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Wurzen Kommunales Bündnis im Wurzener Land zieht erstmals Bilanz nach Gründung
Region Wurzen Kommunales Bündnis im Wurzener Land zieht erstmals Bilanz nach Gründung
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00:22 15.02.2018
Voller Saal: Was seit Gründung der kommunalen Allianz im Wurzener Land alles passiert ist, erfuhren die geladenen Gäste zur Aktionsraumkonferenz im Kulturhaus Schweizergarten. Quelle: Foto:
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Wurzen

In wenigen Wochen wird die Allianz drei Jahre alt – genau am 12. März. Denn 2015 unterzeichneten die Bürgermeister Jörg Röglin (SPD), Thomas Pöge (parteilos), Uwe Weigelt (SPD) und Bernd Laqua (parteilos) im Steinarbeiterhaus Hohburg eine „interkommunale Kooperationsvereinbarung“ der vier Gemeinden Wurzen, Thallwitz, Lossatal sowie Bennewitz und schufen per Unterschrift den Aktionsraum „Wurzener Land“ – aber vor allem und zum ersten Mal im Freistaat Sachsen eine Alternative zu den sonst üblichen Eingemeindungen. Seither ist viel passiert. Was genau, erfuhren unlängst die geladenen Gäste der Aktionsraumkonferenz „Wurzener Land“ im großen Saal des Kulturhauses „Schweizergarten“, darunter Petra Köpping (SPD), Ministerin für Gleichstellung und Integration, sowie Landrat Henry Graichen (CDU).

So hob das Bündnis, welches sich den historischen Namen des einstigen Herrschaftsgebietes der Wurzener Bischöfe gab, über die Zeit verschiedene Vorhaben und Initiativen aus der Taufe, wie zum Beispiel das Stadt-Umland-Konzept, die Wurzener Landwerke oder eine Potenzialanalyse Breitband.

Doch begonnen hat der Schulterschluss zunächst mit einem Demografieprojekt. Hierbei kreierten Bürger und die Verwaltungen Ideen einer kooperativen und innovativen Zusammenarbeit. Doch nicht nur daran erinnerte Wurzens Stadtoberhaupt Röglin in seiner Rede. „Der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt“, betonte der 48-Jährige. Denn ursprünglich beschäftigte sich das Quartett mit der Frage „nach der Zukunft im Wettbewerb der Regionen bei immer schwieriger werdenden Aufgaben und dem demografischen Wandel“.

Mittlerweile können die vier Kommunen auf einige Erfolge zurückblicken. Welche das konkret sind, erfuhren die Zuhörer während der anschließenden Podiumsdiskussionen, die die Projektsteuerer Sabine Heymann und Holger Tschense moderierten. Dabei kamen unter anderem die neue Sporthalle Lossatal zur Sprache, die multiplen Häuser oder die Umnutzung der ehemaligen Mittelschule in Röcknitz. Im Thallwitzer Ortsteil, erzählte Bürgermeister Pöge, entstehen 22 Wohnungen, die sich nach dem Bedarf vor Ort richten. Eben für sogenannte „Nestflüchter“, die mit 18 Jahren gern selbstständig sein möchten und bezahlbaren Wohnraum suchen. Oder für ältere Bewohner, mit entsprechenden Annehmlichkeiten. Darüber hinaus soll das Gebäude später auch Platz für zwei Gästezimmer bieten, da es in Röcknitz keine Pension mehr gibt.

Zum Thema Breitbandausbau sprach Bernd Laqua. Ihm und Pöge gelang es im Dezember des Vorjahres eine Förderung des Bundes zu akquirieren – knapp 17 Millionen Euro. „Lebensverhältnisse in Stadt und Land werden heute noch mehr am Zugang zum Breitband als am Zugang zur Autobahn gemessen“, verdeutlichte der Bennewitzer Rathauschef die aktuelle Entwicklung. Allein die Versorgung des „Wurzener Landes“ – circa 8000 Haushalte – mit Glasfaser kostet weit über 30 Millionen Euro. Derzeit bemühen sich Laqua und Pöge um weitere Hilfe vom Freistaat, da eine solche Investition nie und nimmer durch die Kommunen geleistet werden könne.

Nicht unerwähnt blieb ferner die Gründung der Wurzener Landwerke im Dezember 2016. Das kommunale Wirtschaftsunternehmen soll den Spielraum für Lösungen der Daseinsvorsorge schaffen – von Energieeffizienz, -erzeugung und -vertrieb über Breitband, Mobilität bis zu Abwasser. Und selbst über die Grenzen des Wurzener Landes strebt die kommunale Allianz unter dem Stichwort „Wert voll – Stadt-Land-Partnerschaft Leipzig & Umland“ eine Zusammenarbeit an, will die Bürgerschaft und das gesellschaftliche Miteinander stärken sowie den Tourismus fördern.

Nach zweieinhalb Stunden endete die Konferenz mit vielen Einblicken für die Teilnehmer bei einem geselligen Austausch am regionalen Imbiss.

Von Kai-Uwe Brandt

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