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Keine Patentlösung fürs Parkhaus Wurzen

Keine Patentlösung fürs Parkhaus Wurzen

Autoeinbrüche im Wurzener Parkhaus am laufenden Band - allein neun im Januar. Am 6. Februar klirrte erneut eine Scheibe (die LVZ berichtete). Und vorgestern schon wieder.

Wurzen. Die Scherben der letzten Attacke sind noch nicht einmal weg gekehrt. Wie überhaupt Sauberkeit noch nie ein Aushängeschild für das Parkhaus war. Die Stadt, der das Objekt gehört, lehnt sich zurück und verweist auf ein in Arbeit befindliches Parkleitsystem, in welches das Parkhaus integriert werden soll. Vorher werde in das Parkhaus - und damit auch in mehr Sicherheit - nichts investiert, hatte Frank Rehmann, Liegenschaftsamt, gegenüber der LVZ klargestellt. Und was sagen die im Stadtrat vertretenen Fraktionen zu dem Problem?

"Die Zustände im Parkhaus sind schon seit längerer Zeit vollkommen unbefriedigend", konstatiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rieder. "Der den Stadträten hierzu seitens der Stadtverwaltung seit Jahren gegebene Verweis auf das zu erstellende Parkplatzkonzept, welches bislang nicht einmal ansatzweise in Sicht ist, zeigt das dort eher verdrängt und ,herumgewerkelt' wird, anstatt die Lösung der anstehenden Probleme anzugehen." Rieder betont, dass die CDU-Fraktion einerseits zum Parkhaus stehe - "es sollte auch weiterhin als solches genutzt werden" -, es andererseits nach der Erfahrung der letzten Jahre aber auch an der Zeit sei, das Nutzungskonzept grundsätzlich zu überdenken und "völlig neue Wege" zu gehen. "So wie jetzt zumindest kann es nicht weitergehen", lautet Rieders Fazit, weshalb seine Fraktion das Parkhaus und dessen Nutzung im Rahmen der kommenden Haushaltsdebatte "mit Sicherheit zum wiederholten Male thematisieren" werde.

Viola Heß, Fraktionsvorsitzende der Bürger für Wurzen, hingegen sieht die Verantwortung für die Sicherheit keineswegs bei der Stadtverwaltung, die dafür auch gar kein Personal habe. "Diese Aufgabe obliegt der Polizei, deren Personal bekanntlich gekürzt wurde. Die Forderung nach mehr Sicherheit muss deshalb an das Polizeirevier Grimma adressiert werden." Ihre Fraktion werde im nächsten Stadtrat am 5. März allerdings eine Anfrage nach Kosten und Nutzen des Parkhauses einbringen, kündigt sie an. "Die Kosten für die Beseitigung der Folgen des fortwährende Vandalismus werden derzeit aus dem Stadthaushalt gedeckt. Wir wollen wissen, ob das Parkhaus überhaupt nennenswerte Einnahmen bringt. Sodann ist zu prüfen, ob das Parkhaus an einen privaten Betreiber veräußert werden kann, der vom Erlös für die Instandhaltung und die Sicherheit sorgen kann."

SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz Richerdt kann keine Verantwortung der Stadt erkennen. "Es handelt sich um ein öffentliches Parkhaus, genauso wie von großen Einkaufszentren." Er räumt allerdings ein, dass Dunkelheit und eingeschränkte Einsicht ein Vorteil für Täter seien. Ein "vollständiges Verschließen" oder "Tag- und Nachtbewachung" seien jedoch "aus wirtschaftlichen Gründen" nicht möglich. "Die Gebühren müssten dann um ein Mehrfaches erhöht werden." Stellplatzmieter würden dennoch nicht allein gelassen, verweist er auf Gespräche in Verwaltung und Ausschuss auch zur allgemeinen Sicherheit in Wurzen, wo er die Polizei in der Pflicht sieht. "Wenn hier aber immer mehr Stellen abgebaut werden, ist es auch nicht möglich, für Sicherheit und Ordnung zu sorgen." Letztendlich stelle sich für ihn die Frage, "ob unter Berücksichtigung der erheblichen Unterhaltskosten, durch die Parkgebühren nicht mal im Ansatz gedeckt, das Parkhaus nicht vollständig geschlossen oder gar wieder zurückgebaut werden sollte, um lediglich eine ebenerdige offene Parkfläche zu errichten."

"Das Parkhaus, dessen Lage zudem "nicht die günstigste ist, ist und bleibt für Wurzen ein Problem", sagt Klaus Meißner, Vorsitzender der Linksfraktion. Der Ärger habe schon zur Zeit von Oberbürgermeister Anton Pausch begonnen, erinnert er sich, und ebenso lange schon gebe es keine Lösung, die alle befriedigen würde. Auch Klaus Meißner hebt die Hände: "Auch ich weiß keine." Schließe man das Objekt für die Öffentlichkeit zu, könnten es nur noch Dauerparker nutzen. Und Meißner bezweifelt, dass das Einbrecher abhält. "Wenn jemand eine gute Lösung findet, auf den Tisch damit", ruft er die Wurzener Bürger zu Vorschlägen auf.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.02.2014
Alekowa, Ines

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