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Kühnitzscher Schloss wird zwangsversteigert

Kühnitzscher Schloss wird zwangsversteigert

Seit Jahren gammelt das Schloss Kühnitzsch vor sich hin. Die Einwohner hoffen nun, dass sich bei der Zwangsversteigerung des alten Gemäuers am 26. März ein neuer Eigentümer findet.

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Sucht einen neuen Eigentümer: Das Schloss Kühnitzsch schlummert seit Jahren einsam vor sich hin.

Quelle: Andreas Röse

Lossatal/Kühnitzsch. "Wir sind alle traurig, dass sich das Schloss in einem Dornröschenschlaf befindet", sagt Angela Hübner. Sie ist Ortsvorsteherin von Kühnitzsch und eng mit dem Gebäude verbunden. Bis zum Jahr 1997 war darin eine Grundschule untergebracht. Als Grundschülerin ist Angela Hübner hier ein und ausgegangen. "Es war immer Leben im Haus bis zum Verkauf", erzählt sie. Später befand sich unter dem Dach eine Förderschule. Diese musste jedoch weichen, als das Objekt im Jahr 2005 zum ersten Mal zwangsversteigert wurde. Damit fiel es in den Besitz von Bauunternehmer Rudi Schartel. Seitdem ist an der Immobilie nichts mehr gemacht worden, obwohl in den 90er Jahren reichlich Fördergelder zur Erhaltung des Baudenkmals geflossen sind. "Heute befindet sich das Schloss jeden Tag in einem schlechteren Zustand", meint Alfred Scheich. Er ist Mitglied im Schul- und Heimatverein und kennt sich aus mit der Geschichte des Kühnitzscher Kleinods: "Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Schloss enteignet, danach haben Flüchtlinge darin gewohnt." Seinen jetzigen Anblick hat das ehemalige Wasserschloss den Umbauten von 1842 zu verdanken.

Inzwischen hat der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen. Aufgrund des Leerstands sieht Angela Hübner dringenden Handlungsbedarf: "Es gibt undichte Stellen im Dach und viele Fenster wurden eingeschlagen." Ein Dorn im Auge sind ihr auch die Außenanlagen.

Angela Hübner hofft, dass das Anwesen bei der Zwangsversteigerung am 26. März im Amtsgericht Leipzig in die richtigen Hände fällt. Sie hat auch schon konkrete Vorstellungen vom zukünftigen Eigentümer: "Wir warten auf einen Märchenprinzen, der etwas macht." Es müsse jedoch schnell eine Lösung gefunden werden, um den Schaden nicht noch größer werden zu lassen.

Der Verkaufswert liegt laut Angaben des Amtsgerichts bei 220000 Euro. Für Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD) kommt ein Kauf durch die Gemeinde nicht in Frage. Er würde sich jedoch auch freuen, wenn das Aushängeschild in gute Hände käme. "Ich mache mir aber erst einmal wenig Hoffnung, dass es sofort einen neuen Eigentümer findet", räumt er ein. Das Wichtigste sei ein gutes Konzept. Das findet auch Angela Hübner: "Das Bauwerk bietet Potenzial. Es hat herrliche Gewölbe, aber man muss Liebe, Geld und ein Konzept mitbringen. Wir empfangen denjenigen, der es ernst meint, mit offenen Armen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.03.2013

Felix Forberg

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