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Wurzen Kollauer wünschen sich alten Flügeldeich zurück
Region Wurzen Kollauer wünschen sich alten Flügeldeich zurück
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16:26 19.05.2015
Land unter in Kollau: Die Heimat der 80 Bewohner, die sich an einen Damm der Mulde schmiegt, wurde nach 2002 erneut überflutet. Quelle: Heiko Wandeleasyfly Muldental

Ab 19 Uhr soll es Antworten auf die Frage geben, welche Maßnahmen die Landestalsperrenverwaltung (LTV) plant, um die Orte zwischen Wurzen und Eilenburg vor einer erneuten Hochwasserkatastrophe zu schützen. Dazu wird Axel Bobbe, zuständiger Betriebsleiter der LTV für Elbaue, Mulde und Weiße Elster, erwartet.

"Wir möchten die Sorgen der Bürger entgegennehmen und Informationen vermitteln", teilte der Thallwitzer Amtsverweser Jürgen Schmidt (CDU) zum Anliegen der Veranstaltung mit. Gemeinsam mit Gemeindewehrleiter Thomas Pöge werde er außerdem über die Situation während des jüngsten Hochwassers berichten. "Anhand von Luftaufnahmen können wir zeigen, wo die Dämme überströmt wurden und wo sie gebrochen sind", gibt Schmidt Auskunft. Im Bereich der Gemeinde Thallwitz hatte es zwei Deichbrüche gegeben, einen südlich von Kollau und einen bei Canitz. Beide sind inzwischen wieder geschlossen.

Thema am Donnerstag soll auch das Hochwasserschutzkonzept sein, das seit dem Jahr 2005 für die Mulde vorliegt. "Anhand der Überflutungskarten wollen wir den Bürgern auch noch einmal vor Augen führen, was ein HQ 50, ein HQ 100 und ein HQ 150 für ihr Anwesen konkret bedeutet." Denn nicht nur das Land und die Kommune seien beim Thema Hochwasserschutz gefordert, gibt Schmidt zu bedenken. "Auch die Grundstückseigentümer müssen noch mehr Vorsorge treffen und ihre Häuser so ertüchtigen, wie es an Mosel und Rhein seit jeher praktiziert wird."

Einer Forderung, die die Kollauer erheben, wolle man sich ernsthaft widmen. "Früher gab es rund um Kollau einen Flügeldeich, der quasi als zweite Verteidigungslinie diente und das Dorf vor Überflutung geschützt hat." Dieser, berichtet der Amtsverweser, sei nur noch in Relikten vorhanden. "Wir wollen sachlich prüfen, was möglich ist, um den Schutz der Ortschaft zu verbessern, eventuell in Form dieses schon einmal existierenden Flügeldeiches." So müsse geklärt werden, ob es für die einstige Wasserbarriere noch qualifizierte Bauunterlagen und ordnungsgemäße Nachweise gibt. "Hier sind wir auf die Erinnerung der Kollauer angewiesen", hoffen Amtsverweser Schmidt und Gemeindewehrleiter Pöge auf Zuarbeiten.

Bei der morgigen Informationsveranstaltung soll es aber auch um die Sorgen der anderen Thallwitzer Ortschaften gehen, die sich mehr Sicherheit am Fluss erhoffen. Auch die Lossa habe Probleme bereitet. Diesem Thema, so Schmidt, wolle man sich ebenfalls widmen. Neben Axel Bobbe von der LTV habe auch Kreisumweltamtsleiter Lutz Bergmann seine Teilnahme zugesagt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.07.2013

Simone Prenzel

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