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Wurzen Kindertagesstätte Deuben steht auf Platz eins der Prioritätenliste
Region Wurzen Kindertagesstätte Deuben steht auf Platz eins der Prioritätenliste
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17:26 24.02.2016
Plätzchen backen in der Kita – das ist aufregend und lecker zugleich. Quelle: Andreas Röse/Archiv
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Bennewitz

Über Bennewitz könnte zwischen 2016 und 2020 ein warmer Geldregen – maximal 427 260 Euro – niedergehen, wenn die Gemeinde das Sächsische Investitionskraftstärkungsgesetz (SISG) vom Dezember 2015 nutzt. Der Lenkungsausschuss aus Gemeinderäten und ehrenamtlichen Bürgern, der sich mit der Gemeindeentwicklung befasst, hat sich am Dienstag auf eine Prioritätenliste verständigt, die 2017 im Haushalt Berücksichtigung finden soll, um, so das Ziel von Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos), „Bennewitz weiter voranzubringen“.

„Der Fokus des Gesetzes liegt auf der Stärkung des ländlichen und strukturschwachen Raumes“, erklärt Laqua. Der Freistaat unterstütze Gemeinden und Landkreise bei Investitions- und Erhaltungsmaßnahmen bis zum Jahr 2020 aus seinem Fonds „Brücken in die Zukunft“. Gespeist werde dieser Fonds mit Mitteln nach dem Kommunalinvestitionsförderungsgesetz des Bundes vom Juni 2015 – von insgesamt 3,5 Milliarden Euro entfallen 156 Millionen Euro auf Sachsen, der Freistaat stockt dies auf mit 322 Millionen Euro aus Landesmitteln und 322 Millionen Euro aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs. Die Verteilung auf die Kommunen bemisst sich nach deren Anteil an den allgemeinen Schlüsselzuweisungen beziehungsweise der Einwohnerzahl. „427 260 Euro mehr sind schön, aber so viel auch wieder nicht“, meint Laqua. „Um so mehr geht es darum, das Geld sinnvoll einzusetzen.“ Der Rahmen ist eng gesteckt. Denn nicht alle der von Bund wie Land vorgegebenen und nur teils übereinstimmenden Förderbereiche treffen auf Bennewitz zu. „Ein Krankenhaus haben wir ebenso wenig wie überbetriebliche Berufsausbildung, und ein gefördertes Ausbauziel von 50 MBit bei Breitbandausbau entspricht nicht unserem von 100 MBit“, erklärt Laqua.

Herauskristallisiert haben sich vier Maßnahmen, weitere vier wären denkbar. Obenan auf der Prioritätenliste steht die Kindertagesstätte in Deuben. Deren Lage mit dem parkähnlichen Gelände in Richtung Mulde sei eigentlich „perfekt“, sagt Laqua. Trotzdem beschreibt er die momentane Situation hier als wenig befriedigend. Die Einrichtung ist auf drei Häuser verteilt, was hinsichtlich der Bewirtschaftung wenig effizient sei. Im Rathaus überlegt man deshalb, den hauptsächlich von der Volkssolidarität genutzten Saal und die ebenfalls nur temporär beanspruchte Küche im Erdgeschoss von Haus I zu vier Gruppenräumen umzubauen und dafür die so genannte Baracke auf der gegenüberliegenden Straßenseite umzuwidmen, vielleicht zu einem Dorfgemeinschaftshaus. „Das spart Wege, Heizung, Material“, sagt der Bürgermeister. Finanziert werden könnte das Vorhaben durch eine Kombination aus Bundes- und Landesmitteln. „Aber damit wäre das Geld eigentlich auch schon alle“, rechnet Laqua vor.

Trotzdem hat man in Bennewitz, um für alle Fälle gerüstet zu sein, die Wunschliste fortgesetzt. Auf Platz zwei haben Gemeindeverwaltung und Lenkungsausschuss die Brachenrevitalisierung mit dem Abriss zweier hochwassergeschädigter Häuser in Pausitz und dem Abriss des nicht mehr benötigten Schornsteins am ehemaligen Gasthof Bennewitz gesetzt. Beides wird zwar bereits zu 90 Prozent aus dem Brachenprogramm des Freistaates gefördert, aber um Eigenmittel zu sparen, könnten die restlichen zehn Prozent aus dem SIGS ergänzt werden.

Die dritte Maßnahme ist im Bereich Städtebau der Umbau des kommunalen Hauses Dorfstraße 9/22 in Bennewitz, „um zusammen mit dem vom DRK im ehemaligen Gasthof geplanten betreuten Wohnen und der Umstrukturierung des Jugendhauses zum Dorfzentrum die Angebote für die ältere Generation im Kernort der Gemeinde zu stärken“. Auch hier, erläutert Laqua, sei ein Zugriff auf mehrere Fördertöpfe möglich.

Nummer vier der Wunschliste liegt dem Bürgermeister besonders am Herzen – der Sport. „Blau-Weiß Bennewitz erlebt im Moment einen so starken Ansturm an Kindern und Jugendlichen, dass wir über kurz oder lang mehr Spielflächen benötigen – notfalls mit Eigenmitteln angelegt“, stellt der Bürgermeister klar.

Auf den Plätzen folgen ein Blockheizkraftwerk am Rathaus, das überschüssige Wärme der Rath GmbH für das Quartier rundum nutzbar machen könnte, des Weiteren die energetische Sanierung kommunaler Einrichtungen, die Anschaffung von Sirenen und mobilen Hochwasserschutzelementen und schließlich der Ausbau der durch Deichbau wie Landwirtschaft stark beanspruchten Kreuzung in Deuben/Richtung Grubnitz.

Ende Februar soll die Liste beim Landkreis vorliegen und nach Diskussion im Sächsischen Städte- und Gemeindetag im April im Gemeinderat abgestimmt werden, damit die Maßnahmen bis Mitte Mai angemeldet werden können. An eine Realisierung ist frühestens 2017 zu denken. „Zuerst müssen wir einmal die Planung anschieben“, so der Bürgermeister.

Von Ines Alekowa

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