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Wurzen Kreiselternrat legt Umfrage zu Schülerverkehr vor
Region Wurzen Kreiselternrat legt Umfrage zu Schülerverkehr vor
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13:01 05.06.2018
Die Schülerbeförderung war Thema der Vollversammlung des Kreiselternrates im Landkreis Leipzig. Quelle: dpa
Landkreis Leipzig/Großbardau

Eine erfreuliche Bilanz konnte der Kreiselternrat zu einer Befragung in Sachen Schülerbeförderung ziehen. Wie die stellvertretende Vorsitzende des Gremiums, Yvonne König, auf der jüngsten Vollversammlung in Großbardau erklärte, seien 760 ausgefüllte Fragebögen eingegangen. Diese habe man jetzt dem Landkreis überreicht.

Befragung soll Schwachstellen aufzeigen

Nach dem Start des Projektes Muldental in Fahrt hätten die Elternvertreter zahlreiche Berichte und Kritiken erreicht. „Viele anfängliche Probleme konnten mit den Beteiligten, wie Schulen, Landratsamt und Busunternehmen, geklärt werden.“ Um einen Überblick über die Schülerbeförderung im gesamten Landkreis zu erhalten und auf Schwachstellen weiter einzugehen, sei die Befragung initiiert worden. Ines Lüpfert, Zweite Beigeordnete des Landkreises, äußerte sich anerkennend zur Resonanz auf die Aktion. „Das Amt ist jetzt dabei, die Dinge auszuwerten.“ Abhängig vom Ergebnis wolle man das Thema weiter bearbeiten, kündigte Yvonne König an.

Zukunft der Schullandschaft und Ausbau der Schulsozialarbeit

Weitere Themen der Zusammenkunft im Evangelischen Schulzentrum Großbardau waren die Zukunft der Schullandschaft sowie der Ausbau bei der Schulsozialarbeit. Die dynamische Entwicklung vieler Kommunen stelle die Verantwortlichen vor große Herausforderungen, betonte Lüpfert. Gerade im Speckgürtel rund um Leipzig würde es verstärkt zu Engpässen kommen. „Wir sind gerade dabei, die Schulnetzplanung fortzuschreiben“, informierte die Beigeordnete. Sei es noch vor Jahren darum gegangen, dass Standorte geschlossen werden mussten, stehe man jetzt vor der Aufgabe, neue Kapazitäten zu schaffen, eventuell sogar komplett neue Schulen zu bauen. „Wir haben die Situation, das besonders in den Zuzugsgemeinden Einrichtungen aus allen Nähten platzen.“ Darauf müsse reagiert werden, betonte die Beigeordnete. „Die Schulträger wurden deshalb von uns gebeten, sich zu Perspektiven in ihren Kommunen, wie zum Beispiel neuen Wohngebieten, zu äußern.“ Auch das Thema freie Schulen spiele eine immer größere Rolle und sorge mitunter für eine gewisse Unberechenbarkeit, was Schülerströme anbelangt.

Bildungspolitiker mit Eltern an einem Tisch

Der Kreiselternrat hatte sich außerdem sächsische Bildungspolitiker eingeladen. An einzelnen Tischen konnte man mit Lothar Bienst, bildungspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, SPD-Bildungsexpertin Sabine Friedel und Michael Schober (AfD), Mitglied des Landesfachausschusses Schule und Bildung, diskutieren. Auch Bienst konnte nur eingestehen, was inzwischen jeder weiß: „Sachsen hat bei der Lehrerverplanung versagt.“ Warnungen seien immer wieder ignoriert worden, so der CDU-Experte. Nun könne man der Situation nur noch mit Verbeamtung begegnen. Schober, selbst Lehrer, schilderte seien Erfahrungen aus der Arbeit an einer Dresdner Oberschule. Auch hier gebe es massive Besetzungsprobleme, die teilweise von Eltern kompensiert würden. Schober: „An einigen Dresdner Schulen unterrichten bereits Eltern, um Ausfälle zu minimieren, Handwerksmeister suchen dringlich gute Facharbeiter, doch das erworbene Wissen der künftigen Azubis ist auf erschreckend niedrigem Niveau. Eine Berufsberatung findet praktisch nicht statt.“

Von Simone Prenzel

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