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Wurzen Kreis schlägt Sicherungsmaßnahmen am Brandiser Ratskeller vor
Region Wurzen Kreis schlägt Sicherungsmaßnahmen am Brandiser Ratskeller vor
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08:00 27.08.2016
Der Ratskeller ist das älteste noch erhaltene Gebäude am Brandiser Markt. Eine historische Postkarten-Ansicht zeigt das einstmals erste Haus am Platze am linken Bildrand. Quelle: Archiv Frank Schimpke
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Brandis

Die Zukunft des Brandiser Ratskellers ist weiter in der Diskussion. Nachdem ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten dem Markt 9 akute Einsturzgefahr bescheinigt hat, schaltete jetzt auch der Landkreis einen Sachverständigen ein. Die Begutachtung durch den Leiter der Sächsischen Landesstelle für Bautechnik, Hans-Alexander Biegholdt, hätte die Befürchtungen der Kommune bestätigt, interpretiert der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD). Der Experte habe im Auftrag des Landratsamtes ein neuerliches statisches Gutachten angefertigt. „Im Wesentlichen“, so Jesse, „wird darin die Einsturzgefahr bestätigt.“

Beim Ratskeller handelt es sich um eines der geschichtsträchtigsten Gebäude am Brandiser Markt und das älteste noch erhaltene Rathaus der Stadt. Das Gebäude, das sich im Eigentum der Kommune befindet, steht seit Jahren leer. Es sei Gefahr im Verzug, hatten die von der Stadt beauftragten Experten gewarnt und zu unverzüglichen Sicherungsmaßnahmen geraten (die LVZ berichtete). Seit zwei Wochen ist das unmittelbare Umfeld des Eckgebäudes nun mit Bauzäunen abgesperrt. Dem Markt ging eine ganze Zufahrtsstraße verloren, weil die angrenzende Rathausgasse für den Verkehr komplett gesperrt wurde.

Das inzwischen vorliegende Kreis-Gutachten bewertet der Brandiser Bürgermeister so: „Die Fachwerkwand zum Markt wird als stark einsturzgefährdet eingeschätzt. Die vorhandene Tragkonstruktion ist unzureichend und müsste ersetzt werden. Gleiches gilt für die Außenwand zur Rathausgasse; hier müsste die Dach- und Deckenkonstruktion stabilisiert werden. Die Rede ist von einer Horizontalverankerung der Deckenscheibe.“ Was auch immer man sich darunter vorzustellen habe, so Jesse.

Kreis schlägt Sicherungsmaßnahmen vor

Brigitte Laux, Sprecherin des Landratsamtes, informiert gegenüber LVZ, dass das neuerliche Gutachten vom Leiter der Sächsischen Landestelle für Bautechnik, Biegholdt, Vorschläge für bauliche – „im Umfang nicht erhebliche Maßnahmen – zur mittelfristigen Sicherung des Ratskellers enthalte. „Nach der Umsetzung könnten die Absperreinrichtungen beseitigt werden, da dann keine unmittelbare Gefahr mehr bestünde.“ Längerfristig, so Laux, müsse dann sicher über umfangreichere Sicherungsmaßnahmen nachgedacht werden.

Mithin sind sich alle Experten, die das Gebäude betreten haben, einig, dass Einsturzgefahr besteht. Die Schlussfolgerungen fallen jedoch bei Stadt und Denkmalschutz unterschiedlich aus. Im Rathaus wird laut über einen möglichen Abriss des Ratskellers nachgedacht, für den man allerdings grünes Licht der Denkmalschützer braucht. Die wiederum verweisen darauf, dass hierzu das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Stadt hat noch keinen Abriss beantragt

„Zum Abriss des Gebäudes gibt es noch keinen Antrag und daher auch keine Entscheidung. Die konkrete denkmalschutzrechtliche Bewertung war ebenfalls noch nicht möglich“, betont die Sprecherin der Kreisbehörde. Hierbei werde die historische Bedeutung bewertet, aber auch die Frage, ob ein Erhalt, ganz oder in Teilen, mach- und zumutbar ist. „Hierzu“, so Laux, „soll das konstruktive Gespräch mit der Stadt Brandis gesucht werden. Es gibt viele positive Beispiele, in denen Neues unter Einbeziehung alter Bausubstanz entstanden ist. Grundsätzlich kann zum Beispiel ein Denkmal fortgeschrieben werden, in dem es durch Neubauzutaten erweitert wird.“ Für Jesse ist dieser Gedanke schwer vorstellbar: „Es geht aktuell in keinster Weise darum, wie das Gebäude genutzt oder bewirtschaftet werden kann, sondern allein um die Frage: Wie ist ein Einsturz zu verhindern?“

Von Simone Prenzel

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