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Wurzen Kita-Neubau Brandis: Parkplätze sind Knackpunkt im Planentwurf
Region Wurzen Kita-Neubau Brandis: Parkplätze sind Knackpunkt im Planentwurf
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17:02 11.03.2018
Auf dem Areal zwischen Mischgebiet (l.), Gärten (r.) und Straße zum Klinikum soll die neue Kita entstehen. Quelle: Google Maps
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Brandis

Der Stadtrat hatte im Januar vor einem Jahr die Aufstellung des B-Planes beschlossen. Der ist samt Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich, da die avisierte Fläche außerhalb der zusammenhängenden örtlichen Bebauung liegt. Bürger und Träger öffentlicher Belange wurden im Januar dieses Jahres frühzeitig beteiligt, eingegangene Stellungnahmen ausgewertet und in den vorliegenden Entwurf einbezogen, rekapitulierte Bauamtsleiterin Kerstin Quandt. Demnach soll die neue Kita in eingeschossiger Bauweise auf einem 0,62 Hektar großen Gelände südlich von Bahnanlagen und Ex-Bahnhof entstehen und 180 Kindern – 120 im Kindergarten, 60 in der Krippe – Platz bieten. Im Westen wird das Areal durch ein Mischgebiet begrenzt, im Osten durch Kleingärten. Das Plangebiet selbst ist unbebaut, alte Gebäude auf dem einstigen Lagerplatz wurden längst abgerissen. Um die unmittelbar angrenzende Bebauung von der Außenspielfläche der Kita abzuschirmen, soll ein Zaun errichtet und mit Hecken hinterpflanzt werden.

Der Knackpunkt: die Parkplätze. Die Zufahrt und die Stellplätze für das Bringen und Abholen der Kinder wurden „im nördlichen Bereich“ festgesetzt, weitere Stellplätze für Mitarbeiter im Südosten. Quandt konkretisierte: Man habe für Parkplätze eine Fläche der Deutschen Bahn (DB) im Fokus, „in der Hoffnung, dass wir sie ihr, wenn wir die Kita haben, abkaufen können“. Die besagte Fläche liegt an der in Richtung Klinikum führenden Schotterstraße. Eine „angemessene Lösung, auch optisch“, fand auch Hauptamtsleiter Robert Kröber. Mit dem Hinweis, dass die DB bei der frühzeitigen Beteiligung keine Einwände gegen das Bauvorhaben vorgebracht, vielmehr die Erwartung geäußert habe, dass die Stadt auf sie zukommt, rückte Quandt allerdings erst später heraus. Da war die Diskussion schon entbrannt.

Au diesem Areal hinter dem Bahnübergang Am Bahnhof in Brandis soll eventuell eine neue Kindertagesstätte entstehen. Quelle: Thomas Kube

„Wir planen eine Kita mit 180 Plätzen und weisen Parkflächen aus auf einem Grundstück, das uns nicht gehört“, meldete Alexander Busch (CDU) Diskussionsbedarf an. „Im ländlichen Raum ist es normal, die Kinder mit dem Auto zu bringen, deshalb müssen wir Parkplätze zur Verfügung stellen und zwar möglichst auf einer Fläche, die uns gehört.“ Roland Eibeck (CDU) betonte, dass schon der Technische Ausschuss die Stadt aufgefordert habe, über Alternativen nachzudenken. Auch Ulrich Gäbel (Linke) hatte Bedenken. Er erinnerte, dass die Bahn die Stadt schon beim Flächenbedarf für einen Kreisverkehr an der Kreuzung Lange Straße/Bahnhofstraße „abgebügelt“ habe.

Bürgermeister Arno Jesse (SPD) versuchte zu relativieren. „Dass die Bahn grundsätzlich nicht verkauft, stimmt nicht. Aber wir müssen ein dickes Brett bohren.“ Jesse begründete den Ansatz der Verwaltung, die Parkplätze nicht auf städtischem Areal anzulegen, mit wirtschaftlichen Überlegungen. Die Parkplätze würden die Stadt „2000 Quadratmeter wertvolles Land kosten, das unsere Wohnungsgesellschaft vermarkten soll“. Auch den Planentwurf jetzt zu ändern und damit die Auslegung zu verschieben, lehnte er mit Verweis auf den laufenden Fördermittelantrag und den schon beim Landratsamt liegenden Bauantrag ab. „Wir würden den Prozess damit um zwei Monate verzögern, und das wollen wir nicht.“

Der Rat folgte schließlich einhellig dem Vorschlag von Detlef Holzmann (Fraktion SPD/Grüne), den Entwurf zu beschließen, aber mit dem Vermerk, dass die Verwaltung die Parkplatzplanung überdenkt.

Von Ines Alekowa

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