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Wurzen Kreis verhängt Auflagen: Schloss Machern fehlen Fluchtwege
Region Wurzen Kreis verhängt Auflagen: Schloss Machern fehlen Fluchtwege
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00:29 25.03.2018
Im Macherner Schloss bereitet der Brandschutz Probleme. Quelle: Andreas Röse
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Machern

Veranstaltungen im Macherner Schloss stehen derzeit unter keinem guten Stern. Wie jetzt bekannt wurde, hat das Landratsamt bei einer Vorortbegehung schwerwiegende Mängel in Sachen Brandschutz festgestellt. Konzerte, Tagungen und andere Termine mit einer größeren Zahl von Teilnehmern können derzeit nicht mehr ohne Weiteres stattfinden. Jede einzelne Veranstaltung muss bei der zuständigen Behörde angezeigt und grünes Licht eingeholt werden. Auch Pläne zur Inbetriebnahme einer Kaffeerösterei stehen damit auf der Kippe.

Das Schloss ist eines der Aushängeschilder von Machern. Erst kürzlich war Hoffnung aufgekeimt, dass dem prächtigen Barockbau mit der Verpachtung an Konrad Obermüller aus Bad Abbach bei Regensburg eine blühende Zukunft bevorsteht. Doch jetzt sind düstere Wolken über dem Gemäuer aufgezogen.

Das Landratsamt verlangt sofortige Schritte, um dem Brandschutz Genüge zu tun. Sollten keine Maßnahmen ergriffen werden, macht bereits das unschöne Wort „Nutzungsuntersagung“ die Runde. Die festgestellten Mängel reichen von fehlenden Fluchtwegen über Steckdosen ohne Schutzleiter bis zu abgelaufenen Feuerlöschern. Eigentümer der Immobilie ist die Gemeinde, die sich nun etlichen Hausaufgaben gegenüber sieht.

„Die Mängel, die das Landratsamt festgestellt hat, sind noch nicht so lange bekannt“, erklärte Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos). Weder der Wendelstein im Westteil der dreiflügeligen Anlage noch das Treppenhaus im Ostflügel erfüllen laut Kreisbehörde die nötigen Voraussetzungen, um im Brandfall Besuchern ein ungehindertes Entkommen ins Freie zu ermöglichen. Thoralf Schilde, Experte der Firma Firetech, erläuterte die Details: „Der historische Wendelstein scheidet von vornherein als Fluchtweg aus, da Wendeltreppen grundsätzlich nicht als Fluchttreppe zugelassen sind.“ Und auch das Treppenhaus im Ostflügel fällt durch. Hier fehle jegliche Abgrenzung zum Rest des Gebäudes. Zudem würden die historischen Holztüren den Flammen nicht standhalten. „Letztlich“, so der Fachmann „ gibt es ab dem ersten Obergeschoss keinen einzigen baulichen Fluchtweg.“ Um den Anforderungen zu entsprechen, werde man um den Anbau einer Fluchttreppe nicht umhin kommen.

Diese soll sich nach ersten Überlegungen an der Nordwestseite des Gebäudes befinden. Hier existiert eine Terrasse, auf der die Treppe verankert werden müsste. Stahl oder doch lieber Beton? Das war die Frage, die der Technische Ausschuss zu klären hatte. Die Mehrheit votierte für eine Ausführung in Beton, die weniger dominant erschien. Architekt Adrian Dorschner vom Büro Dorschner & Kahl hatte mehrere Varianten zur Diskussion gestellt.

Bürgermeisterin Doreen Lieder wies darauf hin, dass sich die Treppe möglichst harmonisch einfügen soll. Was nicht ganz einfach werden dürfte. Außerdem muss die vorhandene Bausubstanz - insbesondere die hintere Terrasse – auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft werden. Die Kosten für die Betontreppe werden allein auf rund 100 000 Euro geschätzt. Hinzu kommen weitere Aufwendungen. „Außerdem hat auch der Denkmalschutz noch ein Wort mitzureden“, erklärte Doreen Lieder. Am Montag soll das Thema im Gemeinderat weiter behandelt werden.

Von Simone Prenzel

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