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Klavierfilze für die Musikindustrie – Wurzener Firma sorgt für guten Klang

Landrat Henry Graichen zu Besuch in der Filzfabrik Klavierfilze für die Musikindustrie – Wurzener Firma sorgt für guten Klang

Landrat Henry Graichen besuchte jetzt im Rahmen seiner Unternehmensbesuche die Filzfabrik Wurzen. Dort entstehen Nischenprodukte, unter anderem Klavierfilze für die Musikindustrie.

Beim Rundgang in der Fabrik: Der kaufmännische Leiter Volkmar Erl, OBM Jörg Röglin, Firmenmanager Henry Dubois und Landrat Henry Graichen (v.l.).

Quelle: Frank Schmidt

Wurzen. Im Rahmen seiner Unternehmensbesuche war Landrat Henry Graichen (CDU) am Freitag zu Gast in der Filzfabrik Wurzen, er wurde von Wurzens Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) begleitet. Das Traditionsunternehmen am westlichen Stadtrand hat sich 1861 hier angesiedelt, erfuhr der Landrat, für den es eine Art Antrittsbesuch war, um nach seiner Wahl vor einem halben Jahr neben Land und Leuten auch Industrie und Wirtschaft näher kennenzulernen. Besuche in der Wirtschaft standen auch bei seinem Vorgänger regelmäßig im Kalender.

Die Filzfabrik ist Hersteller von Industriefilzen für den Maschinenbau, die Auto- und Lebensmittelindustrie. Den klassischen Filzhut sucht man indes vergebens in der Produktpalette, wie der neue kaufmännische Leiter, Volkmar Erl, schmunzelnd bestätigte. „Selbst die Besucherpantoffeln im Werksverkauf haben wir zugekauft“, sagt der 47-Jährige, der erst seit August 2014 im Unternehmen tätig ist und als Betriebswirtschaftler mit BWL-Studium aus der Telekommunikationsbranche kommt. Zwar sei die Filzfabrik für ihn völliges Neuland, der Name jedoch altbekannt. Vor allem als Hersteller von Klavierfilzen für die Musikindustrie hat sich die Firma nach Angaben der Geschäftsleitung einen international guten Ruf erarbeitet. Grundlage seien die Innovationen des Unternehmens für Nischenprodukte, welche mit derzeit 138 Mitarbeitern umgesetzt werden.

„Wir stellen Spezialprodukte her und keine Massenware“, unterstrich Firmenmanager Henry Dubois. Etwa 50 Prozent der Kunden stammen aus dem Ausland, vornehmlich China, Japan und ganz Europa. Zum personellen Kapital gehören neun Auszubildende, den Beruf des Industriekaufmanns und vor allem des Textilmaschinenführers erlernen. „Den herkömmlichen Filzmacher gibt es nicht mehr, da es immer neue Technologien zur Herstellung von Filzen gibt“, erklärte Erl den Wandel in der Berufsbezeichnung. Das habe aber keinen Einfluss auf die Nachwuchsprobleme, mit denen der Betrieb trotz einschlägiger Werbung in Schulen zu kämpfen habe.

Der Rohstoff besteht ausschließlich aus Merinowolle, die in 200 bis 300 Kilogramm schweren Ballen angeliefert und in den Betriebshallen verarbeitet wird. Dort allerdings stehen die Mitarbeiter an Maschinen, die augenscheinlich nicht der neuesten Technologie entstammen. „Der optische Zustand der Maschinen spiegelt nicht die darin steckenden Innovationen wider“, relativierte Erl den ersten Eindruck und gab zu verstehen, dass viel in detaillierte Entwicklung der Maschinen investiert wurde.

Graichen nutzte die Gelegenheit für Werbung in eigener Sache und verwies auf den 10. Wirtschaftstag „Mittelstand Digital“, der am 10. März in der Stadthalle Zwenkau stattfindet. Hier, so lud der Landrat die Unternehmensleitung ein, gehe es um verschiedene Facetten des industriedigitalen Wandels der Gesellschaft – vom Breitbandausbau bis hin zum Internet. In Sachen Ausbildung empfahl Graichen der Filzfabrik sich an der Initiative „Schau rein!“ zu beteiligen, die in dieser Woche Schüler in die Betriebe lockt, um ihnen Firmen und Institutionen vorzustellen.

Von Frank Schmidt

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