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Wurzen Kameraden mussten im Vorjahr zu 102 Einsätzen ausrücken
Region Wurzen Kameraden mussten im Vorjahr zu 102 Einsätzen ausrücken
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16:48 07.03.2017
Ehrung für 60 Jahre Zugehörigkeit: Stadtwehrleiter Thilo Bergt (r.) überreichte Gerhard Bergmann, Dieter Mann und Klaus Ebert (v.l.) für treue Dienste eine Urkunde sowie ein Präsent. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Wurzen

Als „relativ normales Tagesgeschäft“ hat Thilo Bergt die Arbeit der Stadtfeuerwehr Wurzen im Vorjahr bilanziert. „Jedoch mit einigen Besonderheiten“, wie der Stadtwehrleiter zur jüngsten Jahreshauptversammlung in der Aula des Lichtwergymnasiums anmerkte. So sei zwar das Einsatzaufkommen um 2,9 Prozent leicht zurückgegangen. Dafür schnellte die reine Einsatzzeit der Kameraden um 61,7 Prozent nach oben. „Darin zeigt sich, dass weniger Einsätze keineswegs mehr Freizeit bedeuten.“

Allein 2016 waren die Männer und Frauen aller Ortswehren – Wurzen, Kühren, Burkartshain, Nemt, Sachsendorf und Nitzschka – 1805 Stunden im Einsatz. Mit Ausbildung und Wartung sowie der Teilnahme an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Nardt (Landkreis Bautzen) summierte sich die Zahl auf 9904 Stunden. Derzeit besteht die Stadtfeuerwehr aus 257 Personen, darunter sind 134 im aktiven Dienst, 63 Kameraden in der Alters- und Ehrenabteilung sowie 33 Jungen und 16 Mädchen in der Jugendfeuerwehr. Trotz des leichten Zuwachses durch die Jugendwehren, sagte Bergt, zeige sich wie schon in den vergangenen Jahren ein Abwärtstrend bei den aktiven Brandbekämpfern. Demnach bereite insbesondere die Tagesbereitschaft große Probleme. „Nur etwa 17 Prozent der Kameraden sichern am Tage die Einsatzbereitschaft im gesamten Stadtgebiet ab. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“ Zugleich wächst aber auch das Durchschnittsalter, so der 52-Jährige. Momentan betrage der Mittelwert 37 Jahre (2015 – 36 Jahre). „In den einzelnen Ortswerten liegt dieser zwischen 34 bis 44 Jahre.“

Laut aktueller Statistik rückte die Feuerwehr 2016 zu 102 Einsätzen aus – unter anderem zu 25 Bränden, 47 Hilfeleistungen und elf Fehlalarmen. Allein 18-mal wurden die Kameraden von Nachbargemeinden unterstützt, bei einem Brand konnte ein Mensch gerettet werden und sieben Personen bei Hilfeleistungen. „Allen von uns bleibt sicher die Gasexplosion des Mehrfamilienhauses Friedrich-Ebert-Straße 11 am 25. Juni in Erinnerung“, betonte Bergt. „Nicht nur, dass es ein sehr heißer Tag war. Er forderte die körperliche Belastung jeder einzelnen Einsatzkraft ab.“

Gerade deshalb dankte der Stadtwehrleiter dem besonnenen Handeln und lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst, dem Sanitätsdienst, dem Technischen Hilfswerk, der Polizei, dem Kriseninterventionsteam und der Leitstelle. Hilfe erhielten die Männer und Frauen damals gleichfalls vom Statiker Gorke, der Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft, von der Stadtverwaltung, der Firma Kafril sowie vom Kaufland-Markt und vom Wurzener Caterer Andreas Fricke. Insbesondere erwähnte Bergt die Umsicht von Bewohner Rüdiger Borgmann, der vor dem Eintreffen der Feuerwehr alle Bewohner benachrichtigte und zum Verlassen des Objektes aufforderte „Das zollt Respekt.“

Aus Sicht des Brandmeisters stehe die Feuerwehr Wurzen vor neuen Herausforderungen. „Für viele Bürger ist es eine Selbstverständlichkeit, dass es die Feuerwehr gibt. Ihnen ist dabei nicht bewusst, dass wir das fast überall in Sachsens Städten und im ländlichen Raum unbezahlt und freiwillig machen.“ Leider würden die Helfer immer öfter vor Ort mit verbalen Attacken konfrontiert. Leute monieren Straßensperrungen oder setzten sich über Tempobeschränkungen hinweg. „Ich will dieses Thema nicht vertiefen, denn jeder hier weiß, was ich angesichts der neuen Medien wie Facebook damit meine.“

Den Abschluss der Jahreshauptversammlung bildeten in gewohnter Form die Ehrung und Beförderung von Kameraden. Eine Urkunde sowie ein kleines Präsent für 60 Jahre treue Dienste erhielten Gerhard Bergmann (Nitzschka), Dieter Mann (Wurzen), Klaus Ebert (Kühren) und Martin Richter (Burkartshain). Ausgezeichnet wurden ferner für 50 Jahre Rudolf Bornmann (Nitzschka), Dieter Robra (Nemt), Joachim Schubert (Nitzschka) und Eckart Wagner (Nemt). Zu guter Letzt überreicht die Führungsriege der Feuerwehr dem Nemter Robert Keilhauer für sein Engagement die „Ehrennadel der Kreisjugendfeuerwehr Landkreis Leipzig“.

Von Kai-Uwe Brandt

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