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Wurzen Klein-Kreta mitten in Wurzen
Region Wurzen Klein-Kreta mitten in Wurzen
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08:56 16.03.2018
25 Jahre griechische Familientradition in Wurzen: Koch Ionis Abostolakis (l.) und Emmanuel Kardamakis fühlen sich wohl in Wurzen. Quelle: Foto: Haig Latchinian
Wurzen

Liebe geht durch den Magen: Seit einem Vierteljahrhundert verwöhnen griechische Gastronomen in Wurzen die Freunde der mediterranen Küche. Mit ihren Gastgebern von der Insel Kreta verbindet die Feinschmecker inzwischen mehr als nur Gyros, Moussaka oder Raki. Franziskos Mastrachas zählt die Wurzener längst zu seiner Familie. Keine hohle Phrase. Als er in der Nähe der kretischen Hauptstadt Heraklion seine Suola geheiratet hatte, feierte dort eine große Abordnung der Wurzener mit. Und als auf der beliebten Ferieninsel seine beiden in der Muldestadt geborenen Kinder Evelina und Georgios getauft wurden, ließen sich auch das 70(!) reiselustige Wurzener nicht entgehen.

Franziskos, in Wurzen nur unter „Franz“ bekannt, kam nach der Wende nach Wurzen. In Leipzig hatte er sich in einem griechischen Restaurant seine ersten Sporen verdient und eröffnete 1994 in der Wurzener Marienstraße sein erstes Lokal – der Beginn einer wahren Erfolgsgeschichte. Zwar ist der Familienvater inzwischen in seine Heimat zurück gekehrt – Wurzen aber bleibt er auch aus der Ferne treu. Im 1000-Seelendorf Gergeri am Fuße eines Bergmassivs und etwa eine halbe Autostunde vom Meer entfernt bewirtschaftet er seinen Olivenhain. Einmal im Jahr schickt er eine ganze Lkw-Ladung voller Flaschen nach Wurzen. Dort wartet sein Schwager Emmanuel Kardamakis immer schon sehnsüchtig auf das edle kaltgepresste, ungefilterte Öl, um den Speisen den letzten Pfiff zu geben.

Auf dem Gelände der ehemaligen Teppichfabrik ist mittlerweile ein stimmungsvolles Klein-Kreta entstanden. Hierhin zog Geschäftsführer Kardamakis mit seinen Kollegen, als die einstige Gaststätte nahe des Wurzener Stadions an ihre Kapazitätsgrenze stieß. 130 Plätze, dazu im Sommer Freisitz und an Wochenenden Hüpfburg für die Kinder – der „Grieche“ ist einer der Lieblingsplätze der Wurzener.

Wieland Pohl und sein Kollege Hans Lohse von der Textilpflege Wurzen holt dort jede Woche Tischdecken, Vorbinder und Gardinen ab. Mit seinem „Manoli“, so nennt er den Chef, ist er längst per du: „Wir kennen uns nun schon ewig und drei Tage, wir verstehen uns prima.“ Ernst Petter, der schräg gegenüber der Gaststätte wohnt, schenkte dem Chef einen liebevoll gestalteten Bildband zum Werden und Wachsen des Restaurants: „Für unsere Stadt ist es ein Glücksfall, dass dort, wo einst die alte Fabrik stand, so eine schöne Gaststätte zum Treffpunkt geworden ist“, stimmt Petter ein Loblied an. Er selbst sei Stammgast und wie viele andere Wurzener gut befreundet mit dem Chef.

Emmanuel Kardamakis, 42 Jahre alt, fühlt sich in Wurzen zu Hause. Mit seiner Frau Kerri sowie den Töchtern Iona und Alexia wohnt der Geschäftsführer am Bürgermeister-Schmidt-Platz. Er sieht sich nicht nur als Gastronom, sondern auch als Botschafter der griechischen Kultur. Sein Lokal ist besonders in der warmen Jahreszeit eine Art Open-Air-Museum: Tonkrüge, Wein, historische Fotos. Dazu die Musik, die Lust auf eine Reise nach Hellas macht. „Manoli“, der 2004 in Wurzen die Fußball-Europameisterschaft seiner Griechen feierte und jede Menge Glückwünsche erhielt, fährt mindestens einmal im Jahr zu seinen Eltern ins Dorf Gergeri: „Ich weiß, viele Wurzener, die am Meer ihre Ferien verbringen, besuchen noch immer ihren Franz, meinen Schwager. Der lädt sie dann zu Lammspießen ein und stößt mit einem Glas Wein an.“

Aus der Küche grüßt Ionis Abostolakis. Wie immer hat er alle Hände voll zu tun und kümmert sich gerade um den Fisch. Der Koch ist Aktivist der ersten Stunde. Er war damals mit Franziskos an die Mulde gekommen und sorgt dort weiter täglich fürs leibliche Wohl der Wurzener. Ein Vierteljahrhundert nun schon: „Wie die Zeit vergeht!“

Von Haig Latchinian

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