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Wurzen Kafril übernimmt Wurzener Betriebsteil von Emde
Region Wurzen Kafril übernimmt Wurzener Betriebsteil von Emde
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00:21 28.07.2018
Die Firma Kafril, das Foto entstand bei einer Technikschau, übernimmt den Wurzener Betriebsteil Emde. Quelle: Roger Dietze
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Wurzen/Lossatal

Der Kaufvertrag wurde in Stuttgart besiegelt – sobald das Geld geflossen ist, übernimmt das Großzschepaer Bau- und Abbruchunternehmen Kafril den Wurzener Betriebsteil der Firma Emde. Die Nachricht dürfte in Wurzen und Umgebung, vor allem aber bei den 100 Beschäftigten, für Aufatmen sorgen: Wie berichtet, hatte die Firma Emde Anfang November bekannt gegeben, dass sie ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragen musste. Grund war ein Finanzierungsloch, das kurzfristig nicht durch externe Gelder geschlossen werden konnte. Zwischenzeitlich bekam die Belegschaft ihre Gehälter übers Arbeitsamt ausgezahlt. Ungewissheit und Angst waren ständige Begleiter. Vor Weihnachten besuchte der geschäftsführende Gesellschafter, Erich Emde, den Wurzener Standort, um den Beschäftigten offiziell mitzuteilen, dass es ab 1. Februar den Lohn wieder vom Unternehmen gibt.

„Als Familienbetrieb planen wir langfristig“

Die neueste Entwicklung: Kafril erwirbt die Immobilie im Wurzener Mittelstandszentrum. Maschinen und Anlagen gehen in den Besitz einer Betreibergesellschaft über. Neuer alter Name: Wutra. Hauptgesellschafter sind zu 80 Prozent die Kafril-Eigentümer Karl-Heinz Fraatz und Jens Karnahl, 20 Prozent der Anteile hält der bisherige Betriebsleiter und jetzt zum Geschäftsführer berufene Jörg Hoffmann. „Als Familienbetrieb planen wir langfristig und wollen die Arbeitsplätze sichern helfen“, sagt Jens Karnahl auf LVZ-Anfrage. Der Geschäftsbetrieb laufe weiter, die Auftragslage sei gut, die Mannschaft motiviert: „Wurzen ist nun nicht mehr verlängerte Werkbank. Die Wutra ist wieder ein eigenständiger Betrieb.“

Große Halle

In Wurzen werden vorrangig Anlagen zum Transport von Schüttgütern hergestellt. Dabei handelt es sich zum einen um Trog- und Rohrförderschnecken. Hinzu kommen riesige Becherwerke. Einsatz finden diese beispielsweise in der Zement- sowie Kali- und Sodaindustrie. Zudem werden in Wurzen Absperrschieber, Verteilerweichen, Zellenradschleusen, Trogkettenförderer und Prozessschnecken hergestellt. „Hier können vor allem größere, sperrige Sachen gebaut werden“, sagt Geschäftsführer Jörg Hoffmann. So sei es möglich, Komponenten mit bis zu 40 Metern Länge, 4,50 Metern Breite, fast fünf Metern Höhe und 40 Tonnen Gewicht zu fertigen. Zudem biete die große Halle, in der zu DDR-Zeiten Schiffs- und Panzermotoren repariert wurden, genügend Platz, um komplette Anlagen herzustellen.

Kafril wächst stetig

Für die Firma Kafril mit bislang 175 Mitarbeitern ist die Wutra eine gänzlich neue Branche. Die Großzschepaer sind weit über Deutschland hinaus bekannt als Abbruch- sowie Erd- und Tiefbauunternehmen. Aktuelle Großaufträge bei Porsche in Leipzig, Opel in Bochum oder Mercedes in Kamenz halten die Beschäftigten genauso auf Trab wie der Citytunnel am Magdeburger Hauptbahnhof, die Mineralwasserfabrik im Altmühltal oder die Lennetalbrücke im Siegerland. Als Anteilseigner und Hauptgesellschafter stieg Kafril zudem im neu gebauten Hohburger Altenpflegeheim mit 72 Plätzen ein. „Zu dritt hatten wir nach der Wende begonnen“, holen die beiden Unternehmer Fraatz und Karnahl aus: „Mit Hohburger Heim und Wurzener Wutra sind wir dann irgendwo bei 300 Leuten.“

Vertrauen zu Kollegen vor Ort

Die Gespräche mit dem bisherigen geschäftsführenden Gesellschafter Erich Emde seien jederzeit fair gelaufen, betont Kafril, der Unternehmer habe eine soziale Ader bewiesen und wollte das Wurzener Werk in verantwortungsvolle Hände geben: „Wir können uns vorstellen, die gewachsenen Verknüpfungen mit den einstigen Emde-Standorten wie Nassau, Nentershausen oder Staßfurt nicht abreißen zu lassen.“ Auch eigene Kontakte in der Baubranche wollen die Großzschepaer für die Wutra nutzen. Wutra stehe in der ganzen Welt für Tradition und Qualität, das sei ein Trumpf-Ass für zukünftige Verhandlungen. Karnahl: „Ein Schlüssel zu unserem Erfolg ist das Vertrauen, das wir unseren Bauleitern vor Ort entgegenbringen. Einen solchen Handlungsspielraum wird es auch für die Wutra geben. Da ist großes Potenzial vorhanden. Wir können uns voll und ganz auf den Sachverstand der Kollegen verlassen.“

Von Haig Latchinian

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