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Kritik an Transporten zur Brandiser Biogasanlage

Ärger um Maisschnipsel Kritik an Transporten zur Brandiser Biogasanlage

Die Brandiser Biogasanlage braucht jede Menge Input, was besonders in der Erntezeit Verkehr nach sich zieht. Die Nachbargemeinde Machern fordert ein, dass die Transporte in geschlossenen Lkw erfolgen sollen. Doch bislang prallt die Kritik ab.

Jährlich können 5,7 Millionen Kubikmeter Biomethan in der Biogasanlage in Waldpolenz erzeugt werden. Diese werden ins Netz der Mitgas eingespeist.

Quelle: dpa-Zentralbild

Machern/Brandis. Die Transporte zur Biogasanlage in Waldpolenz sorgten für Kritik im jüngsten Macherner Gemeinderat. Der Projektentwickler Juwi und der kommunale Energiedienstleister Eins Energie aus Chemnitz hatten die Anlage für 17 Millionen Euro im Jahr 2013 eröffnet. Aus Mais, Ganzpflanzensilage oder Zuckerrüben wird hier Rohbiogas produziert, anschließend veredelt und mit einem Methangehalt von über 96 Prozent ins Erdgasnetz eingespeist. Allerdings haben die riesigen Fermenter jede Menge Appetit, was dazu führt, dass es bereits mehrfach Kritik am Verkehrsaufkommen gab. Jährlich 55 000 Tonnen nachwachsender Rohstoffe kann die Anlage vertragen. Die müssen von Feldern und Äckern der Region auf das ehemalige Militärgelände chauffiert werden.

Der bei weitem größte Kritikpunkt sei der Transport der Substrate in offenen Lkw oder Traktoren. „Überall liegen seit Tagen Maisschnipsel herum, die Straßenränder sind voll davon“, bemängelte CDU-Gemeinderat Karsten Frosch, der in Gerichshain wohnt. „Es kann nicht sein, dass die Straßen in der Erntekampagne so aussehen. Beim nächsten Regen wird das ganze Zeug in die Kanalisation gespült und verstopft alles.“ Ähnliche Beobachtungen hat Robert Steinbauer (Freie Wählergemeinschaft) gemacht. „Die Fotos von den herumfliegenden Maisschnipseln hab’ ich noch auf meinem Handy.“ Was Juwi hier praktiziere, gehe hauptsächlich zu Lasten von Machern. „Wir als Nachbarkommune haben den Ärger durch den vielen Verkehr und Brandis streicht durch die Ansiedlungen in Waldpolenz 300 000 Euro Pacht für den städtischen Haushalt ein.“ Die Nachbarstadt, so Steinbauer, sei mit ihrem Energiepark finanziell fein raus. „Das ist aber ein Vertrag zu Lasten von Machern.“

Bürgermeisterin Doreen Lieder (parteilos) bestätigte das: „Brandis hat den Verkehr aus der Stadt herausgelenkt. Die Traktoren fahren alle durch unseren Ort.“ Die Rathauschefin wollte den Unmut der Macherner Bürger über verschmutzte Straßen, zu laute und überladene Transporte gern der Firma übermitteln. „Aber ein Interesse von Juwi ist nicht zu beobachten“, beklagte Lieder. Sie habe sich vergeblich bemüht, jemanden ans Telefon zu bekommen. Bisher sei die Kritik an der Verfahrensweise aber ergebnislos verhallt. Eine Lanze für die Traktorfahrer versuchte Gunter Bergt (Linkspartei) zu brechen: „Rund um Machern wird auf 500 Hektar Mais für die Brandiser Biogasanlage angebaut. Der muss von den Feldern bei Gerichshain oder der Trese ja irgendwie dorthin gelangen“, warb der Posthausener um Verständnis für die Landwirte. Vize-Bürgermeister Klaus Zaspel (CDU) hingegen forderte ein Eingreifen des Macherner Ordnungsamtes: „Hier muss in Verbindung mit der Polizei auch mal kontrolliert werden.“ Michael Bachmann (SPD) schließlich erinnerte daran, dass den Machernern die Anlieferung in geschlossenen Lkw versprochen worden sei. Davon sei derzeit wenig zu beobachten.

Der Brandiser Bürgermeister Arno Jesse (SPD) wollte sich auf Nachfrage nicht zum Problem äußern.

Von Simone Prenzel

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