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Wurzen Kitz ohne Chance gegen Dobermann
Region Wurzen Kitz ohne Chance gegen Dobermann
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15:41 17.07.2015
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. Das Wild allerdings hat es erheblich schwerer. Die Tiere suchen im Schnee nach dem wenigen noch vorhandenen Futter. Umso bedenklicher ist ein Vorfall, der sich jetzt in Brandis abspielte.

Als Jagdpächter Detlef Holzmann mit einem Kollegen auf dem ehemaligen Flugplatz in Waldpolenz am vergangenen Sonntag nach dem Rechten schauen wollte, hörten die beiden Schreie. Zunächst dachten sie an Kinder, doch schnell erkannten sie, dass die Töne von Rehen stammten. Als sie dann einen Mann antrafen mit einer Hundeleine, aber ohne Hund, war ihnen klar, dass vermutlich etwas Schreckliches passiert war.

Nachdem sie ihn angesprochen hatten, habe er zunächst einmal gepfiffen. Daraufhin sei ein Dobermann-Rottweiler-Mischling aufgetaucht, schildern die Revierinhaber den Vorfall. Doch das sei es noch nicht gewesen. Auf einen zweiten Pfiff hin sei auch noch ein großer Dobermann aus dem Gelände gekommen. „Unglaublich", so die Jagdpächter, eine Leine, aber zwei große Hunde, die wildern. Doch an der Reaktion des Mannes sei keinerlei Einsicht zu erkennen gewesen, dass sein Handeln nicht in Ordnung war. Die wird nun möglicherweise auf dem Rechtsweg herbeigeführt. Die Polizei wurde gerufen, die Personalien festgestellt, die Strafanzeige läuft.

Holzmann und sein Partner können über den Vorfall nur den Kopf schütteln. Es gebe Bestimmungen, die einzuhalten seien. Und es gebe auch Schilder, auf denen das nachzulesen sei. „Doch wenn man etwas sagt, dann heißt es nur, wo denn das stehe", sagt Holzmann. Dabei würde es eigentlich schon reichen, einfach nur ein wenig Verständnis für die Natur und fürs Wild aufzubringen. „Wir sitzen in der warmen Stube, aber die Tiere befinden sich in einer Notzeit. Sie haben keine Reserven. Und dann werden sie auch noch gehetzt."

Er appelliert an die Vernunft. In einer Wildruhezone sei das Betreten generell verboten. Auf den Wegen zu bleiben und Hunde an die Leine zu nehmen, das sei für ihn das Mindeste. Das Rehwild zum Beispiel müsse zum Überleben unbedingt Energie aufnehmen, finde aber kaum Äsung. Wenn die Tiere dann auch noch beim Verdauen aufgescheucht würden, sei ihr Leben in Gefahr. „Wir füttern zurzeit, um die Kitze über den Winter zu bringen", sagen die Jagdpächter, „und wir schießen nicht, obwohl es aus der Gastronomie große Nachfrage gibt."

Am vergangenen Sonntag mussten die beiden von diesem Vorsatz allerdings abweichen. Die Schreie, die sie gehört hatten, stammten von einem Rehkitz. Einer der Hunde hatte das Jungtier so schwer verletzt, dass es erschossen werden musste, um es von seinen Qualen zu befreien. Dass der Verursacher jetzt mit einer Strafe rechnen muss, befriedigt Holzmann nicht wirklich. „Besser wäre, er käme zur Einsicht und würde zum Beispiel eine Spende ans Tierheim leisten."

Heinrich Lillie

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