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Wurzen Klassenkampf am Gymnasium
Region Wurzen Klassenkampf am Gymnasium
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05:00 18.10.2011
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. Trotz klarer gesetzlicher Bestimmungen verweigert die Regionalstelle Leipzig der Sächsischen Bildungsagentur (SBA)die Bildung einer weiteren fünften Klasse am Gymnasium. Personalengpässe seien schuld.

Eigentlich müsste es in diesem Schuljahr am Lichtwer-Gymnasium vier fünfte Klassen geben. Mit 85 Schülern sind dafür Kinder genug gemeldet. Der Klassenteiler liegt nach der einschlägigen Vorschrift des Sächsischen Schulgesetzes (Paragraf 4a Absatz 2) bei 28 Schülern. Dennoch blieb es bislang bei drei Klassen. Offiziell, weil das für eine Klassenteilung noch fehlende Kind erst in der letzten Woche der Sommerferien gemeldet wurde und damit nach Abschluss der Planungsphase bei der SBA.

Die zitierte Vorschrift lässt an Klarheit nichts zu wünschen übrig: „In allen Schularten werden je Klasse nicht mehr als 28 Schüler unterrichtet", heißt es im Gesetz. Das lässt kaum Raum für Interpretationen. Überschreitungen dieser Klassenstärke – auch das postuliert die Norm – „bedürfen der Beschlussfassung durch die Schulkonferenz". Diese hat am 4. Oktober zum Thema getagt und die erforderliche Ausnahmegenehmigung ausdrücklich nicht erteilt. Die Entscheidung erging sogar einstimmig. Dennoch wird es wohl keine Klassenteilung geben. Die SBA hat dies nach LVZ-Informationen in der vergangenen Woche gegenüber dem Gymnasium deutlich gemacht.

Zur Begründung dieser Haltung verwies Pressesprecher Roman Schulz gestern für seine Behörde auf die angespannte Personalsituation. „Wir haben keine Reserven. So wie es jetzt ist, kommen wir ganz gut klar. Aber da ist wenig Luft nach oben." Die Bildung einer vierten Klasse erfordere etwa eine Lehrerstelle. „Und die haben wir nicht." Heißt im Klartext: Wenn eine vierte Klasse gebildet würde, gäbe es kaum mehr Reserven für etwaig erforderliche Vertretungen. „Damit riskieren wir dann mehr Ausfall für alle Fünftklässler."

Dieser Darstellung trat Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) gestern nach Rücksprache mit der Schule entgegen: „Am Gymnasium wurde ja bereits vierzügig unterrichtet." Es sei auch nicht so, dass jetzt weniger Kollegen da wären als im vorigen Jahr. „Die Lehrer sind bereit, den aktuellen Stundenplan zu hinterfragen, um die vierte Klasse möglich zu machen." Die behauptete Personalnot gebe es so nicht. Im Übrigen messe die Behörde mit zweierlei Maß. „Wenn die Klassenstärke im laufenden Schuljahr unter die Mindestgröße sinkt, geht es ganz fix mit der Klassenzusammenlegung", so Röglin. In einem Schreiben an die SBA habe er diese aufgefordert, die gesetzlichen Bestimmungen umzusetzen.

Pressesprecher Schulz räumt ein, dass die Gesetzeslage für die Wurzener Forderungen spricht und Erwartungshaltungen weckt. Jetzt werde hausintern geprüft, wie damit umzugehen sei. Gleichzeitig trat er dem Vorwurf entgegen, Behördenleiter Ralf Berger habe in Gutsherrenmanier und recht barsch entschieden. „Das ist kein böser Wille. Wir folgen Sachzwängen. "

Markus Tiedke

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