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Ausschuss favorisiert nur noch zwei Grundschulstandorte in Wurzen

Knappes Votum Ausschuss favorisiert nur noch zwei Grundschulstandorte in Wurzen

Mit vier Ja- und drei Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen hat sich der Kulturausschuss für die Fusion der beiden Grundschulen Ringelnatz und Sternwarte sowie der Kita Knirpsenland zu einem Bildungszentrum Nord ausgesprochen. Damit würde es in Zukunft nur noch zwei Grundschulstandorte in Wurzen geben.

Eltern der Grundschule „An der Sternwarte“ entrollen vorm Stadthaus ein Banner, um die ihrer Forderung zum Erhalt dreier Grundschulstandorte in Wurzen Nachdruck zu verleihen.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen. Der erste Nagel ist eingeschlagen: Mit einem denkbar knappen Votum von vier Ja- zu drei Nein-Stimmen bei zwei Enthaltungen empfiehlt der Kulturausschuss dem Stadtrat zu seiner Sondersitzung am 7. März die „Zusammenlegung der ,Ringelnatz-Grundschule’, der Grundschule ,An der Sternwarte’ und der Kita ,Knirpsenland’ zu einem Bildungszentrum Nord“.

Gerade jenes Thema bewegt nunmehr seit Wochen nicht nur die Stadtverwaltung, sondern vor allem Eltern, Lehrer und Kinder der Sternwarte-Grundschule. Immerhin würde mit dieser Variante das erst im August 1994 eingeweihte Gebäude in der Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße aufgrund seines baulich desolaten Zustandes abgerissen. Noch am Dienstag hatten über 200 Einwohner an einer Bürgerversammlung teilgenommen und für den Erhalt dreier Schulstandorte plädiert (die LVZ berichtete). 24 Stunden später empfingen sie die Volksvertreter gleich im Eingangsbereich des Stadthauses mit einem Banner – „Die richtige Entscheidung für die Kinder in Wurzen!“ – und füllten im Anschluss die Reihen der Besucherstühle. Doch selbst die Tagung der Abgeordneten war diesmal anders als sonst. Statt eines parlamentarischen Ausschusses lud Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) am Mittwochabend gleich drei ein – neben dem Kulturausschuss auch den Ausschuss für Technik und Stadtentwicklung sowie den Verwaltungs- und Finanzausschuss. Schließlich sollte das Gremium für Finanzen zugleich die Verkaufsausschreibung von Teilstücken des Areals am Clara-Zetkin-Platz beschließen, um den Weg für den Umzug der Musikschule Muldental zu ebnen und für einen Einkaufsmarkt an der Ecke zur Goethestraße. Derzeit ist die Musikschule „Theodor Uhlig“ Mieter der beiden oberen Etagen der Ringelnatz-Grundschule und müsste mit der Errichtung des Bildungszentrums Nord umziehen. Dafür will die Stadtverwaltung den denkmalgeschützten Wasserturm sowie das ehemalige Amt für Landwirtschaft zur Verfügung stellen. Dem Vorschlag folgten sechs Kommunalpolitiker, zwei enthielten sich.

Mit fünfmal Ja, zweimal Nein und zwei Enthaltungen wurde außerdem die Beschlussvorlage zur Offenlegung eines Bebauungsplanes„Handeln und Musizieren am und im Wasserturm“ durch die Vertreter des Technischen Ausschusses verabschiedet. Wie Röglin betonte, wünscht ein Discounter „von der Peripherie“ näher ans Stadtzentrum zu rücken. „Es kommt also kein neuer Einkaufsmarkt an den Clara-Zetkin-Platz.“

Leicht hatten es sich die Stadträte mit ihrem Urteil nicht gemacht – auch unter dem Eindruck der Bürgerversammlung tags zuvor. So ließ unter anderem Martina Schmerler (SPD) wissen, dass sie sich beim Wurzener Planungsbüro Hagen Weidemüller erkundigte, inwieweit vielleicht eine Sanierung der Sternwarte möglich sei. Die Experten rieten davon ab. Für drei Schulstandorte sprach sich Sven Hinneburg (CDU) aus. Denn: „Was einmal weg ist, ist weg“. Peter Poppe (Linke) favorisierte das Bildungszentrum Nord schon allein wegen der geringeren Kosten. Und Hannelore Dietzschold (CDU) zufolge habe die Variante Nord schon deswegen „Charme, weil mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden“. Besorgt zeigte sich Petra Röber (Linke) angesichts eines künftigen Hortes, den dann etwa 300 Kinder nutzen. Sie enthielt sich der Abstimmung. Die Gäste jedenfalls diskutierten draußen noch lange nach der Debatte über das knappe Ergebnis. Eine endgültige Entscheidung aber fällt am 7. März der Stadtrat.

Von Kai-Uwe Brandt

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