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Wurzen Kaufmann klagt über mauen Umsatz und Streit in Kühren
Region Wurzen Kaufmann klagt über mauen Umsatz und Streit in Kühren
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14:24 04.02.2016
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Wurzen/Kühren

 Als vor knapp einem Jahr wieder Leben in die verwaiste Konsumfiliale Kührens zog, herrschte Friede, Freude, Eierkuchen. Immerhin fand sich mit der Schildauer Fleisch- und Wurstwaren GmbH (SFW) ein Investor, der im Dorf die regionale Nahversorgung übernehmen wollte – und zwar nach dem Tante-Emma-Prinzip. 30 000 Euro schob die SFW in den Umbau der Immobilie an der Bundesstraße 6. Von der Aufbruchstimmung, die zur Eröffnung im März 2015 sogar den Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) mit einem Blumenstrauß und guten Wünschen vor Ort reisen ließ, ist nicht viel geblieben.

Dabei hatte das Wurzener Stadtparlament von Beginn an alle Wege geebnet und dem Unternehmen das Anwesen für die mittlerweile siebente „Ihr Kaufmann“-Dependance mietfrei zur Verfügung gestellt. Ein Start, in den SFW-Geschäftsführer Wilfried Naumann seine ganze Hoffnung steckte. Davon war zur jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates von Kühren-Burkartshain kaum etwas zu spüren. Naumann wohnte auf Anraten Röglins der Tagung im Vereinsheim Burkartshain bei und erhitzte unter Tagesordnungspunkt 5 a das Gemüt so manchen Volksvertreters.

O-Ton Naumann: „Was mir erstens nicht gefällt, ist, dass der Laden in dieser Gemeinde nicht angenommen wird. Warum, weiß ich nicht. Und zweitens ist die Immobilie, die an der Straße steht, unzureichend gesichert. Wir hatten in der Vergangenheit zwei Einbrüche durch den Nebeneinstieg.“ Deswegen bat der SFW-Chef um rasche Abhilfe, da es sich schließlich um ein kommunales Gebäude handelt. Zum mauen Umsatz und der geringen Kundenfrequenz mutmaßte Naumann kurze Zeit später: „Wir sind der Meinung, die Gemeinde ist zerstritten. Es wird untereinander gehetzt und gegeneinander gearbeitet.“ Das Handtuch zu werfen, komme für ihn aber nicht in Frage. Vielmehr fühle er sich verpflichtet, „für fünf Jahre bei der Stange zu bleiben – und das will ich auch gerne tun“.

Mit Erstaunen lauschte Ortschaftsrat Peter Poppe (Linke) den Ausführungen und fragte Naumann hernach, wie er zu solchen Schlussfolgerungen komme. Seine Antwort: „Weil es im Ort diskutiert wird.“ Und eben auch in der benachbarten Gaststätte. Weitaus besser gefunden hätte es Daniela Thiele (Linke), wenn Naumann nicht den Ortschaftsrat als Podium seiner Sorgen benutzen würde, sondern sich eher mal zusammen mit dem Oberbürgermeister und der Gaststättenwirtin an einen Tisch setzt, um die Probleme aus der Welt zu schaffen. Die Reaktion von Kurt Schiemann (CDU) auf das unverhoffte Fazit fiel hingegen schärfer aus: „Ich finde es anmaßend, so etwas in den Raum zu stellen.“ In einem Ort von der Größe Kührens gebe es immer Diskrepanzen. „Davon den Umsatz eines Ladens abhängig zu machen und das nach einem Jahr, verstehe ich nicht.“ Ferner, so Schiemann, sei dies hier nicht der „neunte Parteitag, der Leute verpflichtet, irgendwo einkaufen zu gehen“.

Letztlich endete die Debatte mit einem Vermittlungsvorschlag von Oberbürgermeister Röglin: Wer Hinweise oder Ideen zur Situation habe, könne sich direkt an ihn wenden, damit er diese postwendend an Naumann weiterreiche.

Von Kai-Uwe Brandt

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