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Wurzen Katholische Pfarreien Wurzen und Grimma fusionieren
Region Wurzen Katholische Pfarreien Wurzen und Grimma fusionieren
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14:04 09.02.2019
Uwe Peukert (53) ist katholischer Pfarrer in Wurzen. Quelle: Andreas Döring
Muldental

 Jetzt ist es beschlossene Sache: Die beiden noch selbstständigen katholischen Pfarreien Wurzen und Grimma schließen sich zusammen. Am 5. Mai wird im Beisein von Bischof Heinrich Timmerevers die neue Pfarrei St. Franziskus gegründet. Sitz der dann vereinigten Pfarrei wird Wurzen sein. In der dortigen Pfarrkirche „Herz Jesu“ soll auch der festliche Gottesdienst über die Bühne gehen. Da sich weit mehr als 240 Gläubige angesagt hätten und die Kapazitätsgrenze überschritten wäre, wird eine Außenübertragung erwogen.

Geht an die Ränder, ermuntert Papst Franziskus seine Schäfchen rund um den Erdball. Dabei fristet die Weltkirche zumindest in Mitteldeutschland selbst nur ein Nischendasein. Während Katholiken in der Bundesrepublik fast 30 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind es in Mitteldeutschland etwa vier Prozent. Gottesdienstbesucher werden älter und damit weniger. Die Unterhaltungskosten für Immobilien dagegen steigen. Daher debattieren die Katholiken seit 2013 auch im Muldental, was finanziell noch leistbar ist.

Uwe Peukert fungiert als Moderator

2015 bildeten die Pfarreien Wurzen und Grimma eine sogenannte Verantwortungsgemeinschaft. Als Moderator fungierte der seinerzeit frisch eingesetzte Wurzener Pfarrer Uwe Peukert (53). Er lud die Mitglieder der Kirchgemeinden fortan zweimal jährlich zu Gesprächen ein. Es sei vor allem ein geistlicher Prozess gewesen, weniger eine Strukturdiskussion: „Was nützt der Titel Pfarrkirche, wenn es kein Leben gibt?“ Kirche sei nicht nur, was unter einem Dach stattfindet. Kirche sollte vor allem zwischen Menschen spürbar sein.

Aus 30 Bibelworten wurde schließlich ein Leitspruch ausgewählt: „Seid wachsam, steht fest im Glauben, seid mutig, seid stark. Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ Friede, Freude, Eierkuchen? Mitnichten. Man habe es verschlafen, verstärkt auf Laien zu setzen, kritisieren Insider. Der Priester-Mangel sei absehbar gewesen. Nun fehle es auch an Helfern, die Andachten übernehmen könnten. Zudem, so der Vorwurf, seien die Messen längst gelesen gewesen, als die Diskussion über Zusammenlegungen begann.

Gottesdienste weiter vor Ort

Pfarrer Peukert, der sich mit seinem Grimmaer Kollegen Bernd Fischer in die Gottesdienste teilt, bestätigt: „Ja, es gibt Ängste. Mancher fragt, was wird werden?“ Peukert gibt Entwarnung. Künftig gebe es einen Haushaltsplan, ein Konto. Rechnungen gingen zentral an eine Stelle. Das führe zur Entlastung der Verwaltung. Die Gottesdienste aber fänden weiter vor Ort statt: In St. Trinitatis in Grimma, in der Wurzener Herz-Jesu-Kirche, in der Naunhofer Kirche „Zum Guten Hirten“, in St. Ludwig in Beucha. Weitere Kapellen in Seelingstädt, Grimma und Wurzen gibt es in den Caritas-Pflegeheimen.

Das Büro der Pfarrei St. Franziskus befindet sich in Wurzen. Dort wird auch weiterhin die Sekretärin Kerstin Meier sitzen. Einmal wöchentlich ist sie zudem in Grimma erreichbar. Die bisherige Pfarrei Wurzen hat im Wurzener Land und Machern gut 900 Mitglieder, die Pfarrei Grimma unter anderem mit Naunhof, Beucha, Trebsen, Brandis und Nerchau mehr als 1000 Gläubige. Die 250 Katholiken im Raum Colditz gehören ab 15. September zur Pfarrei St. Paulus Döbeln, die Borsdorfer orientieren sich auch weiter nach Engelsdorf. Deren religiöse Heimat ist die Pfarrei St. Gertrud.

Neue Möglichkeiten des Miteinanders

Bereits seit Dezember 2017 ist Pfarrer Peukert rechtlich verantwortlich für die Pfarreien Wurzen und Grimma. Er sieht nicht nur Nachteile, sondern auch Chancen in der Suche nach neuen Wegen. „Schon jetzt entdecken wir neue Möglichkeiten des Miteinanders: In Seelingstädt hatten wir zusammen Fronleichnam gefeiert. Es gab gemeinsame Kinderwochen in den Ferien und den Emmausgang nach Thammenhain. Eine Band mit jungen Mitgliedern beider Pfarreien spielt zu Familiengottesdiensten flotte Rhythmen.“

Von Haig Latchinian

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