server-Räumen geht nicht verloren." Die Bestrebung sei, alle Energieverluste in der thermischen Hülle zu halten. Junghans: „Was anderswo ungenutzt verpufft, hilft uns Energiekosten sparen. Wenn die gesamte Belegschaft da ist, heizt sich das Gebäude sogar komplett selbst."

Positiv auf die Energiebilanz wirke sich schon die Auswahl des natürlichen Baustoffs Holz aus, betont Projektleiter Jörg Hillmann vom Kärntner Fertighausspezialisten Griffner. „Im Gegensatz zu Stahl oder Beton wachsen Wälder, ohne schädliches Kohlendioxid zu erzeugen, sie binden es vielmehr." Für das Juwi-Bürogebäude werden mehrere hundert Kubikmeter Holz aus österreichischen Wäldern verbaut. „Die Menge wächst bei uns in fünf Minuten nach." Für die Fassade wird unbehandelte Lärche verwendet. Im Innern kommt Fichte zum Einsatz. „Das Gebäude wird komplett in ökologischer Holzbauweise errichtet", so Hillmann. Das naturbelassene Holz in Kombination mit Zellulose und Kork sorge für hervorragende Dämmwerte und noch dazu ein gesundes Raumklima.

Auch bei Details überlässt Juwi nichts dem Zufall. Dazu Quaschning: „Jedes Zimmer wird zum Beispiel mit einem Präsenzmelder ausgestattet, der automatisch die Beleuchtung steuert." Wenn der Letzte vergisst, das Licht auszumachen - kein Problem. Ein installierter Energiemanager übernimmt das Ausknipsen. „Es wird immer nur so viel künstliche Beleuchtung erzeugt, wie in den Büros und Fluren notwendig ist", erläutert der ISP-Mann. Jeder Raum verfüge zudem über einen Ausschalter, der Ladegeräte oder Laptops über Nacht vom Netz trennt – auch das helfe sparen.

Nicht sparen will Juwi indes, was die Entwicklung des Standortes im Energiepark Waldpolenz betrifft. Juwi-Vorstand Fred Jung erklärte Brandis nach dem Firmensitz in Wörrstadt zum wichtigsten Standort des Unternehmens in Deutschland. Künftig sollen von hier aus sämtliche Aktivitäten für die neuen Bundesländer und zum Teil für Osteuropa koordiniert werden. Rund drei Millionen Euro werden nach Unternehmensangaben in das Bürogebäude investiert.

Simone Prenzel

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